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Bio Vegan aktuell

Anstieg im LEH und Drogerien, Beruhigung im Fachhandel?

Bio Vegan aktuell

Sowohl bei Lebensmitteln als auch bei Kosmetik ist vegan nach wie vor Thema, wobei die Kombination mit Bio-Qualität für immer mehr Verbraucher außer Frage steht. Der aktuelle Blick auf die Sortimentsentwicklung spricht dafür, dass sich Zusatzvorteile bezahlt machen.

Vegan + gesund = Genuss.  Ob man es auf diese einfache Formel bringen kann, sei dahin gestellt. Fest steht aber: Die Nachfrage nach bio-veganen Lebensmitteln, die mit weiteren ernährungsphysiologischen Mehrwerten oder besonders reizvollen Rezepturen für sich sprechen, wächst. Das zeigte sich auch beim Gang über die Neuheiten-Fläche auf der Biofach im Februar.

An erster Stelle: Protein. Hersteller präsentierten hier ebenso wie bereits auf dem Markt neue eiweißreiche Fleischalternativen, rein pflanzliche Riegel, Aufstriche oder Nahrungsergänzungsmittel. Oder es wird bei einzelnen Produkten mehr die gute Eiweißqualität hervorgehoben, was  bei den Speiseölen schon länger der Fall ist und durchaus seine Berechtigung hat. Den Gesundheitsaspekt im Blick haben zudem Anbieter von glutenfreien und ballaststoffreichen veganen Produkten, beispielsweise bei ihren Backmischungen oder Fertiggerichten und anderen Convenience-Produkten. 

Es fällt auch auf, dass allgemein im Trend liegende Zutaten wie Kokos und Cashewnüsse, Superfoods oder Algen die bio-veganen Rezepturen auf reizvolle Weise bereichern.
Welche Warengruppen lassen sich vor diesem Hintergrund durchforsten und gegebenenfalls auffrischen? Dazu gehören sicherlich:

  • Fleischalternativen
  • Suppen und (Teil)Fertiggerichte
  • Beilagen inklusive Teigwaren
  • Feinkost von Saucen bis zu Brotaufstrichen
  • Milch- und Mopro-Alternativen  
  • Backwaren
  • Süßwaren von Schokolade bis zu Speiseeis
  • Nahrungsergänzungsmittel

Fleisch-Alternativen mit Soja, Weizen, Lupinen

Dass neben Fleisch- und Wurstwaren noch andere bratfertige Produkte mit Biss im Kühlregal zu finden sind, erstaunt heute niemanden mehr. Trotzdem stellen eine leicht erkennbare Vegan-Auslobung, Hinweise auf die einfache Zubereitung und Rezeptvorschläge auf der Verpackung vor allem für Ve- gan-Neulinge und Flexitarier einen willkommenen Service dar. Bei Bio-Produkten kommt die durch ein Bio-Siegel abgesicherte Freiheit von GVO, chemischen Geschmacksverstärkern oder künstlichen Aromen hinzu.

Das Gros machen nach wie vor Soja-Produkte aus. Von den vielen Anbietern seien Lord of Tofu, Like Meat und Purvegan sowie Taifun-Tofu (mit Tofu-Bratfilets und Würstchen)  genannt. Lord of Tofu bietet als Bioland-Betrieb ausschließlich Bio-Produkte an. Der Vergleich der beiden Kategorien im Angebot mal mit Kombucha-Tofu plus Sojamehl in Form von Hack und Gulasch mit reinen Sojabohnen-Steaks, Geschnetzeltem oder anderen Fleischalternativen macht den sensorischen Spielraum an sich und je nach Hersteller gut deutlich.

Unabhängig davon gehört der Familienbetrieb zu den wenigen Anbietern von Fisch-Alternativen wie Thunfisch und Lachs. Diese verdanken ihre gut getroffene marine Note allein Meeresalgen, Tamari-Sauce und Gewürzen.
Like Meat ist nicht weniger innovativ, wobei hier auch noch die konventionelle Schiene mit „low-fat Pflanzenfleisch“ versorgt wird.

Hergestellt auf Basis von Sojaprotein, kann das Unternehmen bei der modern ausgerichteten Range auf einen  hohen Eiweiß- und Ballaststoffgehalt verweisen. Zusätzlich glutenfrei sind etwa Grilled Chicken mit Paprikagewürz und das im Trend liegende saftig-zarte Pulled Pork mit BBQ-Note in zertifizierter veganer Qualität.

