Bioland fordert ein Landesprogramm Ökolandbau
Baden-Württemberg soll wieder einen ersten Platz einnehmen
Stuttgart / Esslingen, 8. September 2013 | Im Rahmen der „Gläsernen Produktion“ fand am 8. September auf dem Hinterbauernhof der Familie Braun in Furtwangen-Linach ein sehr gut besuchtes Hoffest mit einem spannenden Rahmenprogramm statt. Diese Gelegenheit nutzte die Vorsitzende des Bioland Landesverbandes, Zilla Fröhlich, zu einem Appell und anschließendem Dialog mit der vertretenen Politik. Neben Alexander Bonde, Minister für den ländlichen Raum Baden-Württemberg, war auch die Bundestagskandidatin Cornelia Kunkis-Becker vor Ort vertreten.
Die Bioland Landesvorsitzende Zilla Fröhlich verwies in ihrem Grußwort auf einen wachsenden Unmut in den eigenen Reihen: „Lieber Herr Minister Bonde, bei uns im Verband macht sich eine zunehmende Enttäuschung über die ausbleibende Unterstützung von Seiten ihrer Landesregierung breit. Bitte nehmen Sie diese Anliegen ernst und lassen Sie uns gemeinsam mit den berufsständischen Vertretern ein Landesprogramm auf die Beine stellen, das unser Bundesland wieder dahin bringt, wo es hingehört: Baden-Württemberg muss nicht nur aufgrund der derzeitigen politischen Konstellation wieder Pionierregion und treibende Kraft für den Ökolandbau werden!“
Fröhlich zeigte sich besorgt über die „Goldgräberstimmung“ in Richtung konventionelle Landwirtschaft und darüber, dass die Stimmung im Land derzeit eher gegen einen Umstieg auf den Ökolandbau spricht: „2.112 verbandsgebundene Betriebe im Land - 1.251 davon bei Bioland - sind keine Zahl auf der wir uns ausruhen sollten. Die heimische Produktion an Bio-Lebensmitteln kann die wachsende Nachfrage nicht befriedigen. Immer mehr Ökoware kommt aus China. Kann dies wirklich gewollt sein? Wir müssen gemeinsam ein politisches Klima schaffen, bei dem Natur- und Artenschutz, „gesunde“ Kreisläufe und unsere ressourcenschonende Form der Landbewirtschaftung mit einem erheblichen Beitrag zum Gewässerschutz zu einer gesellschaftlichen Herzensangelegenheit wird!“
Zilla Fröhlich, die neben dem Landesvorsitz bei Bioland auch die Rolle einer der beiden Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL e.V.) innehat, lobte die auch monetär unterfütterten Bemühungen der Landesregierung im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes. Zudem seien mit dem von der Landesregierung vorgelegten Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“ erste zaghafte Maßnahmen in die richtige Richtung angestoßen worden. Mehr Mut und auch weitere entschlossene Maßnahmen seien jedoch erforderlich, um den heimischen Ökolandbau voranzubringen und die vorhandene Nachfrage nach Ökoprodukten „aus dem Ländle“ zu bedienen.
Fröhlich verwies auf den bereits vor über einem Jahr durch die AÖL e.V. vorgelegten Maßnahmenkatalog, dessen gemeinschaftliche Priorisierung, Ausgestaltung und Umsetzung nun dringend anstehe.
„In Bayern wurde vor gut einem Jahr ein breit angelegtes und finanziell adäquat ausgestattetes Landesprogramm zur Stärkung des Ökolandbaus ins Leben gerufen. Man ist dort mit dem klaren Ziel angetreten, bis in knapp sieben Jahren die Anzahl der Ökobetriebe zu verdoppeln.“
Fröhlich forderte Minister Bonde auf, so eine mutige politische Forderung auch zum Teil des hiesigen Aktionsplans bzw. zum Ausgangspunkt eines vergleichbaren Landesprogramms Ökolandbau zu achen. Laut Fröhlich wäre es dabei eine Selbstverständlichkeit, einen olchenAnsatz gemeinsam mit dem konventionellen Berufsstand zu etwickeln und auszugestalten.
„Wir stehen auch weiterhin bereit und an Ihrer Seite, die Agrar- und Ernährungswende mutig nzupacken“, so Fröhlich abschließend.







