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Die Bio-Welt ist bunt und gesund

Anuga Organic zeigt Leistungskraft der Bio-Hersteller

Die Anuga Organic war das Zentrum von Bio auf der weltgrößten Lebensmittelmesse in Köln. Ein starker Anziehungspunkt dort war die Sonderschau Voll-Bio des bioPress Verlages.Die Mehrzahl der Aussteller zeigte sich zufrieden.

Speziell der dänische Gemeinschaftsstand hatte regen Zulauf. Die Bio-Branche zeigte sich ideenreich: Isotonisches Kokos-Wasser, veganes Eis, Birkensaft und Schokosoße gab es zu entdecken. Die ausländische Bio-Beteiligung war stark: Niederlande, Österreich, Italien, Portugal, Rumänien, Marokko waren unter anderen vertreten.
 

Von den rund 6.800 Ausstellern der Anuga führen rund 2.200 Bio im Programm, die meisten zusätzlich zu konventionell. 271 davon standen in der Fachmesse Anuga Organic. Außerhalb der Anuga Organic waren weit mehr Bio-Hersteller zu finden. Dennoch war die Anuga Organic ein Anziehungspunkt.

104 der Stände waren von deutschen Firmen, 107 kamen aus dem europäischen Ausland. Ein Bio-Aussteller aus Australien hat sich auf den Weg nach Köln gemacht. Aus Asien kamen immerhin noch 48. Bei den  elf Ausstellern aus Afrika handelt es sich im wesentlichen um Firmen aus Marokko.

Die Aussteller stellten den Besuchern ein gutes Zeugnis aus. Fast die Hälfte urteilte mit gut, rund zehn Prozent sogar mit sehr gut. Ein gutes Drittel war zufrieden. Fast 90 Prozent stimmten der Aussage zu: Es gibt keine besser Ernährungsmesse als die Anuga.

50.000 besuchten die Anuga Organic

Mehr als 50.00 Besucher passierten die Anuga Organic. 20.000 kamen aus Deutschland. Ein Drittel der Besucher kamen aus dem Handel, rund 20 Prozent aus der Gastronomie, Industrie und Export/Import waren jeweils 13 Prozent der Besucher zu zurechnen. Die Besucher hatten ebenfalls ein positives Bild vom Angebot. Drei Viertel beurteilten es als gut oder sehr gut.

Dänemark, die EU-Nation mit dem höchsten pro-Kopf-Verbrauch an Bio, hatte einen großen Auftritt mit Gemeinschaftsständen der beiden Organisationen Bio aus Dänemark und Organic Denmark. Die deutschen Verbände Bioland und Naturland waren mit Gemeinschaftsständen vertreten.

Am Montag und Dienstag hatten die Hersteller den regsten Zustrom. Pralinenmacher Lars Frederikson von Woodshade Organics aus Dänemark war gut beschäftigt. Er nahm viele Kontakte zum Nacharbeiten mit. „Ich bis sehr zufrieden“, sagte Geschäftsführer Frederikson.

Sealand Natural hat dänischen Birkensaft vorgestellt. Der Saft wird im Frühling vom Stamm abgezapft. Der Saft hat eine natürliche Süße, ist aber arm an Kalorien. Zudem ist er reich an  Antioxydantien. Es gibt ihn pur und in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Holunderblüten. Der Saft ist klar in durchsichtigen Gebinden. Peter Gerlach will das Produkt im qualitätsorientierten Handel platzieren.

Frische Suppen

Bio Bühler aus Kempten im Allgäu hat auf der Anuga frische Suppen im Becher vorgestellt. Die Bio Metzgerei ist mit den drei Sorten Karotten, Tomaten und Kartoffel gestartet. Das ist natürlich erweiterbar. Geschäftsführer Horst Bühler beschränkt sich konzeptionell nicht auf vegetarische Varianten. Ein Qualitätsanspruch steht dahinter.

Die Rohstoffe kommen von Vertragspartnern, die bei Bio-Verbänden Mitglied sind. Beim Preis ordnet er sich in die Phalanx der anderen Hersteller ein. Die Küchenbrüder von der Schwäbischen Alb boten ihre frischen Suppen auf dem Bioland-Gemeinschaftsstand an.

Vegan kommt an

Vegan ist das aktuelles Lebensmittel-Thema. Topas aus Mössingen, seit 20 Jahren mit Saitan auf dem Markt, stellte die neue Linie Veggyness vor. Die Produkte sind als Fleisch- und Wurst-Ersatz für den LEH konzipiert. Je fleischähnlicher die Produkte sind, desto mehr Erfog haben sie“, weiß Marketingchef Stephan Brandmeier.

Helador, der Premium Bio-Hersteller aus Griesheim, war mit lactosefreiem und veganem Eis vertreten. Auch hier war die Stimmung beim ersten Anuga-Auftritt gut. „Die Messe war super. Wir hatten viele neue Kontakte, auch zu Lieferanten“, zog Geschäftsführer Klaus von Sayn-Wittgenstein Bilanz.

Zuspruch für kleine Bio-Hersteller

Das junge Unternehmen Kulau aus Berlin hatte wie Salat Fritz und Proviant Smoo­thies einen kleinen Stand, der großen Zuspruch fand. „Wir hatten viel informative Gespräche. Die Leute waren begeistert“, sagte Lena Keppler vom Marketing. Kokos-Produkte liegen im Trend im Bio-Fachhandel. Außerhalb sind Kokos-Wasser und Kokosblüten-Zucker noch erklärungsbedürftig.

Bio-Rohstoffhändler Naturkost Übelhör war auf dem Naturland-Stand vertreten. „Für uns ist der Kontakt zu Exportkunden das Hauptthema. Wir sind seit 20 Jahren auf der Anuga“, teilt Geschäftsführer Christian Übelhör mit.

