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Das eigene Start-Up finden

AöL-Jungunternehmer beleben die Bio-Idee

Das eigene Start-Up finden
(v.l.n.r.): F. Breisinger, L. Wilhelm, O. Freidler, J. Ehrnsperger, W. Blankertz, A. Huober, A. Baumann, C. Marcon, C. Hartl, L. Hartl, Fr. Breisinger, K. Wingenfeld.

„Im Prinzip geht es darum, das eigene Start-Up im gemachten Nest zu finden“, schließt Leonhard Wilhelm von Rapunzel eine Diskussion zum Übergabeprozess in Familienunternehmen der Biobranche. Unternehmensnachfolge und Bio 3.0 sind auch die wesentlichen Themen des Arbeitskreises „AöL-Jungunternehmer“, der sich im Allgäu zu einer zweitägigen Sitzung traf. Die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL) fungiert als Plattform für diesen Austausch von Zukunfts- und Verantwortungsfragen und koordinierte das Treffen.

„Man kann selbst Beziehungen in Unternehmen gestalten und daran seine Handschrift entwickeln“, so Dr. Kerstin Wingenfeld, die in der Führungsebene der Fuldaer W-E-G tätig ist. Die Frage nach der eigenen Entfaltung in einem Unternehmen, dass die Elterngeneration aufgebaut und wesentlich geprägt hat, ist es, die die Jungunternehmer beschäftigt. Man möchte das Werk der Biopioniere erhalten und dabei auch seine eigenen Vorstellungen der Unternehmensführung und der Zukunft von Bio umsetzen. „Eine Aufgabe, die nicht immer einfach zu meistern ist“, weiß Unternehmenscoach Dr. Marianne Nobelmann. Familienunternehmen folgen nach Nobelmann der Logik von Unternehmen, Familie und Eigentum. Diese Ebenen miteinander zu vereinen ist eine große Herausforderung, vor der viele Biounternehmen heute stehen.

„Die Chance dieser jungen Unternehmer, die sich unter dem Dach der AöL zusammenfinden, ist es, Wirtschaft anders zu denken“, so Geschäftsführer der AöL, Dr. Alexander Beck. „Das heißt auch, sich als Menschen wahrzunehmen und als Gruppe, die etwas gestaltet. Die Ernährung ist die intensivste Verbindung zur ‚Um-Welt‘. Das ist unsere Verantwortung.“

Der Fokus auf das Soziale, auf Verbindlichkeit und Transparenz sehen die AöL-Jungunternehmer als ihren Beitrag zu Bio 3.0. „In einer Welt, in der die Technik überwiegt, können wir Lebendigkeit vermitteln“, fasst Christina Marcon von Gemüse Meyer die Diskussion in der Runde zusammen. „Die Herausforderungen, die wir annehmen müssen, um unsere Werte umzusetzen, sind die fehlende Solidarität und Gier, innerhalb der Gesellschaft“, ergänzt Oliver Freidler von Alb-Gold.

Werte wie Menschlichkeit, Rückbesinnung und Hinterfragen des Wettbewerbs sind es, die in der Gruppe angesprochen wurden. Dabei gelte es immer auch, visionär zu bleiben. „Man braucht eine Vision, sonst gehen Ziele und Motivation verloren“, so Sprecher Fabian Breisinger von der AOT.

Die AöL Jungunternehmer wissen, was sie wollen und dass sie vor allem zusammen etwas bewegen können. Dafür werden sich die jungen Führungskräfte zweimal im Jahr zu einem intensiven Austausch zusammenfinden.

Hintergrund

Die AöL-Jungunternehmer, damals noch „Junge AöL“, gründeten sich auf einer Mitgliederversammlung im Frühjahr 2016. Bei der ersten Sitzung im Allgäu waren dabei: Arlend Huober (Huober Brezel), Catalina Hartl (Münchner Kindl), Christina Marcon (Gemüse Meyer), Fabian Breisinger (AOT), Franziska Breisinger (AOT), Johannes Ehrnsperger (Neumarkter Lammsbräu), Kerstin Wingenfeld (W-E-G), Leonhard Wilhelm (Rapunzel), Lisana Hartl (Münchner Kindl), Oliver Freidler (ALB-GOLD), Wendelin Blankertz (Donathmühle) und Anne Baumann (AöL).

Die AöL

Die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller ist ein Zusammenschluss von 97 Unternehmen (September 2016) der Lebensmittelwirtschaft. Ihre Mitglieder aus Deutschland, Österreich, Schweiz und den Niederlanden erwirtschaften einen Bio-Umsatz von über 3 Milliarden Euro. Im Zentrum der Arbeit stehen die politische Interessenvertretung sowie die Förderung des Austauschs und der Kooperation der Mitglieder untereinander.


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