Start / Ausgaben / bioPress 84 - Juli 2015 / Technik trifft Tradition: BESH setzt auf Retroprodukt Wurstdose

Fleisch + Wurst

Technik trifft Tradition: BESH setzt auf Retroprodukt Wurstdose

Manufaktur in Schwäbisch Hall eröffnet

Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) hat ihre neue Wurstmanufaktur im April offiziell in Betrieb genommen. Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Alexander Bonde sagte, die Wurstmanufaktur ermögliche es, das gesamte Schlachttier zu verwerten und in Wert zu setzen. Das sei auch eine Frage der Ethik.

Einweihung der Wurstmanufaktur in Schwäbisch Hall

Die Wurstmanufaktur sei „ein Meilenstein“ in der Geschichte der BESH, betonte ihr Vorsitzender Roland Bühler. Bis zu 50.000 Wurstdosen können pro Tag produziert werden. Das Retroprodukt wird ohne Zusatzstoffe, mit eigenen ökologischen Gewürzen nach den Rezepten von Metzgermeister und Produktentwickler Dieter Mayer, hergestellt. Betriebsleiter der neuen Fabrik ist der gelernte Metzgermeister Steffen Noller. Die Linienproduktion mit neuester Technik soll künftig der großen Nachfrage gerecht werden.

Zurzeit werden täglich bis zu 15.000 Dosen á 200 Gramm hergestellt, bis die neuen Maschinen optimiert sind. Das Fleisch wird direkt nach dem Schlachten in die Wurstmanufaktur gebracht und dort in noch warmem Zustand weiterverarbeitet. Auf Zusatzstoffe zur Bindung und Geschmacksverstärker kann deshalb verzichtet werden.

Produziert werden Demeter-, Bio- und Echt Hällische Wurstprodukte. 400 Bio-Mitgliedsbetriebe sorgen für ein Angebot von 14 verschiedenen Sorten. Der Anteil der Bio-Dosenwurst liegt bei 60 Prozent. Die Demeter-Ware umfasst Leberwurst, Blutwurst, Bratwurst, Lyoner, Schinkenwurst und Bierschinken. Die Produkte von zurzeit 40 Demeter-Bauern machen einen Anteil von fünf Prozent aus. Bisher werden ungefähr 800 Kunden, darunter Edeka Südwest und Rewe, mit Wurstdosen beliefert.

Die bäuerlichen Familienbetriebe seien der „Schlüssel für eine nachhaltige Landwirtschaft“ und für eine lebendige Entwicklung im ländlichen Raum, betonte Bonde. Regionalität und Herkunft von Lebensmitteln gewännen immer mehr an Bedeutung. Die Erzeugergemeinschaft setze erfolgreich auf Qualitätsführerschaft und einen besonderen Umgang mit ihren Tieren. Sie bekenne sich offensiv zu einer Produktion ohne Gentechnik, die in Verantwortung und Tradition zur eigenen Region stehe.

5,8 Millionen Euro wurden in die Wurstmanufaktur neben dem hauseigenen Schlachthof in der Raiffeisenstraße in Hessental investiert. 1,6 Millionen Euro Zuschuss kamen vom Land. Der BESH gehören rund 1.450 Landwirte aus der Region Hohenlohe an. Ihr Jahresumsatz beträgt 130 Millionen Euro. Sie verfügt über 9,2 Millionen Euro Eigenkapital und weist eine Bilanzsumme von 30,9 Millionen Euro auf.

Sina Hindersmann


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