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Saatguthandel

Schluss mit den Turbopflanzen

AöL fordert Vielfalt im Saatgut

Schluss mit den Turbopflanzen

Wenige Konzerne kontrollieren den weltweiten Saatguthandel – auf Kosten von Vielfalt und Nachhaltigkeit. Turbopflanzen, die auf bestimmte Merkmale hochgezüchtet sind, bestimmen den Markt. Die Mitglieder der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL), die sich am 9. November in Sarleinsbach/Österreich zum Austausch trafen, fordern von der EU gesetzliche Vorgaben zu mehr Saatgutvielfalt. Das Bewusstsein um die Bedeutung der Saatgutpflege durch unsere Bauern muss gefördert werden.

„Für uns Bäcker und natürlich für unsere gesamte Welt ist es extrem wichtig, eine Vielfalt im Saatgut zu erhalten. Nur wenn wir unseren Kunden Lebensmittel aus natürlichen, regional angepassten und vielfältigen Pflanzen anbieten, fördern wir die Biodiversität und sorgen wir für die optimale Ernährungsqualität“, so Geschäftsführer Josef Eder von der Biohofbäckerei Mauracher im österreichischen Sarleinsbach.

„Immer weniger Unternehmen beherrschen den internationalen Saatguthandel. Sie bieten zunehmend standardisierte, nicht reproduktionsfähige Hybridsorten an, die für die industrielle Landwirtschaft geeignet sind. Wir brauchen jedoch Saatgut, das an regionale Bedingungen angepasst und für die Verwendung in der biologischen Landwirtschaft geeignet ist. Die Verfügbarkeit solches Saatgutes ist durch die Zulassungs- und Handelsbedingungen momentan noch stark eingeschränkt“, sagt der geschäftsführende Vorstand der AöL, Dr. Alexander Beck.

Die neue EU-Öko-Verordnung würde die Verfügbarkeit von solchem Saatgut durch die Einführung zusätzlicher Saatgut-Kategorien im Bio-Recht fördern. Diese Kategorien sind „biologisches heterogenes Material“ und „für biologische Produktion geeigneten biologischen Sorten“. Somit könnte auch Saatgut weniger standardisierter Pflanzen legal vermarket werden. „Diese Öffnung wäre ein wichtiger Schritt, um mehr Variation auf unsere Felder und Teller zu bringen und damit den Reichtum unserer Kulturpflanzenvielfalt zu schützen“, so Katherine Dolan von dem Verein Arche Noah aus Niederösterreich.

„Robustheit wird in Zeiten des Klimawandels immer wichtiger. Wir brauchen Pflanzen, die mit dem wechselnden Klima besser zurechtkommen und extreme Wetterbedingungen aushalten. Nur durch Vielfalt können sich Pflanzen langfristig in ihrer Umwelt entwickeln und so mit den Herausforderungen wachsen. Das ist eine zentrale Voraussetzung für die nachhaltige Entwicklung unserer Ernährungssysteme“, so der Verband.

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