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Terra Naturkost expandiert: weitere Lagerhallen

Gastreder auf der Eröffnung: Meinrad Schmitt, Renate Künast und Heinz Buschkowsky

Der Berliner Naturkostgroßhändler Terra Naturkost Handels KG setzt Impulse für die Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.


Der regionale Bio-Großhändler erweitert seine Lagerflächen und garantiert so in den nord-östlichen Bundesländern eine noch intensivere Versorgung mit Bio-Lebensmitteln und Naturkosmetik. Zu dem 2002 errichteten Bestandsgebäude mit 8.000 m2 Nutzfläche kamen im Frühsommer ein 3568 qm großer Kopfbau (Terra 2) dazu und bis zum Jahresende wird ein weiterer Anbau mit 2000 qm (Terra 3) fertiggestellt, dessen Einweihung im November gefeiert wird. Insgesamt hat Terra Naturkost damit knapp 14.000 m2 Nutzfläche und erweitert so seine Lagerkapazitäten um gut 70 Prozent. Damit kann den Kunden, gut 800 Naturkost Fachgeschäften und Bio Supermärkten, eine noch größere Vielfalt an Bioprodukten angeboten werden. Durch die erweiterten Flächen kann nun 50 Prozent mehr Ware bereitgehalten werden. Damit wird auch die Verfügbarkeit von Biowaren in ostdeutschen Bundesländern erhöht.

Das Investitionsvolumen für die Expansion betrug 5,8 Millionen Euro. Dabei entfielen 4,2 Millionen Euro auf das Lager „Terra 2“ und 1,6 Millionen Euro auf „Terra 3“. Die Halle „Terra 2“ bietet auf 410 m2 Molkereiprodukten Platz, hat weitere 420 m2 Tiefkühllager und 420 m2 Abhollager und Warenausgang. „Terra 3“ dient ausschließlich als Trockenlager. Als fertig gestelltes Hochregallager kann es bis 1.900 Europaletten fassen.


Feier zur Halleneröffnung
 

Breites Sortiment für Versorgung mit Bio-Waren

Von der Avocado bis zur Zimtstange: Terra Naturkost bietet dem Naturkosteinzelhandel und Bio-Supermärkten über 11.000 Produkte. Neben Obst und Gemüse, Frische- und Trockenware, Naturdrogerie, Kosmetik und Nonfood-Artikel hält Terra auch ein Sortiment für Großverbraucher und Gastronomie bereit. Den Löwenanteil am Umsatz machen dabei Obst und Gemüse mit 35 Prozent aus, dicht gefolgt von 30 Prozent Trockenware, 28 Prozent Molkereiprodukte und 7 Prozent Naturkosmetik. Über 30 Kühlfahrzeuge sind an sieben Tagen die Woche unterwegs. Insgesamt 1.400 Tonnen Äpfel, 800 Tonnen Bananen und 600 Tonnen Tomaten gehen jährlich durch die Terra-Lager. Auch finden 3,6 Millionen Liter Bio-Milch und 2,2 Millionen Eier über die Terra-Kunden den Weg zu den Verbrauchern. „Wir wollen die Regionalität weiter ausbauen und gleichzeitig der Vielfalt an Bioprodukten ein zu Hause geben, so Geschäftsführer Meinrad Schmitt.

Motto des Großhändlers: „Regional ist 1. Wahl.“  So landet was heute geerntet wird, bereits morgen im Einkaufskorb der Kunden. Terra Naturkost beliefert zwischen Rostock über Berlin, Cottbus und Magdeburg vier Bundesländer: Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und einen großen Teil Sachsen-Anhalts. Vom Kleinstunternehmen 1986 entwickelte sich der Bio-Großhändler zum mittelständischen Unternehmen. Über 140 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen, weitere Arbeitsplätze sollen in 2010 geschaffen werden.

