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Newcomer Lobetaler Bio-Molkerei startet mit 12 Produkten

Ayran und Dickmilch - Soziale Milchwirtschaft – Bioproduktion mit behinderten Menschen

Anfang Januar startete erstmals die Produktion, jetzt präsentiert sich die neue Lobetaler Bio-Molkerei auf der BioFach mit zwölf Produkten. Alle stammen aus der Region Berlin-Brandenburg und damit kommt der erste Bio-Joghurt aus Nordost von Lobetaler Bio. Neben zwei Naturjoghurts, fünf Fruchtjoghurts, Saurer Sahne und Schlagsahne sowie Weichkäse mit Weißschimmel bietet Lobetaler Bio auch zwei Produkte, die auf dem Biomarkt bisher Seltenheit genießen: Ayran und Dickmilch.

Das aus Fernost bekannte Erfrischungsgetränk Ayran gibt es nun mit Lobetaler Bio auch in Bio-Qualität. Die stichfeste Dickmilch kennen viele noch aus Großmutters Zeiten. Auch als Stockmilch bekannt, wird die säuerliche, leicht auf der Zunge „kitzelnde“ Dickmilch in Südhessen gern mit Zimt und Zucker gegessen. Die Norddeutschen genießen sie mit Zucker und eingebröseltem Schwarzbrot. 

Die fünf Fruchtjoghurts gibt es in den Sorten Erdbeere, Pfirsich-Maracuja, Mango-Vanille, Vanille und Schwarze Johannisbeere. Besonderheit hierbei ist der hohe Fruchtanteil. „In unserem Fruchtjoghurt stecken rund 12 % Frucht und richtige Stückchen – gesetzlich vorgeschrieben sind nur 6 %. Auf zusätzliche Aromen können wir ganz verzichten.“, so Molkereileiter Michael Kuper.

Die beiden Naturjoghurts gibt es mit 1,5 und 3,7 Prozent Fettanteil. Besonderheit ist seine Cremigkeit. Die Milch stammt aus den eigenen Landwirtschaftsbetrieben der Hoffnungstaler Anstalten Lobetal, zu denen Lobetaler Bio gehört. 

Die neue Bio-Marke wird zunächst in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen und Teilen Sachsen-Anhalts in den Naturkostfachhandel ausgeliefert. Dies über die Bio-Großhändler Terra Naturkost und Naturkost Erfurt.

Innovative ökologische Verpackung: mit Kreide - ohne Aluminium

Recyclingfähigkeit, Gewicht, Material: alles Faktoren, die bei einer ökogerechten Joghurt­verpackung eine Rolle spielen. Zeit für eine Innovation. So bestehen die Becher von Lobetaler Bio zu 56 Prozent aus Kreide. Der Kunststoffanteil konnte so um fast die Hälfte gesenkt werden. Auch ließ sich der Materialeinsatz erheblich reduzieren und der Becher ist trotz guter Stabilität etwa 30 Prozent leichter, als herkömmliche Becher. Auf Etiketten konnte komplett verzichtet werden, gedruckt wird auf den Kalkbecher direkt. Auch der Deckel besteht aus der Kreidemischung – und so kommt der Becher ganz ohne schwer abbaubares Aluminium aus. 

Über Lobetaler Bio

Anfang Januar startete die „Lobetaler Bio-Molkerei“ erstmals ihre Produktion. Damit bietet sie der bundesweiten Biolandschaft erstmals einen regionalen Biojoghurt aus Nordost. In nur acht Monaten Bauzeit entstand der 1.512 m2 große Molkereibetrieb auf dem Gelände der Hoffnungstaler Werkstätten gGmbH in Biesenthal. Investiert wurden 2,9 Millionen Euro. Zu Beginn verarbeitet der Betrieb 1,6 Millionen Liter Milch jährlich, nach zwei Jahren soll das Volumen auf 4 Millionen Liter steigen. Die 1,6 Millionen Liter Milch stammen aus den eigenen Landwirtschaftsbetrieben der Hoffnungstaler Anstalten.  

Soziale Milchwirtschaft – Bioproduktion durch Menschen mit Behinderungen

 „Lobetaler Bio steht für soziale Milchwirtschaft“, sagt Molkereileiter Michael Kuper, der das Bauvorhaben konzeptionell von der Planung bis zur Umsetzung mit begleitet hat. Insgesamt sollen hier nach zwei Jahren 60 Menschen mit Behinderungen einen Arbeitsplatz finden, darunter 24 in der Molkerei und 36 in Zulieferung und Logistik.  Derzeit arbeiten 14 Menschen mit Behinderungen in der Molkerei sowie vier weitere Mitarbeiter. Geschult wurde das Personal durch eine Lehrmolkerei mit Ausbildungen in Hygiene-, Produkt- und Prozessabläufen. Der Betrieb fördert die regionale Biolandwirtschaft, alle Produkte sind EU-Bio und Naturland zertifiziert. 

Bio-Schaumolkerei mit Café

Besonderheit des Produktionsbetriebes ist, dass durch große Glasflächen den Besuchern Einblick in die Tagesproduktion ermöglicht wird. Schaustücke des Betriebes sind die Produktionshalle für Käse, in dem dieser von Hand verarbeitet wird, sowie die Joghurtproduktion. Zur Schaumolkerei gehört auch der Milchladen der Lobetaler Bio-Molkerei mit einem angeschlossenen Café-Bereich, der im Frühjahr eröffnet wird. 

Lobetaler Bio gehört zu Hoffnungstaler Werkstätten

Die Lobetaler Bio-Molkerei ist ein Betriebszweig der Hoffnungstaler Werkstätten gGmbH, die wiederum eine hundertprozentige Tochter des Hoffnungstaler Anstalten Lobetal ist und zum Verbund der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel gehört.

Sie finden die Lobetaler Bio-Molkerei auf der BioFach Halle 6/6-351.

Veranstaltungshinweis BioFach Kongress 2010:

Lobetaler Bio – Fallbeispiel einer nachhaltigen Regionalentwicklung

Einer der größten sozialen Arbeitgeber Brandenburgs geht neue Wege. Mit dem Bau einer eigenen Molkerei veredeln die Hoffnungstaler Werkstätten die Milch ihrer Landwirtschafts­betriebe selber, schaffen behindertengerechte Arbeitsplätze und vermarkten ihre Milch­produkte über den Naturkost-Fachhandel.

Referenten sind:
Prof. Martina Schäfer, TU-Berlin
Thomas Keller, Geschäftsführer Hoffnungstaler Werkstätten
Michael Kuper, Molkereimeister Lobetaler Bio
Meinrad Schmitt, Geschäftsführer Terra Naturkost Großhandel

Was: Lobetaler Bio – Fallbeispiel einer nachhaltigen Regionalentwicklung 
Wann:  Donnerstag, 18.02.2010
Uhrzeit: 17.00 – 18.00 Uhr
Raum:  Seoul, CNN Ost

Produkt-Fact-Sheets und Hintergrund unter www.lobetaler-bio.de

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