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Convenience

Bio-Convenience:

Multikulturell und bedarfsgerechte Portionen

Convenienceprodukte gehören längst zum Alltag. Auch die Bio-Branche hat früh auf die Nachfrage reagiert und quer durch alle Warengruppen ökologische, möglichst naturbelassene Alternativen entwickelt. Das nach wie vor wachsende Angebot zeichnet sich dadurch aus, dass die Hersteller Trends aufgreifen –  oder schaffen. Hoch im Kurs stehen aktuell vor allem vegan und glutenfrei, Hülsenfrüchte und Quinoa.

Vorbereitet und verpackt, zeitsparend und praktisch, einfach und gelingsicher – das alles sind typische Kriterien für Convenienceprodukte. Im Unterschied zu früher wird dabei jetzt vermehrt auf die Qualität der Zutaten und Rezepturen geachtet. Neben dem Verzicht auf Geschmacksverstärker und andere Zusatzstoffe, spielen free from-Aspekte eine große Rolle bei der Kaufentscheidung. Insofern passen Bio und Convenience durchaus sehr gut zusammen, was sich auch im wachsenden Angebot spiegelt.

Convenience zieht sich hier durch alle Warengruppen und Bereiche, ob trocken und haltbar oder frisch und gefroren oder gekühlt, ob als Einzelzutat oder als Teil- und Komplettfertiggericht. Ein Großteil der Bio-Neuheiten ist vegan oder vegetarisch. Gluten- und Laktosefreiheit gehören gleichfalls zu den häufig ausgelobten Mehrwerten. Dem Wunsch nach gesunder Ernährung auch in diesem Bereich kommen die Hersteller dann unter anderem durch den Einsatz von nährstoffreichen Hülsenfrüchten und Pseudogetreiden entgegen. Zugleich berücksichtigen sie, wo immer möglich, das Bedürfnis nach regionalen Rohstoffen.

Der Tiefkühl-Sektor als Convenience pur

Die Tiefkühlung küchenfertiger Lebensmittel ist schon an sich Convenience. Bio-Qualität stellt hier einen großen, geschätzten Mehrwert dar. Demeter-Felderzeugnisse bietet dem Einzelhandel unter der Marke bio inside mittlerweile mehr als 80 Produkte in verschiedenen Sortimentsgruppen wie Pizza, Lasagne, Kartoffelprodukte, Burger, Fisch und Fleischgerichte. Dazu kommen feldfrisches Gemüse und gehackte Zwiebeln oder Kräuter, letztere im Beutel mit praktischem Zippverschluss.

Sowohl bei den Fertiggerichten als auch bei den Einzelzutaten finden sich aktuelle Trendprodukte. Während es die Vegan Kebab-Teigtaschen schon länger gibt, gehören die innovativen Süßkartoffeln im 400-Gramm-Beutel noch zu den Neuheiten. Das feinaromatische Gemüse – übrigens europäische Ware – sei stark im Kommen, stellt der TK-Spezialist fest.

Zu trendigen Chunks geschnitten, blanchiert, vorgebacken und anschließend schonend tiefgefroren, blieben sowohl Vitamine als auch der sortentypische Charakter in Farbe und Geschmack erhalten. Zudem ließen sie sich vielseitig würzen und verwenden, etwa braten, backen und frittieren. Die klassischen Kartoffelprodukte Kroketten und Röstinchen führt Demeter- Felderzeugnisse ebenfalls im Sortiment, wobei auch diese glutenfrei sind.

Bei Kartoffeln deutsche Ware bevorzugt

Nach wie vor essen Alt und Jung gern Kartoffeln, heutzutage allerdings mit Vorliebe in Form von Pommes frites, Reibekuchen, Bratkartoffeln und anderem. Die zeitaufwändige Zubereitung und das geruchsintensive Hantieren mit Fett sind weniger gefragt, was dem Absatz entsprechender TK-Ware zugutekommt.

Für Bio-Produkte spricht vor allem die Verwendung von unbehandelten Kartoffeln aus heimischem Anbau. Unter der Marke ‚Die Guten‘ bietet Naturland Markt Puffer an, bei denen die Bio-mit-Gesicht-Codierung die Rückverfolgbarkeit zum Landwirt ermöglicht.