Eröffnung Lagerhallen Terra Naturkost am 07.11.09/ Erweiterung der Lagerfläche von 8.000 auf 14.000 m2 / 50 Prozent mehr Ware lieferbar

Statements der Gastredner:

Meinrad Schmitt, Geschäftsführer Terra Naturkost Handels KG:

Zu den Anfängen 2002, als die erste Lagerfläche mit 8.000 m2 gebaut wurde:

„Bereits 2002 wurde gesagt: ‚Meinrad Schmitt hat ’nen Vogel. Das Lager ist viel zu groß.’ Aber der ökologische Landbau, das Produkt hat uns recht gegeben. Wir waren 2008 schon zu klein.“

„Wir hätten gerne eine Luftpumpe gehabt, um das bestehende Lager aufzupumpen. Das geht aber leider nicht.“

Zur Gründungsphase 1989 im Vergleich zu heute:

„Bei unseren Anfängen in Schöneweide hatten wir überhaupt keinen Abholbereich, weil wir zu weit draußen waren und keiner vorbei kam. Daher hatten wir 2002 keinen Abholbereich in Berlin mitgeplant. Dies haben wir nun in 2009 nachgeholt.“

Zum Wachstum und Investitionsvolumen von 5,8 Mio. Euro:

„Dass wir so groß geworden sind und diese Investition tätigen konnten, haben wir unseren Kunden zu verdanken. Wir bedanken uns aber auch bei Renate Künast. Ohne sie als Bundesministerin und das Förderprogramm Ökologischer Landbau hätten wir das nicht geschafft.“

Zu Trends und Bio:

„Wir machen Bio nicht, weil es hip ist. Wir glauben Bio, wir leben Bio. Und auch, wenn die Trends wieder vorbei sind.

Renate Künast, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/ Die Grünen:

„Herzlichen Glückwunsch zu Terra 1,2,3 … demnächst bald 4?“

„Solche Hallen im Naturkosthandel sind wichtig, um die Idee weiterzugeben.“

Zu Finanzkrise, Klimaschutz und Terra 3:

„Wir haben drei Krisen: Die Klimakrise, die Hungerkrise und die Finanzkrise. Diese Dinge hängen alle miteinander zusammen. Die einen leben auf Kosten der anderen. Die Finanzkrise macht alles auf Masse, nicht auf Klasse und Nachhaltigkeit und ohne soziale und ökologische Aspekte.“

„Was hat Terra 3 als Sinnbild für ökologischen Landbau damit zu tun? Wer ökologische Produkte anbietet, leistet einen Beitrg zu nachhaltiger Produktion, fairen Löhnen und leistet einen Beitrag gegen die Finanzkrise.“

„Zu Terra kommen große und kleine Produzenten, die ihre Produkte hierher bringen, denen der Transportkilometer wichtig ist.“

Zum 21. Jahrhundert und Terra 5:

„Wir brauchen viele Menschen, die ihren Beitrag leisten. Wer Bio kauft und zuhause seinen Strom umstellt, leistet seinen Beitrag. Machen wir uns nicht klein.“

„Es ist ein Beitrag zum Klimaschutz und eine gute Idee, das 21. Jahrhundert neu zu bauen. Vielleicht stehen wir bald vor Terra 5. Den Mauerfall haben wir ja auch nicht erwartet.“

Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister Berlin-Neukölln

Warum Neukölln?

„Meinrad Schmitt wird immer angemacht: warum bleiben Sie in Neukölln? Ich sage Ihnen: Turnvater Jahn hat den modernen Sport begründet. Das hat er in Neukölln getan. Neukölln bringt also junge, dynamische Leute hervor, die nach dem Schulabschluss mehrere Millionen Euro gebären.

(Anmerkung: Meinrad Schmitt ist 1975 nach Berlin gezogen und zwar nach Neukölln.)

„ Und ich frage Sie: wo sitzt die Spinne im Netz? Bei der Bio-Industrie. Viele Biobäcker haben sich hier in Neukölln um Meinrad Schmitt herumgegründet.

„Die Halle wurde gebaut mit Biobeton und Biowärme – das ist konsequent.“

„Machen Sie morgens mit Ihren Mitarbeitern auch immer diesen Igel? Ja, gib uns Kohle, gib uns Umsatz? Ich empfehle Ihnen: schließen Sie fortan das Ritual mit der Frage: Was kann die Konkurrenz uns tun? Leid kann Sie uns tun!“

Franz Alt, Journalist

Zur Finanzkrise und Klimakrise:

„Was ist der Unterschied zwischen der aktuellen Finanzkrise und der Klimakrise? Die Finanzkrise ist in einigen Jahren erledigt. Die Frage nach der Klimakrise ist eine 1000-jährige und eine Überlebensentscheidung der Menschheit.“

„Lieber eine Solaranlage auf dem Dach, als die Aktien im Keller.“

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