Start / News / Ökologie / Umweltinstitut München: ECHA ignoriert Krebsgefahr durch Glyphosat

Glyphosat

Umweltinstitut München: ECHA ignoriert Krebsgefahr durch Glyphosat

Am Mittwoch gab die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) bekannt, dass der Unkrautvernichter Glyphosat ihrer Einschätzung nach ‚nicht krebserregend‘ sei. Die Beurteilung der ECHA steht damit im Widerspruch zum Ergebnis der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC), die Glyphosat als ‚wahrscheinlich krebserregend für den Menschen‘ einstuft.

Laut Umweltinstitut München handelt es sich um Studien, die von der Industrie selbst durchgeführt wurden und die nicht allgemein zugänglich sind. Das Urteil der ECHA sei somit nicht nachprüfbar. Zudem bestehe der Verdacht, dass vermeintlich unabhängige Studien zu Glyphosat durch den Hersteller Monsanto beeinflusst worden seien. Das gehe aus jetzt öffentlich gewordenen internen E-Mails von Monsanto-Mitarbeitern hervor.

Dagegen lieferten zahlreiche Studien Belege für die Gefährlichkeit von Glyphosat für Mensch und Umwelt. Gemeinsam mit anderen Organisationen hat das Umweltinstitut eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) gestartet, mit der es ein EU-weites Glyphosat-Verbot und den Schutz der Menschen und der Umwelt vor giftigen Pestiziden fordert. Hier geht’s zur Bürgerinitiative: www.umweltinstitut.org/mitmach-aktionen/europaeische-buergerinitiative-stop-glyphosat.html


Ticker Anzeigen

Das könnte Sie auch interessieren

Erfolg vor Gericht: Schadenersatz für Glyphosat im Honig

Entscheidung zugunsten der Brandenburger Imkerei Seusing

Erfolg vor Gericht: Schadenersatz für Glyphosat im Honig © Aurelia Stiftung

Die Imkerei Seusing aus Brandenburg erhält Schadensersatz für ihren mit Glyphosat verunreinigten Honig. Das hat das Landgericht Frankfurt/Oder in der vergangenen Woche entschieden. Die Aurelia Stiftung begrüßt das Urteil als richtungsweisendes Signal für die Landwirtschaft und Politik. Bisher blieben Imkereien auf den fremdverursachten Schäden sitzen, wenn ihr Honig durch Pestizide aus der Landwirtschaft belastet ist.

30.06.2022mehr...
Stichwörter: Glyphosat, Umweltinstitut München

Sieg für die Meinungsfreiheit: Umweltinstitut München freigesprochen

Vorwurf der Markenfälschung vom Tisch

Sieg für die Meinungsfreiheit: Umweltinstitut München freigesprochen © Umweltinstitut München / Jörg Farys

Nach über zwei Jahren Ermittlung und 20 Monaten Prozess endete am vergangenen Freitag eine der aufsehenerregendsten Klagen gegen eine Umweltorganisation in Europa. Waren bereits im Januar alle Anzeigen gegen den Pestizidkritiker Karl Bär zurückgezogen worden, beantragte die Bozener Staatsanwaltschaft nun eine Änderung der Anklage, durch die auch der verbliebene Vorwurf der Markenfälschung hinfällig wurde, der hätte verhandelt werden sollen.

09.05.2022mehr...
Stichwörter: Glyphosat, Umweltinstitut München

Anti-SLAPP-Petition an EU-Kommission überreicht

Über 200.000 Unterschriften aus der Zivilgesellschaft

Die Koalition gegen SLAPPs in Europa (CASE) hat heute eine Petition mit 213.432 Unterschriften für eine Anti-SLAPP-Direktive an die EU-Kommission überreicht. Diese ist damit aufgefordert, europaweit für einen wirksamen Schutz vor schikanösen SLAPPs (Strategic Lawsuits Against Public Participation), strategischen Klagen gegen öffentliche Beteiligung, zu sorgen. Die Petition wurde im Juli 2021 von Rettet den Regenwald e.V. und dem Umweltinstitut München gestartet.

01.02.2022mehr...
Stichwörter: Glyphosat, Umweltinstitut München