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Bio-Äpfel das ganze Jahr

Vinschgau in 2018 mit hervorragenden Erntemengen

Mehr als ein Zehntel der europäischen Apfelernte stammt aus Südtirol, dem größten zusammenhängenden Apfelanbaugebiet Europas. Der auch als Apfelgarten bezeichnete Vinschgau ist das 60 Kilometer lange Anbaugebiet zwischen dem Reschenpass und Meran. Es erstreckt sich von 500 bis 1.100 Meter Meereshöhe auf fast 5.000 Hektar. Hier gibt es über 300 Sonnentage pro Jahr und weniger als 500 Millimeter Jahresniederschlag, außerdem wechseln sich warme Tage mit kühlen Nächten ab. So wachsen die Äpfel langsam und reifen intensiv aus.

Mit zirka 620 Hektar werden über zwölf Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Anbaufläche im Vinschgau biologisch bewirtschaftet. Organisiert sind die Landwirte fast ausschließlich über den Verband der Vinschgauer Produzenten für Obst und Gemüse (VI.P). Für Bio gilt: Premium-Bio ist hier der Standard. Jeder Bio-Landwirt muss einem Anbauverband angehören, vorwiegend Bioland und teilweise Demeter. Umstellungsware läuft als konventionelle integrierte Produktion.

Der Apfelanbau im Vinschgau ist eine Bio-Erfolgsstory. Die ersten Produzenten stellten bereits am Ende der 70er Jahre auf Bio um und die Erträge stiegen kontinuierlich. Von damals 3.000 Tonnen hat sich die Produktion mit zirka 25.000 bis 30.000 Tonnen pro Jahr ungefähr verzehnfacht. Südtirol ist heute mit fast 40 Prozent Marktanteil der größte Bio-Apfel-Lieferant Europas.

Gute Ernte in 2018

Für die Käufer von Bio-Äpfeln ist die gute Nachricht, dass für 2018 wieder mit einer normalen Ernte zu rechnen war. 2016 und 2017 waren aufgrund von Frost- und Kälteschäden sehr schlechte Jahre für die Vinschgauer Apfelbauern. In 2018 hat das Klima mitgespielt, es gibt wieder eine Ernte mit durchschnittlichen Mengen.

Gerhard Eberhöfer, Geschäftsfeldleiter Bio der VI.P ist zuversichtlich, dass damit eine zwölfmonatige Belieferung des Marktes mit Bio-Äpfeln möglich ist. Die VI.P rechne mit einer Rekordmenge von 29.000 Tonnen Bio-Äpfel. Dies liege vor allem an der Zunahme von Bio-Anbaufläche im Vinschgau, so Eberhöfer im Gespräch mit bioPress im Oktober 2018 in Bologna. Das schon länger andauernde Flächenwachstum zeigte in den letzten Jahren einen noch steileren Anstieg.

Viele Bio-Äpfel durch Wachstum der Anbauflächen

Seit 2017 hat es einen Zuwachs von fünf Prozent bei der Fläche gegeben. Bewirtschaftet werden diese von rund 170 Biobauern. Außerdem kommen noch 65 Umstellungsbetriebe dazu, mit weiteren 360 Hektar. Inklusive Konversionsflächen seien damit fast zwanzig Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Bio. Eberhöfer sieht als nächsten Meilenstein die 30 Prozent und rechnet durch die Umstellungen mit einem längerfristiges Anwachsen der Produktion auf 50.000 Tonnen.

Die Vinschgauer Biobauern produzieren zwölf Haupt- und einige Randsorten. Im Bio-Bereich werden Golden Delicious zu 25 Prozent vertrieben, rote und zweifarbige Sorten kommen auf 75 Prozent der Gesamtproduktion. Gala ist die Nummer 1. „Golden werden vor allem in den italienischen, den spanischen und andere südeuropäische Markte geliefert.“, so Eberhöfer. „In Frankreich sind es mindestens 50 Prozent.“

Der größte Absatz mit einem guten Drittel finde im heimischen Italien statt, gefolgt von Skandinavien und dann Deutschland. Aber auch in fast alle anderen europäischen Länder schätzten die Qualität der Vinschgauer Bio-Äpfel. Zudem werden kleine Mengen außerhalb Europas verkauft, hauptsächlich nach Israel und Dubai.

Kenne deinen Apfelbauern

Transparenz wird bei der VI.P groß geschrieben. Durch das 2016 ins Leben gerufene multimediale Internet-Projekt BioGraphy solle dem Kunden vermittelt werden, wo seine Bio-Äpfel genau herkommen und wer dahinter steht.

Das Etikett auf jeder Packung mit Bio-Äpfeln ist mit dem Namen des Produzenten personalisiert. Gibt man diesen auf biography.vip.coop ein, gelangt man auf dessen eigene Seite und erhält Informationen über den Bauern, dessen Produkte und das Anbaugebiet. 2018 waren es 137 Bio-Bauern, die auf der Website ihre Geschichte erzählen.

Elke Reinecke



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