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2016 – das Jahr der Hülsenfrüchte

Die Vereinten Nationen haben 2016 zum Jahr der Hülsenfrüchte erklärt. Und auch auf der Biofach waren die Körnerleguminosen präsent, sei es in Form von Erzeugnissen aus Kichererbsen, Lupinen, Soja oder im Rahmen des Kongresses. Dazu gehörte unter anderem ein Vortrag mit Vandana Shiva (Trägerin des Alternativen Nobelpreises und Gründerin der Navdanya-Saatgutorganisation), Andre Leu (IFOAM-Präsident und Obstbauer) sowie Paulina Ceballos (Forschungskoordinatorin der Global Pulse Confederation).

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die vielen Vorzüge der Hülsenfrüchte, die als Stickstofffixierer auf natürliche Weise die Bodenqualität verbessern, sich sehr gut als funktionale Lebens- oder Futtermittelzutat eignen und wertvolles Eiweiß liefern.

Während Leu ausführlich auf den Einsatz in der Landwirtschaft einging, stellte Vandana Shiva die soziale, kulturelle und agrarpolitische Komponente in den Vordergrund. Aspekte, die die Wissenschaftlerin ausführlich in ihrem neuen Buch mit dem passenden zweideutigen Titel „The pulse of life“ behandelt.

Dass Hülsenfrüchte in diesem Jahr international in den Mittelpunkt gestellt werden, sei eine Chance für viele, waren sich die Referenten einig: für Kleinbauern, die sich gegen Syngenta und Co. wehren müssen, für Verbraucher, die Geschmack und Vielfalt echter Saaten, der frischen Pflanzen oder unbekannterer Sorten kennen lernen sollten, für Lebensmittelhersteller, die etwa aus Kichererbsen  pflanzlichen Cappuccino-Schaum zaubern könnten.

(Ausführliche Informationen zum Jahr der Hülsenfrüchte unter http://www.fao.org/pulses-2016/en/)

Dialog gewünscht:

Auch Deutschland will die Bedeutung der Hülsenfrüchte als wichtiger Baustein für eine nachhaltige Landwirtschaft stärker ins Bewusstsein rücken.
Auf der Messe wurde in diesem Zusammenhang die Eiweißpflanzenstrategie des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) vorgestellt. Diese soll den momentanen Status von Leguminosen als reine Nischenfrucht beenden und zum einen das Wissen um Anbau, Verarbeitungs- und Verwendungsmöglichkeiten, zum anderen  die Pflanzen selber erhalten bzw. weiterentwickeln. Für die Finanzierung stehen Fördergelder in Höhe von 19 Millionen Euro bereit.

Konkrete Umsetzung findet die Strategie dabei mit drei Demonstrationsnetzwerken: für Soja (seit 2013), für Lupinen (seit 2014) und seit diesem Jahr für Erbsen und Bohnen.

In deren Rahmen finden jeweils verschiedene Veranstaltungen für Landwirte, Berater und Unternehmen statt – für ökologische und konventionelle Betriebe. Nach Meinung der Referenten nutzen durchaus schon viele Öko-Betriebe die Chancen der Leguminosen, während das Potenzial für höhere Anbaumengen nun vor allem im konventionellen Bereich liegt.

Bettina Pabel

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