Auszeichnung
Förderpreis Ökolandbau vergeben
Weingut Zähringer und Imkerei Fischermühle ausgezeichnet
Mit gleich zwei Auszeichnungen beim Förderpreis Ökologischer Landbau bestätigt Demeter seine Pionierrolle im Bio-Bereich. In diesem Jahr geht der erste Preis an das Weingut Zähringer, das seit Jahrzehnten auch Ecovin-Mitglied ist. Mit dem dritten Preis wird die Imkerei Fischermühle für ihre wesensgemäße Bienenhaltung und innovativen Projekte für die Insekten geehrt. Zum 13. Mal wurde jetzt der Förderpreis Ökologischer Landbau des Bundeslandwirtschaftsministeriums während der Internationalen Grünen Woche in Berlin verliehen.
Für die biodynamische Demeter-Gemeinschaft steigt mit den Auszeichnungen die Bilanz auf stolze 17 Preisträger. Als erstes CO2-zertifiziertes Weingut Deutschlands kann sich Ecovin- und Demeter-Partner Zähringer über den Förderpreis freuen. Vor mehr als 160 Jahren gründeten Josef und Wilhelm Zähringer im Malteserstädtchen Heitersheim am Rande des Schwarzwaldes das Weingut Zähringer. Nun leitet Ur-Urenkel Wolfgang Zähringer das biodynamische Weingut, Sohn Fabian als sechste Generation steigt gerade ein.
1987 begann die Umstellung auf ökologischen Weinbau nach Ecovin-Richtlinien. Heute kooperieren Demeter und Ecovin, und es gibt viele engagierte Doppel-Mitglieder. Zum Weinhaus Zähringer zählt das Weingut mit zehn Hektar Weinbergen. Hinzu kommen weitere 40 Hektar Reben von 15 Bio-Winzern der Region, die ihre Trauben an Zähringer liefern. Einmalig dürfte diese über Jahrzehnte gewachsene Kooperation im Rahmen der Erzeugergemeinschaft Markgräfler Winzer sein. Alle haben auf auf biodynamischen Anbau umgestellt und sind seit dem Jahrgang 2011 komplett Demeter-zertifiziert.
„Große Weine kommen von den Zähringers, das beweisen viele Auszeichnungen. Der Gault Millau Weinführer 2011 führt Zähringer als Aufsteiger mit Roter Traube. Die Experten loben die ausdrucksstarken Rotweine“, verweisen Ecovin-Geschäftsführer Ralph Dejas und Demeter-Weinkoordinator Friedemann Wecker auf weitere Erfolge der engagierten Winzer.
Der langjährige Geschäftsführer der Demeter-Landesarbeitsgemeinschaft Baden- Württemberg, Johannes Ell-Schnurr, ist stolz darauf, dass gleich zwei baden-württembergische biodynamische Betriebe unter den Preisträgern sind. Die Imkerei Fischermühle als Pionier der wesensgemäßen Bienenhaltung ist schon seit 1985 Lehr- und Versuchseinrichtung des damals gegründeten Vereins Mellifera.
Imkermeister Thomas Radetzki ist auch nach fast 40 Jahren Leben mit den Bienen immer wieder neu fasziniert von ihren Wundern. „Grundlage einer jeden wesensgemäßen Bienenhaltung ist die natürliche Völkervermehrung auf Grundlage des Schwarmtriebes. Wenn das geschieht sind die Bienen so vital, dass auf künstliche Waben verzichtet werden kann. Wir arbeiten mit Naturwabenbau.“ Beides gehört zu den konsequenten Anforderungen an Demeter-Bienenhaltung.
Demeter-Vorstand Stephan Illi hebt besonders hervor, mit welchem Ideenreichtum Radetzki und sein Team bei Mellifera Aktionen rund um die Insekten initiieren: „In genialer Weise haben sie darauf aufmerksam gemacht, wie Agro-Gentechnik Honig mit gentechnisch veränderten Substanzen belastet oder dass industrielle Landwirtschaft Artenvielfalt vermindert, so dass selbst im Sommer Bienen fast verhungern. Das hat viele Menschen alarmiert und bewegt.“ Dank Radetzki und Mellifera gibt es das Netzwerk Blühende Landschaft, das sich für die Nahrungsgrundlagen aller blütenbesuchenden Insekten engagiert.
Längst lassen sich Honig-Genießer von dieser Begeisterung des unermüdlichen Imkers anstecken – und gerade junge Menschen kommen zur Ausbildung auf die Fischermühle. „So sorgen biodynamische Pioniere für Zukunftsfähigkeit”, unterstreicht Demeter-Vorstand Klemens Fischer.