Einen ganz anderen Weg hat Topas gewählt und produziert würzige, bissfeste Fleischalternativen aus Weizeneiweiß (Seitan), die unter den Marken Wheaty und Veggyness angeboten werden. Selbst nach 25 Jahren auf dem Markt gehen die Ideen nicht aus. Zum Jubiläum ergänzt ein Traditions-Seitan im Stück das Sortiment, das ansonsten Zubereitungsvarianten von Würstchen, Bratstücken in der Art von Schnitzel, Medaillons, Kasseler bis hin zu Fertiggerichten umfasst.  

Mit Soja, Seitan und Lupine als Hauptrohstoffen für die Fleischalternativen ist Purvegan aktiv und erweitert das Spektrum um weitere reizvolle Varianten à la Lupinenfrikadellen oder -tempeh. Noch ausgefallener sind hierzulande die neuartigen kalorienarmen Fleischalternativen mit Jackfruit. Das unreife Fruchtfleisch der großen indischen Baumfrucht weist von Natur aus eine verblüffend fleischige Textur aus und lässt sich gut braten.

Während Lotao seit letztem Jahr haltbare Jackfruit-Würfel in Natur und in Curry- oder japanischer Teriyaki-Sauce mariniert anbietet, stellte Govinda auf der Biofach Jackfruitfleischschnetzel und -würfel mit separater Gewürzmischung vor.

Für die kalte Küche

Wurst- und käseähnlicher pflanzlicher Bio-Aufschnitt tut sich noch schwerer, sind doch Konsistenz und Farbe meist etwas anders als das Orginal. Trotzdem kann der Handel seinen Kunden allerlei Interessantes anbieten. Vor allem im Sandwich oder auf Pizza müssen die Produkte den Vergleich auch absolut nicht mehr scheuen. Mit herzhaft-würzigen Scheiben ergänzen unter anderem Topas, Taifun-Tofu und Purvegan ihr Sortiment für die warme Küche.

Einmal mehr sorgen passende Naturgewürze, Rauch oder Pilzpulver für den charakteristischen, wurstähnlichen Geruch und Geschmack. Beispielsweise bei den Lyoner-ähnlichen Scheiben mit würzigen Paprikastücken von Topas, die in diesem Fall Hirsevollkornmehl einsetzen und daher zusätzlich die Glutenfreiheit ausloben können. Mit dem Ansatz, den Salzgehalt aller Produkte unter zwei Prozent zu halten, kommt der Hersteller außerdem der aktuellen wissenschaftlichen Empfehlung nach.

Was Taifun-Tofu betrifft, so liegt der Schwerpunkt bei den Freiburgern auf schnittfesten Tofu-Spezialitäten. Der Erfolg zeigt, dass man auch mit eigenständigen Produktkategorien wie eben Tofu ohne tierische Vorlagen den aktuellen Geschmack treffen kann. Dabei greift Taifun-Tofu aber auch immer wieder Trends auf, beispielsweise mit dem neuen orientalisch geprägten Curcuma-Tofu im Stück. Tatsächlich erinnern die Tofustücke der Bio-Hersteller an Feta und lassen sich ähnlich flexibel einsetzen.

Zum Überbacken eignen sich die käseähnlichen gelben Wheaty-Scheiben sehr gut. Genauso der geraspelte Käse-Ersatz von Bio Veg mit  vier glutenfreien Sorten, die über Avistilo vertrieben werden. Nicht zuletzt bei dieser Warengruppe ist übrigens ein Blick auf die Preise interessant: Rund 40 Prozent mehr als für einen klassischen Bio-Reibekäse in Markenqualität fallen an.

Fertiggerichte aus Pfanne oder Topf

Reichlich Auswahl bieten die Bio-Hersteller auch an veganen Fertiggerichten, inklusive Fingerfood-Snacks  und Suppen. Mal handelt es sich um haltbare Trockenware und mal um kühlfrisch angebotene Produkte. Noch deutlicher als bei den Fleischalternativen lassen sich die Hersteller dabei von inter- nationalen Küchentrends inspirieren.

Organic veggie food (Soto) ist schon seit vielen Jahren bekannt für kreative vegetarische Pfannenprodukte und Burger. Handgerollte vegan gefüllte Teigrollen gehören ebenso zum Portfolio wie frittierte Falafelbällchen oder knusprige Masala-Burger mit Grünen Erbsen.

