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Bio im Steigflug

Transatlantischer Bio-Markt ist durchlässiger geworden

2012 auf der Biofach in Nürnberg  unterzeichneten die Europäische Union und die Vereinigten Staaten ein Äquivalenz-Abkommen für die Bio-Verordnungen. Die Standards werden wechselseitig als gleichwertig anerkannt, so dass Waren unkomplizierter importiert und exportiert werden. Die Richtlinien sind dennoch nicht identisch. Die OTA, der amerikanische Bio-Verband, stellte auf einer Rundreise europäischen und japanischen Unternehmen und Medien die kalifornische Bio-Branche vor.

Die Hochburg der Bio-Landwirtschaft, -Herstellung und des -Konsums ist in den USA die Westküste und da wiederum Kalifornien. Besonders der Großraum San Francisco mit sieben Millionen Einwohnern, wohlhabend durch die Computer-Branche in Silicon Valley, zeichnet sich durch hohen Verbrauch aus und eine starke Präsenz von Bio im Handel aus.

Die Bio-Richtlinien von USA und EU sind wechselseitig als gleichwertig anerkannt, dennoch gibt es Unterschiede, etwa im Tierbereich. Antibiotika sind zur Behandlung von Bio-Tiere in den USA nicht erlaubt im Gegensatz zur EU. Im amerikanischen Recht ist die Besatzdichte nicht festgelegt.

 

Bei den Bio-Rohstoffen sind Deutschland und die USA Importeure und weniger Exporteur. In Kalifornien befindet sich ein großes Walnuss-Anbaugebiet. Die Dixon Ridge Farms sind Walnuss-Anbauer und führender Verarbeiter. Das Unternehmen exportiert nach Kanada und Asien. „In Europa sind wir im Augenblick nicht vertreten. Unsere Preise sind dafür zu hoch“, sagt Verkaufsleiterin Jenny Lester Moffitt.

Im letzten Jahrzehnt hatten Bio-Produkte im amerikanischen Handel stets ein zweistelliges Wachstum. 2003 waren es 19,5 Prozent. In der Wirtschaftskrise 2009 gab es den Tiefstand  mit immer noch beachtlichen 4,3 Prozent Zuwachs. 2013 verzeichnete Bio eine Umsatzsteigerung um 11,5 Prozent.

Umgerechnet 26,5 Milliarden Euro wurden 2013 in den USA mit Bio-Produkten umgesetzt. Davon sind rund zwei Milliarden Euro Non-Food. Der Bio-Anteil am Lebensmittelmarkt entspricht mit vier Prozent dem deutschen Markt. 2003 betrug der Bio-Anteil in den USA zwei Prozent. Das macht eine Verdoppelung des Anteils in einem Jahrzehnt aus.

Die amerikanische Bio-Branche ist in der Organic Trade Association (OTA) organisiert. Die OTA feiert 2015 ihren 30. Geburtstag. Der Verband vereint 6.500 Bauern, Hersteller und Händler in den USA und Kanada. Kleine, mittelständische, große Unternehmen und Erzeugergemein­schaften vertreten durch den Verband ihre Interessen.

Anton Großkinsky

 


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