Bratkartoffeln, wiederum deutscher Herkunft und diesmal mit Biokreis-Siegel, gehören neben Gartoffeln und anderem zum Portfolio von Ökost. Erwähnenswert sind diese Produkte außerdem, weil es sich nicht nur um rohe Kartoffeln handelt, sondern die Scheiben auch ungesalzen sind. Ein teilweise recht hoher Salz- und Zuckergehalt zählt tatsächlich zu den wenigen Kritikpunkten von Ernährungswissenschaftlern, der auch vor Bio nicht Halt macht.

Regionalität und größere Mengen müssen sich nicht ausschließen. Das zeigt sich gut bei Schne-frost mit tiefgefrorener Schwarmstedter Bio-Kartoffel-Convenience. Die Produkte sind bundesweit bekannt und weit verbreitet. Bei den Löningern stehen knusprige Puffer, aparte kleine Rösti-Kroketten, dreieckige Rösti und Kartoffel-Taschen mit Frischkäsecreme zur Auswahl.

Abgesehen von den Taschen sind alle Bio-Produkte gluten- und laktosefrei. Geschmacksverstärkende Zusatzstoffe und Aromen erübrigen sich. Nicht umsonst achtet die Qualitätssicherung auf beste Rohwarenqualität, etwa in puncto Wassergehalt oder Stärke/Zucker-Verhältnis. Dazu beziehe man die Kartoffeln aus Anbaugebieten rund um die Produktionsstandorte und verwende zum Vorbacken hochwertiges Bio-Rapsöl, betont Marketingleiterin Marita Stevens.

Zu den Klassikern typisch deutscher Küche zählen Kartoffelklöße, und das nicht nur zu Rotkohl und Gans oder Sauerkraut und Kasseler. Immer seltener werden sie komplett selber gemacht. Mehr kartoffeligen Geschmack als Trockenprodukte versprechen Klöße aus frischem rohem Kloßteig in der Kühlung. Wieder lassen sich Naturland Markt und Ökost als Beispiel für Bio-Hersteller anführen, wobei beide ihren fertig abgeschmeckten Kloßteig im Vakuumbeutel (à 750 Gramm) anbieten.

Noch einfacher macht es Naturland Markt den Kunden, indem sie als zweite Variante fertig geformte, rohe Klöße halb&halb im 4er Pack zur Verfügung stellen. Fertige frische Kartoffelgnocchi als italienisch inspirierte Beilage, bieten Nudelmacher Hierl und Zimmermann Bio mit viel Erfolg an.

Praktische Bio-Teige

Fertigteige aus der Tiefkühltruhe oder der Kühltheke zählen generell zu den äußerst praktischen und daher gefragten Convenienceprodukten. Die Bio-Auswahl ist nicht nur äußerst vielfältig und von hoher Qualität, sondern zugleich zeitgemäß. So gibt es etwa von Donaustrudel gekühlte Teige in Form der gängigen  platzsparenden Teigrollen. Das Unternehmen setzt überwiegend auf Weizen und hat dafür unterschiedliche Kreationen für Blätter-, Mürbe-, Nudel-, Pizza-, Quiche- und Tarte- sowie zarten Strudelteig entwickelt.

Moin bietet tiefgefrorenen Blätterteig in Bioland-Qualität in vier Varianten vegan, Butter, Vollkorn und Dinkel. Alternativ zu Pizza liegt auch Flammkuchen im Trend. Viele Verbraucher halten die eigene Zubereitung jedoch für knifflig und greifen auch hier gern zu fertigen Flammkuchenteigböden wie sie etwa Edna und Biopolar im Sortiment haben.

