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bioPress kürt Top 25 Olivenöle

Titone aus Sizilien schmeckte der Jury am besten

58 extra native Bio-Olivenöle hatten 44 Anbieter beim zweiten bioPress OliveOil Award eingereicht. Die Top 25 bekamen eine Auszeichnung. Nur 15 stellten sich als defekt heraus. Das sind rund ein Viertel. 2011 waren es über 40 Prozent. Nach Aussage von Juror Horst Schäfer-Schuchardt liegt die durchschnittliche Rate der Defekte bei 40 Prozent und mehr. Das spricht für die Qualitätsarbeit der Bio-Olivenöl-Hersteller. 24 italienische, elf spanische, elf griechische, vier tunesische, drei französische, drei portugiesische und zwei türkische Bio-Olivenöle schickten die Hersteller ins Rennen.

Das sizilianische Titone Valli Trapawesi mit geschütztem Ursprung (DOP) hat in der Kategorie der intensiv fruchtigen Öle den Lorbeerkranz davon getragen. 9.1 von zehn Punkten vergab die Jury. Auf dem zweiten Platz landete mit glatten neun Punkten das zweite Titone Öl.

Auf Platz drei war das Ol Premium aus Spanien. Die Ölbäume der Sorte Hojiblanca stehen in  Andalusien. bioPress hat das Öl auf der Messe Espanaoriginal in Ciudad Real entdeckt. Es war dort eindeutig das beste Öle und behauptete sich im internationalen Wettbewerb. Bei den intensiv fruchtigen Ölen kamen noch drei Italiener unter die Top 25. Der intensive Bereich war eine italienische Domäne.

Italienischer Doppelsieg

Bei den mittelfruchtigen Ölen gab es wieder einen Doppelsieg für italienisches Bio-Olivenöl. Das Marcinase ein geschütztes DOP-Öl aus Apulien war erster vor der Masserie di Santeramo ebenfalls aus Apulien, der Hauptanbauregion in Italien für Oliven. In Deutschland wird das Öl vom Reformwaren-Großhandel Claus aus Baden-Baden vertrieben.

Auf Platz drei landete wieder ein spanisches Öl. Von den mittelfruchtigen waren acht weitere unter den Top 25, darunter das von Johann Lafer aus Italien im Vertrieb von Rila Feinkost und das Bläuel aus Griechenland.

Bei den leicht fruchtigen Bio-Olivenölen taten sich die deutschen Anbieter hervor. Byodo hatte mit italienischem DOP-Öl die Nase vorn. Platz zwei machte Naturata mit einem portugiesischen Demeter-Öl, und BioGourmet kam mit einem griechischen Olivenöl auf Rang drei. Bei den leichtfruchtigen Bio-Olivenölen schafften es vier weitere unter die Top 25. Die Naturkostmarke Naturata war hier mit einem griechischen Demeter-Öl dabei und Eco Plus mit einem italienischem Bio-Öl.

Bezahlbare Bio-Spitzenöle

Zu den Ölen gibt es auch Küchentipps von den Experten. Denn Olivenöl steht nicht für sich allein, sondern veredelt als Zutat die Speisen. Zum Titone passt Fisch vom Grill. Zum spanischen Ol premium empfiehlt die Jury Bruschetta, Schinken auf  Weißbrot mit Parmesan darüber.

Wer das Siegeröl von Titone kosten will, zahlt im Geschäft zwischen 20 und 23 Euro für den halben Liter. Die Sizilianer lassen sich ihr Können gut honorieren. Das portugiesische Risca Grande von Naturata ist mit neun Euro für den halben Liter bezahlbar. Die Bio-Öle liegen bei rund acht Euro für den halben Liter, sind also erschwinglich. Das Zweitplatzierte Olivenöl von Masserie di Santeramo kostet bei Bezug über Claus den Endkunden günstige 7,49 Euro.

Die Hersteller dürfen mit der Auszeichnung werben. Vorlagen für Anhänger und Aufkleber liefert der bioPress-Verlag. Das Urteil der Experten ist eine Richtschnur für Handel und Verbraucher. Vor einem Regal mit vielen Flaschen Bio-Olivenöl steht der Verbraucher doch recht ratlos. Nicht jeder Einzelhändler hat einen Olivenöl-Kenner unter seinen Angestellten.

Im Herbst wird bioPress einen Olivenöl-Seminar-Termin bekannt geben für die Olivenöl-Geschmacksschulung von Kaufleuten und Einkäufern, die sich selbst mehr Kenntnisse über die Olivenöl-Qualität aneignen wollen. Alle Stufen der Beschaffung und Vermarktung werden hierzu eingeladen. Voranfragen an den Verlag (em@biopress.de) sind schon jetzt erwünscht, um das Interesse auszuloten.

Anton Großkinsky


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