Start / Ausgaben / BioPress 68 - August 2011 / Bio Ente aus Dänemark

Bio Ente aus Dänemark

Artgerechte Haltung genießt bei Dansk And Priorität

Dansk And Aps aus dem Nordwesten Dänemarks mästet 900.000 Enten im Jahr, davon 100.000 nach den Methoden des biologischen Landbaus. Artgerechte Haltung mit viel Platz und ausgewogene Fütterung sind die wichtigen Faktoren bei der Bio-Entenmästerei. Sechs Mäster und eine Brüterei auf der Insel Fünen gründeten Dansk And (dänische Ente). Martin Daasbjerg ist Geschäftsführer des landwirtschaftlichen Unternehmens und gleichzeitig der einzige Mäster von Bio-Enten. Die Rückverfolgung der Ware ist auf diese Weise einfach. In Dänemark obliegt die Bio-Zertifizierung dem Staat, der die Bio-Landwirte auch kontrolliert. Als erstes Land der Welt führte Dänemark 1987 ein Gesetz für den Bio-Landbau ein. Die Bio-Produkte tragen das rote staatliche Gütesiegel. Entsprechend hoch ist auch der Bio-Anteil im Lebensmittelabsatz mit knapp über sieben Prozent, also doppelt so viel wie hierzulande.


 

Im Nordwesten Dänemarks am Limfjorden betreibt der 59jährige Martin Daasbjerg seinen Bio-Hof, der sich über 150 Hektar erstreckt. Der Startschuss für die dänische Bio-Enten Zucht fiel 2008. Im Jahr wurden insgesamt 57.000 Bio-Enten erzeugt. Hiervon 18.000 acht Wochen alte und 39.000 14 Wochen alte Schlachttiere. Dansk And ist darauf ausgerichtet auch den LEH zu beliefern und für den Export gerüstet.

Bereits nach einem Tag kommen die Küken von der Brüterei zu ihm in den Stall. Im frisch eingestreuten Stall herrscht eine Temperatur von 34 Grad Celsius. Während der Einstallung wird mit den Tieren gesprochen. In den ersten Tagen werden die Enten mindestens alle drei Stunden rund um die Uhr besucht.


„Die Entlein genießen es, wenn wir mit ihnen Reden. Wir spüren und fühlen, dass es Ihnen gut geht und von Stress ist bei ihnen nichts zu spüren“, betont Daasbjerg. Seit 1999 ist Daasbjerg Bio-Landwirt. Neben der Geflügelhaltung baut er Bio-Kartoffeln, Bio-Getreide und Bio-Wein an. Im Sommer führt der Bio-Landwirt Besucher über den Hof und erklärt die Bio-Landwirtschaft.

Bio-Küken werden abgehärtet

So früh wie möglich wird die Temperatur im Stall gesenkt, um die Küken für das Leben im Freien abzuhärten. Durch die kühlere Temperatur wird die Entwicklung der Daunen angeregt. Dies gilt auch für einen Schutz-Mechanismus, den die Wasservögel von Natur aus mit sich bringen, eine Fettdrüse am Hinterteil. Das Fett wird von den Enten selber in die Daunen eingerieben und bewirkt eine Form von Regenschutz. Sobald die Federn eingefettet sind, läuft das Wasser leichter ab und die Enten bleiben trocken. Würde das Wasser nicht ablaufen, würden sie auskühlen und sterben.

Nach wenigen Tagen im ersten Stall ziehen die Jungtiere um. Sie kommen in einen Stall mit einer so genannten Veranda. Das sind Ställe mit mehreren Toren an der Seite des Gebäudes, die aufgemacht werden. Ab jetzt können die Enten selbst entscheiden, ob sie drinnen oder draußen auf den mit Gräsern bewachsenen Außenflächen sein möchten. Neben den Gräsern leben auf den Außenflächen viele Insekten. Die Jungtiere fressen sie wegen des hohen Eiweißgehalts mit großer Begeisterung.


Nach zwei bis drei Wochen werden die Jung-Enten auf die offenen Außenflächen gebracht. Von jetzt an befinden sie sich 24 Stunden im Freien. Diese Außenflächen sind mit Klee, Gräsern und Kräutern bewachsen. Zusätzlich befinden sich auf den Außenflächen Wasserquellen, die kleine Teiche und Tümpel bilden. Die Wasserstellen brauchen die Enten, um das Gefieder zu putzen.

Netze halten Raubvögel ab

Bei einigen Tieren wie Füchsen und Greifvögel stehen Enten ganz oben auf der Speisekarte. Deshalb sind über den Außenflächen Nezte gespannt, die Angriffe von Raubvögel verhindern sollen. Entlang der Seiten wurden große Steine und Zäune in der Erde eingegraben, um den Fuchs fernzuhalten. Würden diese Schutzmaßnahmen nicht ergriffen, dann wären die Außenflächen sehr schnell leer.

Die Enten von Daasbjerg haben viel Platz. Während der ersten Tage im Stall ist es ein Quadratmeter. Auf den großen Außenflächen von rund 20 Hektar stehen jeder Ente mehr als zehn Quadratmeter zur Verfügung. Eine große Vielfalt an Gräsern und Kräutern werden zum Teil extra ausgesät, um dem Federvieh eine große Schüssel gemischten Salat zu bieten. Diese Fütterung und der Auslauf schlägt sich in der Qualität des Fleisches nieder. Das Ergebnis ist eine Ente, mit einem hohen Fleisch-Anteil und einem niedrigen Fettgehalt. Die Kennzeichen einer Bio-Ente ist eine helle Haut mit dunkler Farbe in der Oberschenkelmuskulatur sowie eine schöne Brust mit viel Fleisch.


Wenn der Tag kommt und die Enten nach acht bis 14 Wochen ihr Schlachtalter erreicht haben, legt Dansk And großen Wert auf einen schonenden Transport.

Die Bio-Enten werden per Hand eingefangen. Danach werden sie in Transportkisten gepackt. Gesetzlich dürfen die Kisten mit 45 Kilo beladen werden. Bei Bio-Enten kommen nur 23 Kilo in die Transportkiste. Dadurch haben die Tiere genügend Platz während des Transportes. Bei zu viel Platz würden sie hin und her rutschen und sich im schlimmsten Fall dabei verletzen.Der sorgsame Umgang führt dazu, dass das Fleisch eine hohe Qualität erreicht.

Die Bio-Enten aus Dänemark gibt es tiefgefroren und frisch. Neben ganzen Tieren werden Teilstücke angeboten, wie die beliebte Entenbrust oder Keulen. Dansk And gibt auf der Internetseite auch eine Reihe von Rezept-Tipps. „Wir meinen, dass man das Gute Leben unserer Enten schmecken kann“, sagt Daasbjerg.

Anton Großkinsky


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