Fertiggerichte und Teilfertiggerichte für Frische-Fans

Noch einfacher gestaltet sich die Essenszubereitung mit mehr oder weniger kompletten Fertigkeiten. In diesen Bereich fallen zum einen Fleischzubereitungen wie gekühlte Frikadellen (u.a. von Zimmermann Bio) und zum anderen die vielen vegetarischen beziehungsweise veganen Alternativen. Nur zwei Anbieter seien hier genannt, die auch den Wunsch nach deutscher Ware erfüllen:

Purvegan arbeitet mit Tofu aus Soja, Seitan aus Weizen und nicht zuletzt Lupinen, wobei die gesamte pfiffig gewürzte Produktpalette vegan ist. Bei den ebenfalls rein pflanzlichen Tukan-Produkten von Taifun handelt es sich ausschließlich um Tofuprodukte, dafür gleich in zwölf Varianten. Um den Anbau von Sojabohnen in Deutschland weiter auszubauen, hat das Unternehmen im Herbst ein großes bundesweites Landbauexperiment initiiert, bei dem Erwerbsbauern und Hobbygärtner den Anbau in kühleren Regionen versuchen und kann sich über eine sehr hohe Beteiligung freuen.

Komplett-Fertiggerichte als High Convenience sind, abgesehen von den erwähnten Pizzas, im Bio-Handel weniger verbreitet. Dabei stellen vor allem TK-Lasagne und Aufläufe eine ideale Ergänzung dar. Das einfache Handling (die Schalen können direkt in den Ofen oder die Mikrowelle gestellt werden) und der geringe Zeitaufwand sind verlockend – ebenso der Bio-Inhalt.

So bietet etwa Giacobbe eine Auswahl aus dem erfolgreichen Bio-Sortiment für Gastro und GV jetzt als tiefgefrorene Einzelportionen zusätzlich im Fachhandel an, unter anderem vegane Lasagne oder Kartoffel-Spinatauflauf.  Diese Klassiker finden sich auch im neuen LEH-Sortiment von Biokontor 7, in diesem Fall als gekühlte, etwas größere 450- Gramm-Schalen.

Geschäftsführer ist Bio-Spitzenkoch Konrad Geiger. Dementsprechend überzeugen die Gerichte mit Feinkostqualität. Dafür sorgen unter anderem raffinierte Würzungen, Fischspezialitäten und Urgetreide. Während Vegetarier Emmer Bratreis mit Lupinenfilets genießen können, kommen Fischfreunde beim Chiemgau Urgetreide-Risotto mit bayerischer Forelle und Renke auf ihre Kosten.

Trendzutaten werten Dosen-und Tassen-Convenience auf

Bezüglich Aromaintensität und Biss sind Trockenfertiggerichte den Gerichten aus Truhe oder Kühlung zwar unterlegen. Dafür punkten sie mit oft mehrjähriger Haltbarkeit und dem problemlosen Transport. Die Auswahl an Bio-Convenience reicht von Feinkostsalaten über klassische Suppen und Eintöpfe in Konserven bis zu Trocken-Pfannengerichten oder Tassengerichten. Hier zeigt sich besonders deutlich, wie die Bio-Anbieter bei der Produktentwicklung Trends berücksichtigen: Nach vegan und getreidefrei sind derzeit Hülsenfrüchte und nährstoffreiche Pseudocerealien angesagt.

Stichwort Salat. Gerade bei Bohnen und Hülsenfrüchten dauert die eigene Zubereitung sehr lange, so dass sich der Griff zum Fertigsalat im Glas lohnt. Deiters & Florin, die neben Private Label-Produkten auch Feinkostsalate unter der eigenen Marke anbieten, haben daher auch einen süß-sauer angemachten Salat aus weißen Bohnen und Gemüse sowie einen mild-pikanten Berglinsensalat ins Sortiment aufgenommen.  
Bei warmer Küche lassen sich Eintöpfe und Suppen als typische Convenienceprodukte nennen. Die Produkte von Naba mit der Marke Reichenhof haben schon seit Jahren ihren festen Platz im Bio-Angebot des Einzelhandels.  Kunden finden sowohl vertraute als auch moderne Rezepturen.

Der Fokus liegt seit ein, zwei Jahren klar auf veganer Convenience. So bietet Naba verschiedene Eintopfklassiker alternativ in veganer Zusammensetzung an, ebenso wie charakteristisch gewürzte Suppen aus der Länderküche, etwa mit Kichererbsen, Linsen und Spinat. Nicht fehlen darf das Trendkorn Quinoa, das sich in der innovativen peruanischen Quinoa-Suppe findet. Eine weitere Sortimentsausweitung in Richtung vegan und Superfoods sei geplant, kündigt Naba an. Zugleich überlege man, die Cremesuppen alternativ in der Glaskonserve anzubieten.

