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Fischfang

Naturland zeigt Alternativen auf

Mehr Vielfalt bei Öko- und Wildfisch auf der Boston Seafood

Öko-Fisch holt im Angebot und der Vielfalt immer weiter auf. Dies belegt Naturland auf der größten Fisch-Messe Nord-Amerikas, der International Boston Seafood die vom 11. bis 13.März 2012 stattfindet.  Rund 142 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte werden pro Jahr gefangen. Die eine Hälfte stammt aus Flüssen, Seen und Meeren, die andere aus teils höchst problematischen Aquakulturen. Vor allem die marinen Bestände werden bedrohlich knapp: Ein Drittel der Bestände gilt als deutlich überfischt. Naturland engagiert sich für nachhaltige Lösungen in Fischzucht und Fischfang.

Der Öko-Verband plädiert an den Handel, durch verantwortungsbewusste Listung von Fisch und Meeresfrüchten seinen Einfluss auf die teils verheerenden ökologischen und sozialen Bedingungen di-ses Wirtschaftszweiges geltend zu machen. „Noch nie gab es so viele Alternativen aus nachhaltigem Fischfang und ökologischer Aquakultur. Neue Projekte mit Thunfisch und Hering nach unseren Richtlinien für Nachhaltige Fischerei sind im Zertifizierungsprozess.“, berichtet Naturland Präsident Hans Hohenester.

Erzeugung, Verarbeitung und Export von Fisch und Meeresfrüchten sind für rund 100 Millionen Menschen die wichtigste Einkommensquelle. Oft gehören sie zu den ärmsten Bevölkerungsgruppen in Ländern des Südens und sind umso dringender auf den Erhalt der Bestände angewiesen. Naturland hat 2007 seine Wildfisch Richtlinien für Nachhaltigen Fischfang aufgestellt und in Tansania mit Partnern ein Pilotprojekt realisiert. Dabei geht es um die nachhaltige Bewirtschaftung der Nilbarschbestände im Viktoriasee und die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von mehr als 1.000 Fischern.

Für Naturland gehören der Umwelt- und der Sozialgedanke zusammen. Der Nilbarsch ist das erste Produkt mit dem Naturland Wildfisch Zeichen. Noch in diesem Frühjahr können zwei weitere Arten folgen. Mit Hering aus der Ostsee kann eine Sensibilisierung für den nachhaltigen Fischfang von heimischen Fischarten erfolgen. Im Zertifizierungsprozess befindet sich außerdem Skipjack-Thunfisch, der auf den Malediven noch von Hand statt mit Netzen  gefangen wird.

Ohne die gezielte Nachzucht von Fischen und Meeresfrüchten ließe sich die weltweite Nachfrage längst nicht mehr decken. Mit den Richtlinien für Ökologische Aquakultur hat Naturland Pionierarbeit geleistet und war maßgeblich an der Entstehung der EU-Bio-Verordnung für Aquakultur beteiligt. Naturland zertifizierte Fisch-Farmen gibt es heute in mehr als 20 Ländern. Sie müssen strenge Richtlinien erfüllen, die bereits bei der Standortwahl beginnen.

Für den Verbraucher sind die Produkte zum einen attraktiv, weil sie unter umwelt-, tier- und menschenfreundlichen Bedingungen entstehen. Zum anderen ist immer häufiger die Tatsache kaufentscheidend, dass bei der Aufzucht auf Gentechnik, Antibiotika, Wachstumsförderer, Hormone und Chemikalien und bei der Verarbeitung auf Phosphat, Sulfite und andere Zusatzstoffe verzichtet wird. Seit Jahren wird eine vielfältige Auswahl an ökologisch gefarmten Fischen und Meeresfrüchten zertifiziert: Führend sind dabei Lachs und Shrimps, aber auch Forelle, Tilapia, Pangasius, Wolfsbarsch und Dorade erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Über die Zukunft der Fischerei und Aquakultur entscheidet letztlich die Ge-sellschaft mit dem Kauf an der Ladentheke. Aber auch der Handel kann durch gezielte Informationen den Verbraucher für das Thema sensibilisieren.


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