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Der Erfinder von pur

Die Keksfabrik Parlasca beweist mit einer Innovation Bio- und Back-Kompetenz

Pur heißt die Neuentwicklung der Parlasca Keksfabrik in Burgdorf bei Hannover. Der Name ist dabei Programm. Die Bäcker kommen mit wenig Zutaten aus und bringen trotzdem viel Geschmack in den Keks. Auch die Verpackung folgt dem Konzept und konzentriert sich auf das Nötige. „Mit dem Pur-Konzept liegen wir richtig“, meint Georg Parlasca, der das Unternehmen in vierter Generation führt. Das Pur-Gebäck  führte die Keksfabrik im Februar 2010 und die Pur CookieBeans im Februar 2012 ein. Pur wird vom Haus Rabenhorst vertrieben. Parlasca ist als Bio-Marke zwar wenig bekannt, zählt aber zu den großen Bio-Gebäck-Herstellern in Deutschland.

Parlasca ist ein mittelständisches Familien­unternehmen. An der Stadtgrenze der 30.000 Einwohner Stadt Burgdorf in Niedersachsen steht die Keksfabrik. Ein Werksverkauf am Eingang lockt Verbraucher gerade in der kalten Jahreszeit. Das Kernstück ist die Backstraße von 85 Meter Länge. Rund 1.800 Tonnen Kekse werden pro Jahr verpackt. Ein großer Teil des deutschen biologischen Süßgebäckes durchläuft den Ofen. Der Bio-Anteil am Umsatz von 10 Millionen Euro liegt bei rund 70 Prozent.

Das Unternehmen führt die Herstellermarken Parlasca und Pur. Die Stärke sind Private Labels und die Produktentwicklung. Das jüngste Bio-Produkt ist pur. Wenige gute Zutaten, bei denen man die Rohstoffe schmeckt, ergeben ein ursprüngliches Produkt. Dazu ist es noch preiswerter als bei einer langen Zutatenliste. „Normalerweise braucht man zehn bis zwölf Zutaten für einen Keks. Es ist schon länger her, da habe ich mal einen Keks probiert, der wunderbar schmeckte. Der bestand aber nur aus fünf Zutaten“, sagt Parlasca. 

Fünf Zutaten braucht pur

Von daher kam die Idee zu pur. Mehl, Fett, Zucker und Salz braucht jeder Keks. Bei pur kommt noch eine geschmacksgebende Zutat in den Teig. Mehr braucht es nicht. Die Geschmacksrichtungen Zitrone, Haferflocken, Erdnuss, Kakao und Kokos werden produziert. Die einzelnen Sorten unterscheiden sich damit im Geschmack deutlich voneinander. Sie werden zu einem Plektron mit einem kleinen Stern geformt und sind nicht dekoriert, eben pur.

Die Packung vermittelt das Konzept optisch. Pur ist nur in einer bedruckten PE-Folie verpackt. Die Verpackung ist minimalistisch, die Gestaltung klar. Pur mit dem Untertitel feines Bio-Gebäck steht schwarz auf weiß auf der Packungsfront. Pur hat noch einen Stern, der auf die geschmackgebende Zutat verweist. Ein Band in unterschiedlichen Farben nennt die Sorte. Kokos ist zum Beispiel blau. Darunter steht als zentrales Motiv ein Herz. Es steht für die Verbindung zum Produkt.

Am Fuß der Packung ist das Deutsche Bio-Siegel aufgedruckt. Die Kekse sind lactosefrei und eifrei. Ausgelobt wird es nicht. Pur heißt ohne alle Helferlein wie natürliche Aromen und Triebmittel, die auch dem Bio-Bäcker zur Verfügung stehen. „Wir haben nur die physikalischen wie kneten, Teigruhe und backen zur Verfügung. Zeit ist eine Zutat“, nennt Parlasca die Besonderheiten. In dieser Beschränkung erst zeigt sich der wahre Bäckermeister mit handwerklichem Können. Diese Fachkenntnisse sind zum Teil in Vergessenheit geraten.