Im Bio-Fachhandel ist Glas nach wie vor weit verbreitet, wenn auch längst nicht mehr die einzige Verpackungsart. Zu den Anbietern von bio-veganen Fertigsuppen, Eintopf- und Fertiggerichten im Glas gehören WDM Bio-Fertigprodukte. Nachdem deren Ethno-Suppen in Gläsern bisher überwiegend im Bio-Fachhandel gelistet waren, ist das junge Unternehmen jetzt zusätzlich bei dm gelistet – ebenfalls mit Glaskonserven.

Die zweite Hauptzielgruppe für Hersteller von Bio-Trockenconvenience sind Kunden, die ihren Appetit zwischendurch oder bei der Arbeit stillen und frisch Gekochtes kreativ ergänzen möchten. Für einen Großteil der frischen Produkte gibt es ein trockenes Bio-Pendant zum Anrühren.

Beispielsweise umfasst das Trockensortiment von Davert Sojaschnetzel, Burgermischungen und Pfannengerichte für die schnelle Küche. Ergänzt werden diese durch portionsfertig abgefüllte Getreide und Getreidealternativen im Kochbeutel. Die Kombination Convenience und Bio-Quinoa hat bei Davert gleich mehrfach Einzug gehalten. So gibt es nicht nur Quinoa-Burger zum schnellen Anrühren, sondern auch Quinoa im Kochbeutel. Neu im Angebot sind zudem die modernen Quinoa-Cups, Tassengerichte ohne Kochen in vier aromatisch verfeinerten Geschmacksrichtungen.

Immer wieder auch im Trockensegment gefragt sind Kartoffelprodukte, Teige und Backmischungen, wobei sich die Bio-Trockenprodukte oft alternativ für eine vegane Zubereitung eignen und glutenfrei sind. Als erfahrener Hersteller lässt sich unter anderem Engel Food Solutions erwähnen, die für Kartoffelbrei, -Knödel oder -Puffer ausschließlich Kartoffeln von der Erzeugergemeinschaft Bio-Kartoffel Nord verarbeiten und dementsprechend den Heimat-Aspekt hervorheben können.

Teigtrockenmischungen punkten damit, dass Kunden auch spontan und schnell eine Bio-Pizza nach eigenem Gusto und anderes in den Ofen schieben können. Diesen Wunsch haben Ruf, Bauckhof und andere Hersteller aufgegriffen. Für den Bauckhof spricht hier zum einen die erstaunliche Sortimentsbreite, die von Pizza über Obstkuchenboden bis zu Schnellbrot und 3-Korn-Kartoffelpuffer reicht. Zum anderen konzentriert sich das bekannte Bio-Unternehmen sehr auf vollwertige glutenfreie Produkte, nicht nur beim Pizzateig.

Trocken, gekühlt oder gefroren? Gefragt sind Bio-Convenience-Erzeugnisse zweifellos in allen Bereichen. Nach dem Motto „Schnelle Küche, aber bitte mit Mehrwert und echtem Geschmack“ darf es dann auch etwas mehr kosten.

Bettina Pabel

3 Gänge-Menü mit Bio-Convenience

Das große Angebot an Bio-Convenience macht es auch Küchenneulingen leicht, in kürzester Zeit ein mehrgänges Menü auf den Tisch zu bringen, das schmeckt, sättigt und frei von Zusatzstoffen ist. Eines von unzähligen Beispielen: 
- Vorspeise:  veganer Couscoussalat mit Kichererbsen und Rosinen, dazu frisches glutenfreies Weißbrot mit Quinoasauerteig (PUR Bio-Feinkost Manufaktur; Bauckhof) 
- Hauptspeise: knackiges Asia-Gemüse, angerichtet als würziges  Shop-Suey, dazu körniger, bunter Quinoa-Mix aus roter und weißer Quinoa, Hirse und Buchweizen und zarte Lupinen- oder Tofufilets (Bio-Inside; Beltane Fix-Würzmischungen nach zwei-Komponenten-Patent; Life Food bzw. Pur vegan)
- Dessert: Milchreis mit frischen Himbeeren oder frisches Tiramisu-Schälchen (Ruf; Demeter-Felderzeugnisse bzw. Rachelli)


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