Start / Ausgaben / BioPress 66 - Februar 2011 / Eier von glücklichen Hühnern

Eier

Eier von glücklichen Hühnern

Hoher Bio-Anteil bei einem weiter wachsendem Markt

Der Verbraucher hat beim Stichwort Bio-Eier glückliche, scharrende Hühner vor Augen und greift im Supermarkt gerne zu. Der Bio-Anteil liegt bei Eiern mit acht Prozent weit über dem von Geflügel-Fleisch von nicht einmal ein Prozent und rund drei Prozent Bio-Anteil am Lebensmittelmarkt. Kein Supermarkt kommt mehr ohne Bio-Eier aus. Das Produkt ist ein Pflichtartikel geworden und ein Aushängeschild für Bio. Den LEH versorgt zu einem großen Teil Wiesengold aus Twistringen. Heidegold aus Finteln in Niedersachsen bedient den Discount. Im Naturkostfachhandel sind die Biohennen aus Bayern national vertreten.


Foto: Wiesengold

Die Bio-Legebetriebe werden durch die Zertifizierer und KAT geprüft. Der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltung ist kein Papiertiger. Die Kontrolleure prüfen nicht allein die Dokumente, sondern nehmen die ganze Kette vom Futter bis zur Packstelle unter die Lupe und decken regelmäßig Unregelmäßigkeiten auf. Der Handel verlangt den KAT-Stempel, sonst hat ein Bio-Betrieb keinen Marktzugang. Die dominierende Verpackung in Bio ist der Sechser-Karton. Der traditionelle Zehner-Pack ist zum Beispiel bei Aldi zu finden.


Foto: Wiesengold
Bei Bio-Eiern ist Wiesengold Landei führender Lieferant in Deutschland. Geschäftsführer Heinrich Tiemann nahm 2010 den internationalen Tierschutzpreis „Das Goldene Ei“ der Albert-Schweitzer-Stiftung für ihre vorbildliche Tierhaltung entgegen.

Der Unternehmer aus Twistringen in Niedersachsen hat eine bemerkenswerte Leistung aufzuweisen. 1996 stell­te der gelernte Kaufmann erste Ställe auf den ökologischen Landbau um, dann den elterlichen Bauernhof. Bio-Legehennen genießen ein artgerechtes Leben, mit viel Auslauf und Bio-Futter ohne Gentechnik. Tiemann war damals Pionier in der Bio-Geflügelhaltung.

Mit dem Tierschutzpreis „Das Goldene Ei“ wurde speziell die Verarbeitung von Bio-Eiern gewürdigt, als bemerkenswertestes Produkt der Bio-Eierlikör. Auch Soleier werden angeboten. Für Gastronomie, Bäcker und Konditoren sind Vollei, Eiweiß und Eigelb erhältlich. Hauptgeschäft sind Bio-Eier für den Lebensmitteleinzelhandel.

„Der Preis, über den ich mich sehr freue, ist eine hohe Auszeichnung für unsere jahrzehntelange Arbeit. Tierschutz wird immer wichtiger. Der Verbraucher fragt heute gezielt nach den ethischen Grundsätzen bei der Haltung von Nutztieren. Und nicht zuletzt schätzen unsere Kunden, wie wir aus vielen Reaktionen wissen, dass sich die artgerechte Tierhaltung auch positiv auf den Geschmack unserer Produkte auswirkt“, erklärte Tiemann bei der Preisverleihung in Berlin.


Foto: Wiesengold
Im Bio-Fachhandel sind die Biohennen aus Vohburg/Bayern stärkste Kraft. Die Richtlinien der Biohennen orientieren sich an den Bio-Suisse-Vorschriften. Nur 4,5 Hennen pro Quadratmeter sind erlaubt, die EU-Ökoverordnung gestattet sechs.

Maximal zwei Herden mit je 3.000 Tieren sind pro Stallgebäude zulässig, wie Vorstandsvorsitzender Walter Höhne erläutert. Durch Abtrennen von Abteilen in größeren Gebäuden kommen manche Bio-Hühnerhalter auf Bestände von 20.000 Tieren.

Das Futter beziehen Biohennen aus der Region von Betrieben die Mitglied bei einem Anbauverband sind. Verbandsware erhöht nach den Erkenntnissen der Biohennen auf jeden Fall das Vertrauen des Handels und des Kunden ins Produkt. Die Legebetriebe arbeiten nach dem Programm „regional und fair“ des Anbauverbands Biokreis. Das Logo zeigt den Käufern, dass das Produkt von hier kommen und faire Preise bezahlt wurden.


Foto: Wiesengold
Den Marktanteil in Bayern beziffert etwa 25 Prozent. Von den tatsächlich in Bayern erzeugten Bio-Eiern etwa 75 Prozent. „Das Angebot ist nicht ausreichend und kann vermutlich um 10 bis15 Prozent jährlich gesteigert werden. Die Zuwachsraten für Bio Massenware wird fallen, während der Handel vermehrt nach besseren Qualitäten fragen wird“, prognostiziert Höhne.

Als Premium-Marke ist Ei.Q konzipiert. Vier Bauernhöfe, die nach Bioland-Richtlinien arbeiten, vermarkten ihre Produkte im Vierer- und Sechserpack. Abgepackt und vertrieben werden die Eier von Hephata in Hessen, bekannt durch Alsfelder BioFleisch. In den Kartons ist nicht Bio für alle, sondern das besondere Ei von Familienhöfen.

Anton Großkinsky


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