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Fairtrade zum Muttertag

Immer mehr Verbraucher legen Wert auf verantwortungsvollen Konsum

Wer am Muttertag „Danke“ sagen möchte, greift gerne zu Süßem oder einem Strauß Blumen. Ob Schokolade oder Rosen, Geschenke aus Fairem Handel machen nicht nur den Müttern hierzulande Freude. Denn bei Fairtrade erhalten die Produzenten in den Herstellerländern des Südens gesicherte Preise und eine zusätzliche Prämie für Gemeinschaftsprojekte.

„Fairtrade gibt mir eine zweite Chance im Leben. Als ich hier auf der Blumenfarm ankam, hatte ich nichts. Durch Fairtrade habe ich einen sicheren und gesunden Arbeitsplatz gefunden. Die Fairtrade-Prämie ermöglichte mir, nochmals zur Schule zu gehen und mich weiterzubilden. Jetzt kann ich für mich und meine Familie aufkommen“, sagt Sylvia Chepkemboi Tanui, Blumenarbeiterin im kenianischen Kericho. Immer mehr Verbraucher legen Wert auf verantwortungsvollen Konsum und achten beim Einkauf auf das Fairtrade-Siegel. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 18 Prozent auf rund 400 Millionen Euro. Die Auswahl für faire Geschenke zum Muttertag ist groß: Rund 2000 Fairtrade-Produkte sind inzwischen erhältlich.

Die große Nachfrage nach der Königin der Blumen kann der heimische Anbau nicht decken. 80 Prozent der Rosen, die in Deutschland verkauft werden, müssen importiert werden. Rund die Hälfte davon aus Kenia. Fairtrade ermöglicht den vielen Pflückerinnen bessere Arbeits- und Lebensbedingungen. Die internationalen Fairtrade-Standards beinhalten soziale und ökonomische Richtlinien wie Mutterschutz, Versammlungsfreiheit sowie direkte, langfristige Handelsbeziehungen.

Auch ökologische Aspekte gehören dazu, darunter der sparsame Umgang mit Wasser und die schrittweise Reduzierung von Pestiziden. Obwohl sie per Flugzeug nach Deutschland transportiert werden, weisen sie eine bessere Ökobilanz auf als Rosen aus europäischen Gewächshäusern, denn durch das durchgehend warme Klima entfällt die energieaufwändige Beheizung der Treibhäuser. Der Erfolgskurs von Fairtrade-Rosen ist beachtlich: Über 80 Millionen Stiele wurden 2011 verkauft. Mit knapp sieben Prozent Marktanteil haben sich Blumen aus Fairem Handel am deutschen Markt etabliert.

Fairtrade-Botschafterin Cosma Shiva Hagen überzeugte sich im April selbst von den positiven Auswirkungen von Fairtrade. Die Schauspielerin besuchte Blumenfarmen in Kenia und zeigte sich von den Projekten und Menschen beeindruckt: „Es ist symbolisch sehr schön, dass man, wenn man seiner Mutter zum Muttertag Fairtrade-Rosen schenkt, gleichzeitig dazu beiträgt, dass auch die Mütter hier in gewisser Weise beschenkt werden.“

Der faire Kaffee frisch gebrüht, dazu Brötchen mit Fairtrade-Honig und -Schokobrotaufstrich und für den Energieschub eine faire Banane: Ein Muttertags-Frühstück eignet sich nicht nur als Überraschung für Mamas, sondern auch als Aktion im Rahmen der Kampagne Fairtrade-Frühstück. Bis zum 20. Mai ruft TransFair bundesweit dazu auf, bewusst mit fairen Produkten in den Tag zu starten und so ein Zeichen für mehr Fairness zu setzen. Auch SchauspielerHannes Jaennicke ist von der Fairtrade-Idee überzeugt: „Deshalb kaufe ich alles, was nur irgendwie geht, mit dem Fairtrade-Siegel“. 

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