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Voll-Bio ein Volltreffer

Der bioPress-Verlag zeigte auf der Anuga-Sonderschau im Oktober ein breites Bio-Sortiment auf einen

Die weltgrößte Lebensmitelmesse lockt 160.000 Fachbesucher. Da ist es geradezu ein Muss, Bio deutlich sichtbar zu inszenieren. Das gelingt nun schon zum sechsten Mal. Viele Kaufleute führen heute Sortimente, die hier auf der Anuga-Sonderschau vor Jahren zu sehen waren.

Von Obst und Gemüse, geliefert von Eosta aus den Niederlanden, über frische Backwaren vom Steinofenbäcker und Mibusa bis zu Tiefkühlkost reichte diesmal die Palette. Blickfänge waren die Bio-Süßwaren-Präsentation und das Weinregal. Der nationale und internationale Besucherzuspruch war, wie in den Vorjahren, ungebrochen.

Bio-Süßwaren waren diesmal ein Schwerpunkt in der Sonderschau Voll-Bio. Was gezeigt wurde, sah verführerisch und edel aus. Da blieb jeder, der durch die Sonderschau lief, stehen. Geschenkpackungen mit Pralinen von Wood­shades Organics aus Dänemark waren ein Blickfang.

Die kreative Manufaktur hat außerdem einen funktionellen Riegel mit probiotischen Milchsäurekulturen und zuckerfreies Marzipan entwickelt. Schokoladen-Enthusiast Lars Frederikson hat mit Agaven-Dicksaft gesüßt.

Die belgische Schokolade New Tree hat ungewöhnliche Geschmachsrichtungen mit Lavendel- oder Thymian kreiert. Auch hier: ein markantes Verpackungsdesign beschert New Tree Aufmerksamkeit im Regal.

Exquisite Süßwaren in Bio-Qualität

Schweizer Schokolade ist ein Begriff: Chocolat Schönenberger bietet optisch auffällige Bio-Produkte wie Hohlfiguren für das Weihnachtsgeschäft. Maestrani hatte seine biologische Tafel-Schokolade für den LEH ausgestellt. Die Schweizer haben sich ein originelles Sortiment mit einigen fruchtigen Sorten neben den Standards ausgedacht.

CoCoa aus Polen verarbeitet Rohkakao zu Bio-Schokolade und folgt damit einem Trend. Die Schokolade wird aus der Edel-Kakaosorte Criollo gewonnen. Die Liebhart’s Schokolade aus Detmold war zu sehen. Das Sortiment hat Potenzial für die Zukunft.

Vieles von dem Gezeigten ist beim Bio-Süßwaren Fachgroßhändler Delikapur aus einer Hand zu kriegen. Delikapur beliefert den qualitätsorientierten Handel mit einem Spezialitäten-Sortiment, das Potenzial birgt. Das Sortiment im LEH endet meist bei Lindt.

Da fangen die Delikapur-Inhaber Gabrielli und Pohl, die bioPress für die Beratung des Süßwaren-Schwerpunktes auf der Sonderschau Voll-Bio engagiert hatte, mit ihren Bio-Süßwaren erst an.

Es gibt keinen Grund, warum im Supermarkt 20 Regal-Meter nur durchschnittlicher Süßwaren stehen. Jeder Marktleiter könnte seinen Kunden auch gute Bio-Schokolade zur Wahl stellen.

„Es waren viele Interessenten in der Sonderschau. Vor allem war sehr viel englischsprachiges Publikum hier. Auch einige unserer Kunden aus dem Einzelhandel haben sich für das breite Bio-Angebot interessiert.

Für unser Tagesgeschäft als Großhändler in Deutschland sind die jedoch nicht interessant, aber für die Hersteller. Die Hersteller müssen begreifen, dass sich so eine Schau lohnt“, erkannte Gabrielli.

Mibusa beeindruckt mit Bio-Frische

Mibusa aus Rosbach in Hessen beeindruckte mit frischen Produkten aus der eigenen Produktion. Das Unternehmen hat Handels-, Hersteller- und Bio-Kompetenz. Geschäftsführer Lars Oliver Schubert hat auf dem Weg zu mehr Bio in seinem Unternehmen den regionalen Naturkostgroßhandel Phönix erworben und in Rosbach gerade eine eigene Produktion eröffnet.

Mit viel Aufwand hat Mibusa  täglich frisch nach Köln geliefert. „Die Produkte haben den Anuga-Test bestanden“, wuss-te Peter Boguschewski zu berichten, der an allen Tagen neben Georg Rösner als Bio-Fachberater für Fragen zum Biomarkt engagiert war.

Mibusa lieferte auch ein Bio-Croissant, das Gastronomie und Handel zur Verfügung stehen. Es wird klassisch mit Butter hergestellt. Die Croissants wurden am Stand aufgebacken. Zum Probieren bildete sich regelmäßig eine Schlange.

