Anuga
Öko-Drinks erobern die Getränkewelt
ANUGA 2009 Bio-Kompezenzzentrum
Der Bio-Getränkemarkt war lange Zeit den Säften vorbehalten. Nachdem Bionade Ende der 90er Jahren einen Umschwung brachte, gibt es mittlerweile zahlreiche nicht-alkoholische und alkoholische Ökodrinks mit einem hohen Qualitätsanspruch. Ein neuer Trend? 
Die Bio-Getränke-Experten Manfred Mödinger...
Das Potenzial mit Ökodrinks ist noch lange nicht ausgeschöpft, betonten der Bio-Getränke Fachmann Manfred Mödinger und Franz Ehrnsperger von Neumarkter Lammsbräu in einer Analyse des Marktes. Beim Getränkegroßhandel sahen sie das Handicap, dass dort statt Produkten Sortimente verkauft würden. Der Naturkost-Fachhandel wiederum habe lange Zeit auf Mehrwegflaschen gesetzt und dadurch das Problem der Rücknahme bewältigen müssen. Dagegen habe der LEH die Mehrweglogistik von Anfang an umgangen und insofern einen Vorsprung. Trotzdem ist der Bio-Anteil bei Getränken generell noch gering. 
...und Franz Ehrnsperger
Mödinger sah den Grund für mangelnden Erfolg mit der Einführung neuer Produkte einerseits bei den Herstellern, die oft nur Produktkonzepte eins zu eins aus dem konventionellen Bereich übertragen wollten. Der Verbraucher sehe kaum einen Mehrwert, den er durch Kauf honorieren würde. Anderseits verhalte sich der Handel zu passiv, wenn es darum geht, an den Schnittstellen durch individuelle Ansprache die Besonderheiten zu kommunizieren.
Als Beispiele für erfolgreiche Unternehmen mit eigenen Getränkekonzepten nannte Mödinger die Pioniere Voelkel oder Lammsbräu und die ‚Neulinge’ Bionade, Bios oder Eiszeitquelle.
Die Neumarkter Lammsbräu etwa, braut ihr Bio-Bier ohne Additive, mit echtem Hopfen und eigenem Malz. „Bier soll schmecken und Stimmung machen, aber zugleich auch einen bestimmten Lebensstil ausdrücken“, beschrieb Ehrnsperger die Philosophie und stellte in diesem Zusammenhang auch die neue alkoholfreie Linie now seiner Brauerei vor.
Man habe nach einem Mittelweg zwischen natürlichen und aktuellen Geschmacksvorlieben gesucht. Zugleich sollten die Rohstoffe kurze Wege hinter sich haben und die Getränke so wenig wie möglich verarbeitet sein. Die sechs Sorten zeichneten sich durch authentischen Geschmack, trendiges Design und 100 Prozent Bio aus.
„Story telling und Glaubwürdigkeit sind das A und O“, ergänzten die beiden Fachleute. So habe Lammsbräu im Ort ein Biomasseheizkraftwerk initiiert, engagiere sich gegen Gentechnik und für Faire Erzeugerpreise. Mit der 2008 gegründeten Qualitätsgesellschaft Biomineralwasser e.V. will Ehrnsperger nun die Lücke im Bereich Mineralwasser schließen.
Wässer mit dem Bio-Label des Vereins stehen dafür, dass die Hersteller über 40 Kriterien aus neun Bereichen erfüllen. Beispielsweise sind die mikrobiologischen und chemischen Grenzwerte (Uran, Nitrat u.a.) strenger als die der Mineralwasser-Verordnung. Ozonierung ist verboten, und die Quelle muss älter als 50 Jahre alt sein. Bedingung sind außerdem gesundheitsfördernde Eigenschaften sowie umweltgerechte Verpackung und Transport. Vorschriften für eine ökologische und nachhaltige Unternehmensführung komplettieren den Katalog.
Gerade für Mittelständler, die sich große Marketingkampagnen nicht leisten können, sei das Label eine Chance, meinte Ehrnsperger. Die öffentliche Resonanz auf die Initiative sei sehr positiv, auch wenn bisher mit Bio-Kristall von Lammsbräu erst ein Mineralwasser auf dem Markt ist. Von dessen Bekömmlichkeit und Geschmack konnten sich die Besucher auf der Anuga jedoch überzeugen.
Bettina Pabel







