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GVO-Verdacht bestätigt

Sperre von sechs niederländischen Bio-Legebetrieben durch den KAT bleibt bestehen

Bei Untersuchungen von Bio-Legehennenfutter aus den Niederlanden sind im Soja gentechnisch veränderte Organismen (GVO) nachgewiesen worden. Das bestätigte der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (Kat) auf Anfrage.

Kat-Kontrollen Anfang des Monats in italienischen und niederländischen Bio-Legebetrieben  hatten den Verdacht ausgelöst, dass sich GVO im Futter befinden. Daraufhin wurden bei den Futtermittel-Lieferanten Gegenproben gezogen. Bei dem Betrieb in den Niederlanden wurde  der Verdacht verifiziert. Nach Auskunft des KAT wurden die GVO im konventionellen Soja-Bestandteil des Futters nachgewiesen. Bio-Futter darf nach der EU-Bioverordnung 15 Prozent konventionelle Komponenten enthalten.

Das niederländische  Futtermittelwerk und sechs Legebetriebe bleiben damit weiter für die Lieferung von Bio-Kat-Eiern nach Deutschland gesperrt. Die Futtermühle mit drei Standorten startet in einem der Werke eine neue Biofutter-Produktion. Wenn die Auditierung positiv verläuft, darf es wieder liefern.

Das italienische Futtermittelwerk "Coop Agricola Tre Spighe" hat keine Zustimmung zur Probenziehung gegeben, so dass ebenfalls  keine Lieferungen von KAT-Bio-Ware zugelassen sind. Ein weiteres Futtermittelwerk aus Italien, das "Progeo Mangimi SPA", und die angeschlossenen Legebetriebe dürfen dagegen wieder liefern, da sich der GVO-Verdacht nicht bestätigt hat. Alle Betriebe, die sich dem KAT-System angeschlossen haben, liefern auch nach Deutschland.

Wiesengold aus Twistringen, der größte deutsche Bio-Eier-Lieferant, hat ein geschlossenes System mit einer eigenen Futtermühle, wie Geschäftsführer Heinrich Tiemann mitteilte. Die Legebetriebe erzeugen auf eigenen Äckern auch Futter, liefern an die angeschlossene Mühle und nehmen von dort die fertige Mischung wieder ab. Auch bei zugekauften Komponenten kann beim Futterbezug aus einer Mühle Kontrolle und Rückverfolgbarkeit gewährleistet werden. 

"Wir wissen, dass es zu Verunreinigungen kommen kann und haben uns vom normalen System abgekoppelt", erklärte Bioland-Präsident Thomas Dosch. Der Verband betreibt einen Soja-Vertragsanbau in Norditalien  mit einer geschlossenen Lieferkette vom Saatgut bis zum Transport. In Deutschland hat Bioland nur acht Futtermühlen zugelassen, um der Vermischungsproblematik zu begegnen. "Das ist mit Kosten für uns verbunden, die von anderen, die Gentechnik einsetzen, verursacht werden", erläutert Dosch.

Die Erzeugergemeinschaft CW Öko Ei aus Vohburg hat die konventionellen Futter-Komponenten Kartoffeleiweiß und Maiskleber durch Bio-Sonnenblumenkerne ersetzt. "Auch wenn es teurer und aufwändiger ist, die Legehennen  mit reinem Biofutter zu versorgen, gibt es für uns keine Alternative", betont Geschäftsführer Walter Höhne, der mit 100 Prozent Biofutter wirbt.

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