Ein weiteres Beispiel stellen die neuen bio-veganen Köttbullar von Dafgårds aus Schweden dar: Der Tiefkühlkost-Hersteller hat für den deutschen Markt jetzt fertig gebratene Gemüse-Köttbullar mit und ohne Panade im 280 Gramm-Beutel vorgestellt. Die locker ein Jahr haltbaren Bällchen verpackt Dafgårds auf Wunsch auch als individuelle Private Label für den Bio-Fachhandel, den LEH und den Großverbraucher/ Foodservice.

Etablierte Markenhersteller plus neue Marktteilnehmer prägen genauso die bio-veganen Suppen mit immer wieder neuen aparten Sorten. Glaskonserven dominieren, meist für ein oder zwei Teller. Es gibt aber durchaus auch Dosen, was konservativer eingestellten Verbrauchern entgegen kommen dürfte.  Schon ein paar wenige herausgegriffene Beispiele mögen zeigen, wie eine zielgruppengerechte Optik und Kulinarik ineinandergreifen:

Rila Feinkost Importe bietet die neue Linie Langbein’s Daily Meal Soup an. Im Unterschied zu den bisherigen Bio-Suppen von Jürgen Langbein werden die fleischlosen, stückig pürierten Sorten im Schraubglas abgefüllt. Eine hochwertige Aufmachung, die trotzdem Witz hat, macht dabei nicht nur Veganern Appetit, wobei die Auswahl von Zucchini & Gemüse bis zu Erbse & Kokos reicht.

Schnelle Mahlzeiten mit Zutaten oder Gewürzen aus anderen Teilen der Welt, die zugleich schmackhaft und gesund sind. Diese Philosophie verfolgt das junge Unternehmen WDM mit Bio-Fertiggerichten aus Kichererbsen, Kartoffeln, Karotten, Gemüse, Erdnuss und Linsen. 2009 begonnen mit einer kleinen, kreativen Range an ,Wünsch dir Mahl‘ Suppen, stehen inzwischen zahlreiche cremige Sorten bereit im großen 650 Gramm-Glas abgefüllt.

Konserve oder Glas je nach Marke heißt es wiederum bei Naba Feinkost. Die in der Dose verpackten Reichenhof-Suppen punkten mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis. Neben traditionellen Eintopfklassikern gibt es hier jetzt auch Rezepturen mit angesagten Zutaten wie Kichererbsen, Quinoa und Jackfruit. NAbio, die Fachhandelsmarke, wird dagegen unter farb-frischem Konzept im Glas angeboten. Genauso weckt der Inhalt der sechs cremigen Gemüsesuppen Aufmerksamkeit, wobei sie trotz wenig Kalorien angenehm sättigen.

Bio-vegane Convenience will den modernen Verbraucher abholen

Mit Suppen in der Trinkflasche als weitere innovative Idee greifen NAbio und WDM zusätzlich den To Go-Trend auf. Dabei können die Rezepturen mit Limette, Grünkohl und anderem mehr gut kalt getrunken werden und sind insofern eine deutlich zuckerärmere Alternative zu Smoothies.

Damit nicht genug − in den Regalen wächst das Angebot an veganen Trockenprodukten für die schnelle Single-Küche, die einfach mit heißem Wasser aufgegossen werden. Nennen lassen sich zum Beispiel die Nudel- und Reis-Cups von Davert, die Quinoa-Gemüse-Cups von Nährengel oder die TexMexx Tassengerichte von Natumi, die Allos jetzt durch Vegan Express-Cerealien-Fertiggerichte mit vorgekochtem Getreide ergänzt.

So wie etwa Nährengel mit den Fixgerichten verschiedene Pfannengerichte und Kartoffeltrockenprodukte ergänzt, gestaltet sich der Übergang fließend zu Mischungen für Bratlinge, Beilagen und Nudeln. Und diese wiederum lassen sich problemlos durch bio-vegane Saucen oder Pesti aufpeppen.

Bei Bratlingen, heute als Burger tituliert, geht die Entwicklung eindeutig in Richtung frische Fertigprodukte. Daneben stehen jedoch weiterhin verschiedene Trockenmischungen zur Verfügung. Je nach Produkt und Hersteller bilden Getreide, Pseudogetreide und Hülsenfrüchte, Sonnenblumenprotein, Gemüse und Gewürze die Basis. Govinda Natur führt zum Beispiel aktuell Süßlupinenbräterchen mit gekeimten Samen ein.
Bei Nudeln liegt die vegane Herausforderung vorrangig in der Herstellung von Alternativen zu Eiernudelsorten und rein pflanzlichen Füllungen.

