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Wo Bio zum Erlebnis wird

Torvehallen in Kopenhagen bieten feine Bio-Kost

In den Torvehallen in Kopenhagen wird der Einkauf zum Erlebnis. Erst 2011 öffnete der moderne Glas-Bau für die Kunden. Die Architektur ist kein Abbild klassischer Markthallen, sondern zeitgenössisch. Die Halle schützt einen Teil des Marktplatzes vor Wind und Wetter und wirkt wie eine urbane Einkaufspassage und keineswegs rustikal. 60 Stände, viele davon biologisch oder mit Bio-Produkten, verkaufen Qualitätslebensmittel. Vor der Halle auf dem Israelsplatz ist noch Platz für weitere Marktstände im Freien. Die wöchentliche Frequenz von 60.000 Besuchern kann sich sehen lassen.

In den Torvehallen in Kopenhagen wird der Einkauf zum Erlebnis. Erst 2011 öffnete der moderne Glas-Bau für die Kunden. Die Architektur ist kein Abbild klassischer Markthallen, sondern zeitgenössisch.

Die Halle schützt einen Teil des Marktplatzes vor Wind und Wetter und wirkt wie eine urbane Einkaufspassage und keineswegs rustikal. 60 Stände, viele davon biologisch oder mit Bio-Produkten, verkaufen Qualitätslebensmittel. Vor der Halle auf dem Israelsplatz ist noch Platz für weitere Marktstände im Freien. Die wöchentliche Frequenz von 60.000 Besuchern kann sich sehen lassen.

Die Torvehallen sind licht und hell, die Gänge großzügig breit. Nicht weit vom Eingang  betreibt Il Fornaio  Bottega einen Stand mit biologischen italienischen Backwaren und Bio-Feinkost wie Pesto, Pasta und Grissini. Mit Jord hat sich ein biologischer Fruchthändler in den Hallen niedergelassen. Wild-Wonders-Tomaten von Eosta aus den Niederlanden, frische Topfkräuter, Karotten, Kohlrabi und Beeren sind zu haben. Bunt und verführerisch sieht die ausgelegte Ware aus.

Schumacher destilliert Bio-Branntwein. Mit Orange, Chili und Zitrone werden die Brände verfeinert. Rund 23 Euro muss der Kunde für den 38prozentigen Genuss berappen.

Der Mejeriudsalg ist ein Milchgeschäft und führt die weiße und die gelbe Linie. Ein wahres Käseparadies eröffnet sich dem Genießer. Kuhmilch-Käse, Ziegenkäse, Weichkäse, Schnittkäse, Hartkäse: Der Stand bietet Fülle. Die Preisspanne reicht von 2,50 Euro bis fünf Euro für 100 Gramm. Auch die Thise Mejeri ist mit ihrem Sortiment vertreten. Die zweitgrößte Bio-Molkerei Dänemarks hat vor einigen Jahren den Sprung auf den deutschen Mark geschafft.

Aalbäk Spezalitäten präsentiert sein erfolgreiches biologisches Wurst-Sortiment in den Torvehallen. Die neuartige Ziegen-Chorizo gab es zum Probieren. Sie enthält einen Anteil an Rindfleisch und ist gewiss eine Spezialität, die man nicht jeden Tag auf dem Teller hat. Die Dänen schätzen Wurst wie die Deutschen. Sie hat einen ähnlichen Stellenwert auf dem Speiseplan. 

Södt bietet feine biologische Süßwaren. Hinter Södt stehen zwei Hersteller, die eine gemeinsame Marke mit stilvoller Verpackung für den Feinkosthandel geschaffen haben. Für Supermärkte führen sie eine eigene Marke. Die Verpackung hat dann eine ökologische Anmutung. Zwei 170 Gramm-Tafeln bilden eine Verkaufseinheit für umgerechnet 17 Euro. Das entspricht fünf Euro für 100 Gramm.

Der Bio-Kakao, der zu Schokolade verarbeitet wird, stammt aus Peru. Die Bitter-Note ist bei diesem Kakao nicht sehr ausgeprägt. Lakritz steht bei den dänischen Konsumenten hoch im Kurs. „Lakritz ist sehr populär. Die Dänen lieben das“, erläutert die Verkäuferin. Schokolade, Pralinen, Bonbons und Erdnüsse mit Lakritz stehen im Regal. Das junge Unternehmen Black hat sich auf Bio-Lakritz  spezialisiert. Auffällig sind die schwarzen Schachteln im puristischen Design. 

Maya Yumoto vom Cafe Rosa setzt für ihre phantasievollen dekorierten Kuchen biologisches Mehl und Milchprodukte ein. „Etwa die Hälfte meiner Zutaten sind biologisch“, gibt sie  Auskunft. Der Name Rosa kommt von einem Kuchen, den sie gerne bäckt. Das Cafe könnte von Pipi Langstrumpf gestaltet sein. Maya Yumoto kommt tatsächlich aus Schweden, hat aber japanische Wurzeln.

Vor einem halben Jahr ist der Imbiss Paläo eingezogen. Inhaber Christian Boceall orientiert sich an der Steinzeit-Ernährung, wie der Name verrät. Dieser Ess-Stil kommt aus den USA. Das Paläo pflegt das allerdings nicht puristisch, sondern bietet Stadtmenschen wenig verarbeitete Lebensmittel an. Rohkostsalate, frisch gepresste Säfte und Eier eignen sich für jeden. „Wir verwenden fast ausschließlich biologische Zutaten“, gibt der Inhaber zu verstehen. Klar, in der Steinzeit gab es keine Agrarchemie und keine Zusatzstoffe. Zertifiziert ist er allerdings nicht.

Vor den Torvehallen sind klassische Marktstände aufgebaut. Le Pinard heißt ein Stand mit französischen Öko-Weinen. Der Platz im Freien ist günstiger als in der Halle. „Wir ziehen es vor, das Geld an die Winzer zu bezahlen als für einen schicken Verkaufsraum“, erklärt Maria Gill. Von Mittwoch bis Samstag verkauft Gill Weine in der Preisklasse von zehn bis 50 Euro. „Wir haben nicht nur Wein für Menschen mit viel Geld“, sagt siel.

In den Torvehallen gibt es ein vielfältiges Bio-Angebot mit Wurst, Käse, frischen Backwaren, Süßwaren, Obst, Gemüse und Wein. Bio wird in einem stilvollen Ambiente präsentiert und lässt den Einkauf zum Erlebnis werden.

Anton Großkinsky


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