Naturland-Mitglied Terra Bio aus den Marken in Italien war mit Pasta, Hülsenfrüchten und Getreide erstmals auf der Anuga. „Für uns hat sich die Messe definitiv nicht gelohnt“, sagt Exportmanagerin Frauke Weissang.

Wechsler Feinfisch aus Erftstadt stellte den ersten fair zertifizierten Fisch aus Öko-Aquakultur vor. Die Räucherforelle wird unter dem Markennamen Bio Mare im Naturkostfachhandel angeboten.

Die Bio-Zentrale beeindruckte mit einem imposanten Auftritt und scheint unter KTG Agrar zu alter Stärke zurückzufinden. Der Messe-Strand war gut frequentiert. Die Mitarbeiter meist im Gespräch.

Bio in allen Anuga-Hallen

Viele Bio-Hersteller hatten ihren Stand auf den jeweiligen Fachmessen in den anderen Hallen aufgebaut. Andechser in Anuga Dairy, Biofino in der Anuga Meat. Der Exportverband German Sweets bot seinen Mitgliedern die Möglichkeit, sich an einem Gemeinschaftsstand zu beteiligen.

Der Bio-Knabberartikel-Hersteller Aroma Snacks aus Amtzell im Allgäu hatte dort seine Zelte aufgeschlagen. „Wir haben hier viele Export-Kontakte gemacht. Der Auftritt hat gefruchtet“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Jochen Krumm.

Rigoni aus Italien stand mit Bio-Marmelade, Nuss-Aufstrich und Apfelsüße auf der Anuga Bread and Bakery bei seinen italienischen Landsleuten. Der Fachgroßhändler Eco-Plus repräsentiert das Unternehmen auf  dem deutschen Markt.

Pain & Traditions backt in Luxemburg und im benachbarten Frankreich Brot nach traditioneller Art. Der Franzose Jeans Kircher kommt mit den Zutaten Bio-Mehl, -Hefe, Wasser und Bio-Saaten aus. Backmittel sind tabu.

Wichtigste Zutat ist die Zeit: Durch lange Teigführung bei Raumtemperatur entstehen Bäcker-Brote, die in Frankreich, der Schweiz, Belgien, Luxemburg und Deutschland an Spitzenrestaurants, Feinkost- sowie Käsegeschäfte, Hofläden und Hotels geliefert werden.

Starker Auftritt

Bio hatte einen starken Auftritt auf der diesjährigen Anuga. Bei 2.200 Ausstellern mit Bio-Produkten von insgesamt 6.800 Messeteilnehmern zählt die Anuga weltweit zu den wichtigsten Bio-Messen. Die hohe Bio-Präsenz ist mehr als einem Jahrzehnt Bemühungen geschuldet.

Was 2001 mit einem ersten Bio-Kongress begann, wurde zwei Jahre später ergänzt mit der Sonderschau Voll-Bio. Der konzentrierte Blick auf ein Bio-Vollsortiment bot tausenden Anuga-Besuchern den Einstieg ins Biosegment.

Ebenso wichtig für die Erfolgsgeschichte war die Erfassung der Bio-Angebote im Messekatalog und im elektronischen Ausstellerverzeichnis. Nur so finden die Besucher den direkten Weg zu den Bio-Angeboten.

Das neue Konzept Anuga-Fachmessen unter einem Dach brachte dann 2007 den Durchbruch mit der Anuga Organic auf der Weltleitmesse für Lebensmittel. Die Kölner konzentrieren einen Teil der Bio-Aussteller in einer Halle. Erstmals auf der Anuga 2013 musste jetzt jeder Anuga Organic-Aussteller durch Unterschrift bestätigen, dass er überwiegend Bioprodukte präsentiert.

Der Bio-Zertifizierer QCI aus Köln war mit der Kontrolle beauftragt. „Die Aufgabe sei schwierig zu erfüllen“, fand der Geschäftsführer Michael Pickel und „die Aussteller haben sich an die Vorgaben gehalten“.

Anton Großkinsky

Bio ist Spitze

Schaukochen auf der Sonderschau Voll-Bio

Die Bio-Spitzenköche Alfred Fahr und Christopher Hinze kochten abwechselnd täglich auf dem Stand der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Bonn im Eineinhalb-Stunden-Rhythmus ein Bio-Gericht. Großer Andrang war ihnen gewiss.

Schnelle, schmackhafte und natürliche Küche mit Bio-Zutaten demonstrierten die Meister am Herd. „Was wir verarbeiten ist von der Sonderschau Voll-Bio. Beste Qualität für besten Geschmack geht nur in Bio“, sagt Hinze.

Die Bio-Spitzenköche Fahr und Hinze zeichneten auch für das Büfett beim Bio-Empfang mit rund 100 Gästen verantwortlich. Sie haben für die Logisitk und das Kochen die Show-Eventköchin Anke Oelstrom aus Berlin beauftragt.

Die Bio-Spitzenköche werden vom Bundesprogramm Ökolandbau der Bundesregierung gefördert. Die Köche beweisen in der Küche, dass nachhaltiges Essen keinen Geschmacks­­verlust bedeutet, sondern eine Verbesserung.

Geschäftsbereichsleiter Dietmar Eiden von der ­Koeln­messe stellte den Gästen beim Bio-Empfang die Zusammenarbeit mit dem bioPress Verlag vor. bioPress macht seit zwölf Jahren Bio auf der Anuga jedem sichtbar.

Geschäftsführungsmitglied Katharina Hamma, seit Ende 2011 bei Koelnmesse, hat sich am Büfett als Bio-Konsumentin geoutet und äußerte sich hoch erfreut über den nachhaltigen Bio-Zuspruch auf der Anuga.

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