Exemplarisch seien an dieser Stelle die frischen Teigwaren von Pasta Nuova angeführt. Das vegane Sortiment reicht von Spätzle und Schupfnudeln über cremig gefüllte Tortelloni und Maultaschen bis zu ungewöhnlichen Gnoc- chetti mit Kürbis.

Als neueste Kreation ergänzen Mezzelune und Gnocchi mit den angesagten Süßkartoffeln das Sortiment des Herstellers. Indem die Teigwaren sofort nach der Herstellung pasteurisiert werden, weisen sie praktischerweise ein verlängertes Haltbarkeitsdatum von bis zu vier Monaten auf.

Hinsichtlich passender Sau- cen ist die vegane Auswahl gleichfalls groß und reicht von klassisch-schlichter Tomatensauce mit Basilikum (u.a. von Naturata oder Il Nutrimento) bis zu ausgefallenen Pesti in grün und rot. Allein La Selva, Spezialist für italienische Feinkost, hat über ein Dutzend vegane Varianten gelistet. Dazu kommen zahlreiche Tomatensaucen, wie ganz neu eine Tomatensalsa mit getrockneten Aprikosen und orientalischen Gewürzen. La Selva schaut also auch über den Tellerrand.

Isana / bio-verde gehört zu den wenigen Anbietern von frischen veganen Pesti. In diesem Fall sei als aparte Neuheit auf das Pesto  mit Meeresalgen, Cashewkernen und getrockneten Tomaten verwiesen.

Die Reihe an Beispielen ließe sich gut fortsetzen. Allgemein  gilt, dass die Kategorie bewusst vielseitig einsetzbar ist. Die Produkte passen nicht nur zu Pasta, sondern genauso zu Reis, Quinoa, Pfannengerichten oder Kartoffelrösti. In diesen Zusammenhang passt noch die innovative vegane Sauce Hollandaise im Glas ohne Ei und Butter von Emils, mit der sich neben Spargel beispielsweise Artischocken verfeinern lassen.

Kunden, die die beliebte Cremesauce lieber als Trockenprodukt verwenden, kann der Handel mit einem Pulver von Biovegan entgegen kommen. Das Unternehmen, seit 30 Jahren mit bio-veganen Trockenprodukten erfolgreich, hat kürzlich mit Nicol Gärtner eine eigenständige Marke für den konventionellen Einzelhandel ins Leben gerufen. Verschiedene Backzutaten, Geliermittel und Desserts zum Anrühren gehören ebenso zum Sortiment wie Saucenpulver von Currysauce bis zur besagten Hollandaise. Ansonsten sei von Saucenfritz eine neue Öl-Kräutercreme mit Buttergeschmack für Brot oder zum Verfeinern von  Gemüse genannt.

Die weiße Linie ohne Milch hat sich etabliert

Pflanzliche Alternativen zu Kuhmilch sind heute nicht nur in allen möglichen Einkaufsstätten vertreten und allgemein bekannt, sondern zugleich in immer mehr Geschmacksrichtungen und Sor- ten zu haben. Besonders was die Bio-Auswahl betrifft – mit Soja, Reis, Kokosnuss, Hirse, Mandeln und mehr als Basis. Dem Zeitgeist entsprechend, tragen die Standverpackungen anstelle der früheren Aufschrift ,rein pflanzlich‘ den Hinweis ,vegan‘.
Die Qualität hat sich deutlich verbessert (beispielsweise problemloses Erwärmen), und immer mehr Bio-Anbieter bieten alternativ Drinks ohne Zuckerzusatz an.

Außerdem informieren Markenhersteller wie Provamel, Berif oder die Fachhandelsmarken Natumi und Allos über die Herkunft der verwendeten Rohstoffe. Bei Natumi mit Drinks in den Kategorien Hafer, Soja, Dinkel, Reis, Hirse und Buchweizen stammen unter anderem der Reis aus Italien und der Dinkel aus Deutschland. Auch Pionier Provamel kann bei immer mehr Produkten der äußerst umfangreichen Palette auf europäische Bio-Rohstoffe verweisen (100 Prozent bei Soja, Hafer, Mandeln, Reis und Hafer). Gefragt nach den Rennern unter den Drinks nennt das Unternehmen Mandeldrink ungesüßt, Sojadrink Calcium und Reis-Kokosdrink.