In der Produktion arbeiten Bäcker. Der Teig wird nach der Ruhezeit in die Maschine gefüllt. Der Gebäckformer mit einer Walze stanzt den Teig aus. Langsam durchlaufen sie den Ofen, damit sie optimal gebacken werden. Danach werden sie abgekühlt, verpackt und gelagert bis zum baldigen Versand. Die Produktion läuft auftragsbezogen.

Naschvergnügen mit Cookie Beans

Neben den pur in Herzform, gibt es die kleinen pur Cookie Beans, also Kekse in Bohnenform. Nur 0,8 Gramm wiegt ein Stück. „Sie werden gegessen wie Erdnüsse“, erläutert Parlasca. Das ist eine neue Form des Naschvergnügens. Das macht Spaß und ist mal eine Abwechslung zu den Chips beim Fernsehabend. Die Packungsgröße ist klein. Wer naschen möchte ohne Schwimmring-Effekt ist hier richtig.

Ein geringes Volumen transportiert weniger Geschmack. Bei den Cookie Beans heißt die Zutatenliste fünf plus Karottensaft, Vanille oder Schokolade, um den Geschmack zu intensivieren. Im pur-Konzept steckt der Bio-Gedanke, mit natürlichen Rohstoffen zu arbeiten und eigene Geschmacksprofile zu schaffen, statt konventionellen Vorbildern nachzueifern. Ein lockeres Gebäck ohne Backtriebmittel in Bio-Qualität aus industrieller Produktion ist eine Leistung.

Das Unternehmen ist klein und dadurch beweglich und schnell. Der Private Label-Kunde wird in die Produktentwicklung einbezogen. Er kommt zum Probebacken und zur Verkostung. „Wirmüssen es schaffen, dem Kunden zu erklären, was wir tun. Jeder Verkäufer kennt sein Produkt, war bei der Entwicklung dabei, weiß wie hergestellt und gelagert wird. Er kennt die individuelle Qualität. Das ist für uns das A & O“, erzählt der Geschäftsführer.

Auch Discounter als Bio-Kunden

„Wir können kleine Mengen ab 500 Kilo kostengünstig produzieren“, weist Parlasca hin. Das können die Gebäck-Riesen nicht unbedingt. Natürlich werden vielfältige Verpackungen geboten. Schlauchbeutel, Beutel mit Clip zum wiederverschließen, Tray, Standbeutel und Schachteln.

1995 trat Georg Parlasca in das Unternehmen ein und beschäftigte sich auch mit Bio. So werden seit zehn Jahren in Burgdorf Gebäcke für die Gepa hergestellt. Unter der Marke Parlasca bietet der Gebäckhersteller vier Bio-Produkte an. Dinkel-Honig-Tiere, Dinkel-Plätzchen, Müsli-Gebäck und Schoko-Heidesand. Das Bio-Sortiment gibt es auch im Mischkarton.

Aldi Süd zählte fünf Jahre zu den Bio-Kunden. Aldi Nord lässt bei Parlasca produzieren. Mit Norma steht ein weiterer Discounter auf der Kundenliste. „Der Discount macht Bio bekannt“, lautet seine Meinung. Auch bioferne Schichten, die ein Naturkostfachgeschäft eher nicht betreten,  kommen so mit ökologischen Produkten in Berührung. Aus Burgdorf kommen Bio-Eigenmarken des LEH, Fachhandel und weiterer Handelsstrukturen.

Parlasca ist aber kein Billig-Spezialist. „Eine ruinöse Preis-Konkurrenz zerstört die Strukturen. Ein Geschäft muss beiden Seiten Spaß machen. Sonst bringt es nichts. Man muss auch mal nein sagen können. Wir machen hier keine Beschäftigungstherapie“, lauten die klaren Wort des Geschäftsführers. In der Kreativität bei der Produktentwicklung und den kundengerechten Lösungen sieht er die Existenzberechtigung seines Unternehmens.

Anton Großkinsky


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