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Lebensmittel-Verschwendung

Neues Institut bewertet Lebensmittel-Haltbarkeit

Köln 08.03.2018 | Laut einer 2012 von der Uni Stuttgart veröffentlichten Studie über Lebensmittelabfälle werden in Deutschland pro Jahr knapp 11 Millionen Tonnen Lebensmittel von Industrie, Handel, Großverbrauchern und Privathaushalten entsorgt. Dem will ein neugegründetes Institut durch ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren entgegenwirken, indem es die Haltbarkeit von Lebensmitteln neu bewertet. 
 

Im Februar 2018 hat sich das Institut für Lebensmittelwertschätzung gegründet. Ziel ist es, die Verschwendung von Lebensmitteln zu reduzieren. Das Institut nutzt wissenschaftliche Methoden, um die Haltbarkeit von Lebensmitteln neu zu bewerten und Einschätzungen zur sicheren Verwendbarkeit durch Endverbraucher und gewerbliche Nutzer zu ermöglichen. Dazu wird der neue Begriff das MVD eingeführt.


Das Institut für Lebensmittelwertschätzung hat eine Methode entwickelt, die Verschwendung von Lebensmitteln einzugrenzen. Unter anderem mittels Lagertestversuchen, Stabilitätsuntersuchungen und organoleptischen Untersuchungen wird auf gesundheitliche Risiken wie Salmonellen, verschiedene Bakterien sowie Schädlinge und deren Auswirkungen geprüft. Ein Sachverständiger empfiehlt ein neues, verlängertes MHD, bis zu dem das Lebensmittel bei sachgerechter Lagerung voll und uneingeschränkt verzehrfähig ist. Das Institut verwendet für das empfohlene Datum den neuen Begriff Mindestverzehrfähigkeitsdatum (MVD). 


Das MVD soll sowohl von Herstellern als auch von Händlern genutzt werden. Nach Ablauf des MHD kann der Händler Produkte zur Prüfung beim Institut für Lebensmittelwertschätzung einreichen und erhält ein MVD. Hersteller können das MVD von Anfang an auf ihre Produkte als eine Art zweites MHD aufbringen. Das Institut für Lebensmittelwertschätzung empfiehlt nach Analyse und unter Vorbehalt einer laufenden Überwachung ein über das MHD hinausgehendes MVD. Vom Hersteller zum Produktionszeitraum aufgebrachte MVD werden über das den Ablauf des MHDs hinaus überwacht. Der Produktstatus kann in einer Onlinedatenbank eingesehen werden.


Matthias Beuger zur Gründung des Institutes: „Wir wollten nicht mehr länger auf die Politik warten. Mit unserer Methode hoffen wir einen großen Beitrag zum nachhaltigen Konsum zu leisten. Allein durch Aufbringen des MVDs auf jedem Produkt können wir vermutlich die Verschwendung von Lebensmitteln um 70-80 Prozent reduzieren.“  
 


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