Zum Croissant gibt es frische kühlpflichtige Marmelade mit 80 Prozent Frucht. Der hohe Fruchtanteil prägt den Geschmack. Und für das convenient geschnittene Obst- und Gemüse spendete  Bio-Spitzenkoch Alfred Fahr ein Lob an Mibusa: „Das ist superfrische Top-Ware.“

Neu bei Voll-Bio: Frische Backwaren

Das biologische Brot-Sortiment vom Steinofenbäcker aus Ibbenbüren wurde in einem Holzregal präsentiert. Die Bio-Großbäckerei liefert über den Großhändler Weiling aus und ist in dessen gesamtem Vertriebsgebiet erhältlich.

Die Brote von Mibusa vertärkten hier den nächsten Schwerpunkt der Voll-Bio Show: Backwaren zog  den einen oder anderen Interessenten aus dem Handel an. Das Regal war ein Hingucker. Es kam von MOBILI-Einrichtungen, Inhaber Thomas Sauerbrey hat damit den Backwaren-Schwerpunkt gesponsert.

Michael Haberecht (www.bauholz-ursprung.de) hat mit seinen individuellen Regal-Krea­tionen aus alten Baudielen neben der Obst- und Gemüsepräsentation dem dritten Schwerpunkt Bio-Wein ein weiteres Glanzlicht bei Voll-Bio gesetzt. Der Rebensaft wurde stilvoll im Vollholzregal präsentiert.

Wein-Berater Philippe Carnoy verkostete die Bio-Tropfen. Bio-Filialisten aus den USA, dem benachbarten Holland sowie deutsche Groß- und Einzelhändler bekundeten Interesse an Bio-Weinen, wie David Köpfer vom Anbauverband Ecovin berichtete.

Die zwei Weinkenner betreuten mehr als 40 Weine von über zwei Dutzend Winzern auf der Sonderschau. Darunter ein großer Anteil an PIWI’s, das sind Weine aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten, die mit Null bis drei Spritzungen auch im schwierigsten Anbaujahr auskommen.

Bio-Wein erregt Aufmerksamkeit

„Ich war überrascht von den Interessenten, die man hier antraf. Es gab Nachfrage aus Deutschland und außerhalb“, sagte Berater Philippe Carnoy. Auch konventionelle Händler interessierten sich für Bio-Weine. Bio-Weine haben die experimentelle Phase verlassen und sind nach Auffassung von Carnoy eine eigene Kategorie.

„Bio-Weine haben einen unverfälschten, ehrlichen Charakter und transportieren die Mentalität des Winzers“, meint der Franzose. Auch für vegane Bio-Weine sieht Carnoy eine Nische in der Nische. Die Bio-Winzer arbeiten durchweg ohne Gelatine im Keller und könnten das vegane Logo ins Etikett aufnehmen. Es gab bei Voll-Bio Anfragen für veganen Wein.

Die Marke macht’s

Markenhersteller nutzten die Plattform von Voll-Bio. Die Bio-Zentrale, der große Bio-Lieferant für den LEH, war mit Feinkost-Produkten dabei. Nudel-Spezialist Zabler präsentierte breits zum dritten Mal in Folge die Paradiso Bio Linie.

Erstmals hat Tankred Kauf seine Campo-Verde Produkte gezeigt, das wie Bio-Gourmet von Huober ausgeliefert wird. Huober nutzte die Sonderschau auch für die Sarah Wiener Produkte aus seinem Vertrieb, um ein breites und interessantes Sortiment darzustellen.

Frauke Weissang präsentierte das italienische Sortiment der Cooperative Terra Bio. Neben Qualitätsnudeln kommt eine Reihe von Hülsenfrüchte und Getreide aus einer Hand vom Acker über das Supermarktregal direkt auf den Teller.

Das Bio-Sortiment des Familienbetriebs Carl Wilhelm Clasen umfasst mehr als 20 Artikel an Nüssen und Trockenfrüchte. Stolz ist das Unternehmen auf das eigene Bio-Projekt in Moldawien für Walnusskerne und Walnüsse in der Schale.

Mehr als 2.000 moldawischen Bauern garantiert Clasen eine fest vereinbarte Walnusspauschale, die deutlich über den üblichen Preisen für die Rohware liegt. Die Mitarbeiter in der moldawischen Produktionsstätte erhalten ein Festgehalt einschließlich Krankenversicherung und weiteren sozialen Leistungen.

Clasen trägt so dem Fairtrade-Gedanken Rechnung. Der klassische Nord-Süd Fairtrade wurde auf Voll-Bio durch die Gepa mit rund 80 Artikeln repräsentiert.

Voll-Bio hat wieder gezeigt, dass dem Handel Möglichkeiten offen stehen, sein Bio-Sortiment zu optimieren und zu erweitern. Die Hersteller ha­ben sich etwas einfallen lassen.

Bio-Fisch, Milchprodukte und Käse, Veganes, das Fleischsortiment von Metzgerei Bühler, frische Sprossen, Backwaren und nicht zuletzt Feinkost und Convenientes erfüllen nicht weniger Wünsche als der Bio-Fachhandel. Der anspruchsvollere Bio-Käufer im SEH könnte noch besser angesprochen werden, das hat die Schau gezeigt.

Anton Großkinsky


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