Start / Ausgaben / bioPress 99 - April 2019 / Bio-Ware aus und in 181 Ländern

Markt

Bio-Ware aus und in 181 Ländern

69,8 Millionen Hektar ökologischer Landbau im Jahr 2017 erreicht

Rund um den Globus wird ökologische Landwirtschaft betrieben, in immer mehr Ländern auch nach definierten nationalen Bio-Regeln. Zuletzt führten Südkorea, Malaysia und Marokko Öko-Gesetze ein, jetzt arbeiten Russland, die Ukraine und Weißrussland daran.

Seit nunmehr 20 Jahren wertet das Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL in Zusammenarbeit mit IFOAM Organic International die Zahlen über ökologischen Landbau aus. In diesem Jahr sind es die Daten aus 181 Länder. Helga Willer vom FiBL trug diese auf der Biofach vor und freute sich, dass jetzt in 14 Ländern der Bio-Anteil schon bei über 10 Prozent liege. Auch wenn die Zahlen vieler Länder nicht garantiert werden könnten, sei die Tendenz steigend.

Spitzenreiter in Europa mit seinen insgesamt 14,6 Millionen Hektar Bio-Agrarfläche seien Spanien (2,08 Millionen Hektar), gefolgt von Italien (1,91 Millionen Hektar) und dann Frankreich (1,74 Millionen Hektar). Wobei nach derzeitigen Prognosen Frankreich eventuell schon auf Platz Zwei vorgerückt sein könnte.

Die Zahlen bestätigten zugleich die Rolle von Bio-Anbau und -Markt als wichtigem Wirtschaftsfaktor. So belaufe sich der globale Bio-Markt auf schätzungsweise 90 Milliarden Euro. Und allein Bio-Landwirtschaft und Wildsammlung als Grundlage dafür sicherten den Lebensunterhalt von mittlerweile rund 2,9 Millionen Bauern, die meisten in Indien und Ländern Afrikas.

Durch den Flächenzuwachs habe sich die Schere zwischen Bio-Fläche und Nachfrage etwas geschlossen. Trotzdem wachse der Markt für Bio-Produkte immer noch schneller als das Angebot; Importe spielten weiter eine große Rolle. Dänemark etwa, schon jetzt das Land mit dem größten Bio-Marktanteil, wolle durch den ‚Bio Action Plan 2020‘ die Bio-Fläche bis 2020 im Vergleich zu 2007 verdoppeln und unter anderem Umstellungen beschleunigen.

Es wurde natürlich über die Grenzen Europas hinausgeblickt: Wie entwickelt sich Amerika, wie die Aufsteigermärkte in Afrika, China oder Indien?
Referenten aus den jeweiligen Ländern machten deutlich, dass sich vieles der europäischen Bio-Geschichte dort wiederholt. Beispielsweise, wie definierte Gesetze Sicherheit geben und die Bio-Landwirtschaft pushen. Ebenso, dass eine zielgerichtete Unterstützung der Regierung inklusive von Aufklärungskampagnen die allgemein wachsende Inlandsnachfrage weiter stärken könne.

Was die Käufer betrifft, nannten die Referenten als größte Gruppe die sogenannten Millenials, die nicht selten gerade eine Familie gründen und sehr an Gesundheit sowie Nachhaltigkeit interessiert seien. Auch deshalb stelle die Verpackungsproblematik eine der großen aktuellen Herausforderungen für die Branche dar.

Allerdings könne sich die Allgemeinbevölkerung in vielen Ländern Bio kaum leisten. Ähnlich wie in den bereits erfolgreichen Bio-Ländern, würden aber große Handelsunternehmen diese Diskrepanz aufgreifen und preiswertere Bio-Eigenmarken anbieten – mit großem Erfolg.

(Zahlen, Daten, Fakten unter http://www.organic-world.net und http://www.globalorganictrade.com)

Bettina Pabel

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