Als weiteres Beispiel seien die drei Kokosnussmilch-Drinks im handlichen Tetrapack von Morgenland genannt, die im eigenen Projektpartnerbetrieb direkt im Anbauland hergestellt werden. Erhältlich in den Sorten Natur, Schoko oder als absolute Seltenheit Mango, bieten sie sich als Erfrischungsgetränk für zwischendurch, in Freizeit und Sport und genauso zum Verfeinern von Mixgetränken an. Die beiden Beispiele zeigen einmal mehr: Mit unterschiedlichen Zusatzvorteilen neben der Bio-Qualität wie zum Beispiel gesünder (zuckerärmer, glutenfrei oder pro Knochengesundheit) und Abwechslung (sojafrei, natursüß, exotische Trendnuss) wächst die erreichte Zielgruppe.

Pflanzliche Sahnealternativen zum Backen und Kochen – eine Marktlücke in der konventionellen Lebensmittelbranche – stellen eine weitere erwünschte vegane Kategorie dar. Ebenso wie bei den Drinks handelt es sich bei den sogenannten Cuisines oder Kochcremes um haltbare Produkte. Zwar ist die Bio-Auswahl noch weniger groß, doch wachsend. Dazu tragen wieder nicht zuletzt Provamel und Natumi sowie unter anderem Allos, Berief und Oatly bei.

Veganes zum Löffeln

Spannend ist zudem die Entwicklung von Joghurt-Alternativen und Desserts. Den Schwerpunkt bilden wieder Sojaprodukte. Nach und nach kommen aber mit Kokos, Mandel, Reis und Hanf als Rohstoff weitere Milch-Alternativen dazu. Meist sind die cremigen Produkte mit Schokolade, Vanille oder verschiedenen Früchten natürlich aromatisiert. Ein Eigengeschmack  fällt daher kaum auf.

Bezüglich der Zuckerdiskussion hat Provamel erneut eine Vorreiterrolle übernommen und bietet neben der Joghurtalternative auf Sojabasis als weitere Spezialität des Unternehmens sogar eine gleichfalls ungesüßte und vielseitige Quarkalternative.

Auch Veganer lieben Süßes

Bio-vegan leben hat nichts mehr mit Genussverzicht zu tun. Das zeigt sich hervorragend im Bereich Süßwaren. Dazu zählen Gummiwaren ohne Gelatine oder Honig, Schokoladenartikel ohne Milchpulver, Süßgebäcke, Speiseeis sowie als neue Kategorie Nuss- und Schokocremes.
Neben Eiscreme (s. bioPress Nr. 95) sind bio-vegane Schokoladen stark im Kommen, seien es dunkle Bitterschokoladen oder helle und weiße Sorten mit Milchalternativen. Die meisten Anbieter arbeiten dazu mit Reismehl, beispielsweise Ecofinia, Rapunzel oder die Gepa.

Was auffällt, ist die unterschiedliche Kundenansprache im Design. So geht Frankonia eher auf einfach verständliche Weise auf die Verbraucher zu. Die Tafeln mit Reismehl werden als Helle Vegan bezeichnet, die Sorte mit Mandeln als Knackige Helle Vegan, die weiße Tafel mit Mandelmus als Blonde Vegan und die Zartbitterschokolade als Dunkle Vegan.

Anders präsentieren sich die Marken Vivani und iChoq von Ecofinia. Der erfahrene Hersteller gestaltet die umfassende Range schon äußerlich auffällig und originell, wobei die junge Linie ichoc mittlerweile komplett vegan und auf stolze acht Sorten angewachsen ist. Zuletzt zwei dunkle ,Expeditions‘. Durch den Zusatz von knusprigen Kakaonibs beziehungsweise Mandelstückchen kann Ecofinia den Trend der Texturauslobung aufgreifen. Zum anderen soll das Trendprodukt Kokosblütenzucker eine feine karamellähnliche Süße ins Spiel bringen.

