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Wal-Mart beeindruckt die Bio-Welt

Erstes IFOAM Trade Forum auf der Anuga 2009

Fünf Bio-Hersteller und der amerikanische Handelsriese Walmart stellten ihre Aktivitäten im Rahmen des Ersten IFOAM Trade Forums auf der Anuga unter der Leitung von Conrad Thimm vor. Neben Präsentationen ausgewählter Unternehmen organisierte die Anuga ein Machtmaking, eine Kontaktbörse für Bio-Hersteller und -Händler.

Immer mehr Unternehmen setzen auf Corporate Social Responsibility (CSR), So auch Wal-Mart. In Mexiko besitzt der US-Konzern, hier Wal Mex genannt, 154 Geschäfte und ist der größte Arbeitgeber des Landes. Das Unternehmen hat hier eine CSR-Stiftung gegründet. Danach müssen Hersteller einen Kriterienkatalog von 56 Indikatoren erfüllen, um Lieferant zu werden. Das Gewicht liegt klar auf der Einsparung von Kosten, doch auch ethisches Handeln oder Nachhaltigkeitsprojekte werden gefordert.

Man wolle dadurch die Leistungsfähigkeit der Lieferanten erhöhen und den lokalen Handel unterstützen, hieß es. Endziel des rigorosen CSR-Programms sei es jedoch, sowohl den Verbrauchern als auch der Mitarbeiter-Community den Zugriff auf nachhaltige und trotzdem preiswerte Produkte zu ermöglichen.

Das CSR-Programm wird medienwirksam begleitet, beispielsweise mit Meldungen über den Umstieg auf erneuerbare Energien, Kampagnen zur Abfallmeidung oder zur Wasserersparnis. Nicht zuletzt wird auch der grüne Bereich und damit Bio-Produkte weiterhin stark gefördert. Das kontinuierliche wachsende Segment reicht mittlerweile von Kaffee oder Sesam über Kaktuserzeugnisse, Bananen und andere Frischeprodukten bis hin zu Textilien.

Zwei Bio-Genossenschaften aus den starken Bio-Nationen Italien und Dänemark stellten ihr Konzepte vor. Brio aus Italien erzeugt und vertreibt Bio-Obst und -Gemüse und Friland aus Dänemark Bio-Fleisch. Beide verbinden ihren Bio-Qualitätsanspruch über die ganze Wertschöpfungskette mit klarer Kundenorientierung. Sie profitieren von Synergien in Vertrieb und Logistik mit ihren größeren konventionellen Mutter-Genossenschaften.

Deutschland wurde vertreten durch die Andechser Molkerei Scheitz, der größten reinen Bio-Molkerei Europas. Ihre Lieferanten haben ein solidarisches Milchmengenmodell eingeführt, mit dem sie erfolgreich mit den derzeitigen Milchpreis-Turbulenzen umgehen.

Die  französische Fair Trade Marke Alter Eco wurde mit den großen Lebensmittelketten zum Shooting Star. Sie ist nicht nur 100 Prozent Fair Trade und Bio, sondern inzwischen sogar CO2 neutral, weil zum Ausgleich für alle unvermeidlichen CO2 Belastungen in der ganzen Lieferkette, Bäume in den Erzeugergebieten gepflanzt werden.

Sresta aus Indien mit seiner Bio-Marke „24-Letter Mantra“ und eigener Ladenkette zeigte die Leistungsfähigkeit des aufstrebenden Subkontinents. Indien ist ein riesiger und enorm wachsender Markt mit ebenso wachsenden Qualitäts- und Convenience-Anforderungen. Sresta schafft sich mit seiner Belieferung die Basis für erfolgreichen Export von indischen Convenience Produkten, „fertig in 2 Minuten“.

Ein weiterer Aspekt der internationalen Bio-Supply Chains wurde durch das Organic Integrity Network angesprochen. Das ist eine Händlerinitiative, die durch gegenseitige Information und Zusammenarbeit mit Kontrollstellen und Behörden Bio-Betrug verhindern soll und auch bereits erste Erfolge vorweisen kann.

Eine große Vielfalt an Firmen präsentierte sich beim Bio-Match-Making erstmals auf der Anuga mit Bio-Lebensmitteln aus der ganzen Welt, vom Oberlausitzer Biokarpfen über Bio-Wasser aus Neumarkt in der Oberpfalz, die KleinsteSuppenFabrik aus Holland, Bio-Eis aus Dänemark, exquisite Bio-Öle aus Frankreich, bis zu Bio-Weinen aus Georgien, indischen Bio-Fertigprodukten für die schnelle Küche und Sri Lanka mit dem ganzen Strauß an tropischen Bio-Früchten frisch oder getrocknet.

Tisch Nr. 1 hatte die Elbe-Obst Vertriebsgesellschaft mit ihrem Bio-Bereich belegt. Aus Sachsen kamen der Anbauverband Gäa, Bio-Champignons von Leipzigerland, die Rolle-Mühle als Partner für Bio-Getreide-Verarbeiter. Demeter Felderzeugnisse präsentierte Bio-TK Produkte von Mono-Gemüse über Kräuter und Fisch bis zu italienischem Bio-Eis.

Dänemark war mit Bio-Eis von Skaro, gesüßt mit Birkensaft, und Galla Food mit Bio-Feinkostsalaten, -Mayonnaise und –Remoulade vertreten. Bio- und Fair Trade Pionier Brochenin aus Frankreich führte seine Bio-Öle und -Würzmittel vor und wies auch auf seine Bio-EU-Importe von Bananen, Palmöl, Margarine und Sesamprodukten hin. 

Tropicai aus Deutschland ist auf Bio-Kokosnuss-Produkte für Health and Beauty spezialisiert, von -Öl über -Mehl und -Chips bis zu -Milch und mehr. Krücken Organic, ebenfalls aus Deutschland handelt mit Rohwaren, Futtermitteln, Ölsaaten und Getreide. Sresta aus Indien bietet selbst eine große Bio-Vielfalt an, Bio-Obstpürees und -Säfte, -Gewürze und -Würzmittel, -Nüsse, -Trockenfrüchte und -gemüse sowie Rohwaren wie Bio-Sojabohnen und -Sesam. 

Für die gute Laune sorgten mit ihren Bio-Produkten der Fairtrade-Lieferant Gepa mit Kaffee und Schokoladen, Neumarkter Lammsbräu mit seinen neuen now Trend-Limonaden, Bio-Kristall-Wäs­sern und seinen Bio-Bieren mit oder ohne Alkohol. Praum versorgte die Match-Making-Teilneh­mer mit exquisiten Biscotti und Knabbergebäck und Mayka mit seinen Schwarz­wälder Dinkelbrezeln.

Bettina Pabel

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