Kokosblütenzucker ist auch der Clou bei den drei dunklen Premium-Schokoladen, die Dr. Goerg kürzlich  vorgestellt hat. Neben der puren Zartbitterschokolade sind die kleinen Tafeln einmal dekorativ mit Kokosnussflakes und einmal mit Mandelstückchen bestreut. Auch die Rohkostschokoladen, wie sie Keimling, Lovechoc, My Raw Joy und andere Spezialanbieter führen, zählen übrigens zu den hochpreisigen Produkten. Trotzdem und trotz des anderen Mundgefühls haben sie eine feste,  überwiegend junge Fangemeinde.

Vegan gebacken

Bei Backwaren verbinden die Bio-Hersteller den vegan-Aspekt ebenfalls häufig mit weiteren Rezepturbesonderheiten. Die pflanzliche Rezeptur kommt einerseits bei Keksen mit Cremefüllung zum Tragen. Hier führt etwa Wikana bio-vegane Schoko-Doppelkekse mit Quinoa im Sortiment, die zusätzlich das bekannte Fairtrade-Siegel tragen. Eine nette Abwechslung liegt zudem in den zweifarbigen Kekshälften.

Andererseits betrifft das Backmischungen für Kuchen, die sicher und komplett ohne Eier, Butter und Milcherzeugnisse gelingen. Das Bioangebot umfasst dabei überwiegend beliebte Sorten wie Schoko-, Zitronen- oder Marmorkuchen. Mögliche Mehrwerte sind der Einsatz von Dinkelmehl oder Glutenfreiheit. Letzteres unter anderem bei der bio-veganen Marmorkuchen-Mischung von Biovegan, die außerdem Carob statt Kakao enthält.

Streichfest und flexibel einzusetzen

Obwohl die Backmischungen dem Wunsch nach ,easy baking‘ entgegen kommen, geben viele Hersteller Anregungen für andere Backvarianten. Das trifft auch auf die süßen Aufstrichcremes zu, die sich alternativ für Pralinen oder Torten verwenden lassen. Unterscheiden kann man dabei die bekannten Nuss-Nougat- und Kokosaufstriche.  

Brinkers führt unter der Marke ,La Vida Vegan‘ Schokoladen-Brotaufstriche in fünf bio-veganen Geschmacksrichtungen. Jetzt ergänzen die Niederländer die Auswahl um drei angesagte Produkte mit hohem Proteingehalt und vergleichsweise weniger Zucker: Karamellcreme mit Meersalz, Kokos & Schokolade, Crunchy Mandel & Schokolade.

Alle Sorten sind zugleich frei von Gluten und Palmöl sowie Fairtrade-gelabelt. Ab September 2018 sollen die Produkte außerdem alternativ in Mini- und Trinkgläsern im Regal stehen.

Nusweet als zweites Beispiel hat sich auf Produkte mit Kokosblütenzucker spezialisiert und stellt neben dem Thema vegan die Stoffwechselverträglichkeit in den Fokus. Von daher wird in der Nuss-Nougat-Creme statt raffiniertem Zucker der hochpreisige getrocknete Nektar eingesetzt, der einen niedrigeren glykämischen Index als Zucker haben soll. Wieder kommen der Verzicht auf Palmöl und Gluten sowie das Fairtrade-Siegel dazu.

Süße Kokosaufstriche schließlich haben unter anderem Agava / Karin Lang, Rinatura und Lotao im Programm, gern alternativ gesüßt mit Agavensirup. Das trifft etwa auf die von Rinatura vertriebenen Aufstriche in den Geschmacks- richtungen Schoko, Vanille und Limette zu, die auch für Torten und Pralinen zu verwenden seien.

Nahrungsergänzungsmittel in bio-veganer Qualität

Mittlerweile gibt es auch in Deutschland eine große Nachfrage nach möglichst naturnahen Nahrungsergänzungen. Von den vielen bio-ausgerichteten Anbietern seien an dieser Stelle zumindest Kulau und livQ erwähnt: Erstere bieten mit der neuen Zweitmarke Vitamin Sea gelatinefreie Kapseln mit essentiellen Omega-3-Fettsäuren aus Algenöl an.

Dagegen handelt es sich bei livQ um eine fermentierte Essenz aus Früchten, Nüssen und Gemüse in Rohkostqualität, die die Darmflora unterstützen soll. Als zweites Produkt führt das Unternehmen eine flüssige Bio-Bierhefe in praktischen Einzelportionen, die von Natur aus viele B-Vitamine liefert. Interessante Querverbindung: Die Hauptrohstoffe kommen von der etablierten Bio-Brauerei Neumarkter Lammsbräu.

Bettina Pabel


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