Start / basic AG schließt Restrukturierung ab

basic AG schließt Restrukturierung ab

Kreuzburg geht und Paulke kommt

Seit Beginn des Jahres 2009 schreibt die basic AG, der zweitgrößte Betreiber von Bio-Supermärkten in Deutschland,  wieder schwarze Zahlen, wie der scheidende Vosstandsvorsitzender Joachim Kreuzburg auf einer Pressekonferenz am Sitz des Bio-Handelsunternehmens in München mitteilte. Mit Akquisitionen, neuem Online-Shop, Filialeröffnungen, einer Sortimentsoptimierung und einer verbesserten Endverbraucherkommunikation will  basic die Position auf dem Bio-Markt weiter ausbauen.

„Nach den 2008 durchgeführten Sanierungsmaßnahmen ist die basic AG wieder auf Wachstumskurs. Der Jahresabschluss 2008 zeigt zwar ein beträchtliches Minus von elf Millionen Euro, davon sind jedoch lediglich drei Millionen Euro dem operativen Geschäft zuzuordnen. Der deutlich höhere tatsächliche Verlust resultiert aus der Vergangenheitsbewältigung, wie Sonderabschreibungen oder dem einmaligen Sanierungsaufwand“, erläutert Joachim Kreuzburg die derzeitige Finanzsituation des Unternehmens. Das Geschäftsjahr 2009 soll ausgeglichen abgeschlossen werden. Zur Sanierung wurde mit einer Kapitalerhöhung  von 6,9 Millionen Euro aus denReihen de Aktionäre die nötige Liquidität bereitgestellt.

Die Zahlen des ersten Quartals 2009 lassen den Betreiber von Bio-Supermärkten optimistisch in die Zukunft blicken. „Aktuell liegen wir zwar leicht hinter unseren Umsatzzielen, können dies jedoch mit einer verbesserten Kostenstruktur auffangen. Daher ist das Gesamtergebnis dennoch über Plan. Und wir wissen was zu tun ist, um den Umsatz zu stärken“, urteilt Generalbevollmächtigter Wilfried Rathert. Das Handelsunternehmen schloss 2007 mit 91 und 2008 mit 93 Millionen Euro Umsatz ab. Dieses Jahr erwarten die Münchner einen Umsatz von 98 Millionen Euro. Für die Unternehmensführung ist die Restrukturierung abgeschlossen.

Der größte Wachstumshebel für basic liegt im Bereich der Akquisitionen. Erste Gespräche sind bereits geführt. „Die Entwicklungen bei Erdkorn sowie bei EO, Komma sind erst die Vorboten der anstehenden Veränderungen“, beurteilen Kreuzburg und Göbert die Situation der Branche. Der Bio-Filialist sieht sich nach der Sanierung bestens aufgestellt als Plattform für die Konsolidierung des Marktes.

Zudem sorgt der Ausbau des Filialnetzes für Umsatzzuwächse: Die beiden Eröffnungen in München im Dezember 2008 und März 2009 haben gezeigt, dass das Konzept nichts von seiner ursprünglichen Faszination für den Kunden verloren hat. Langfristig setzt basic auf „organisches Wachstum“ in einer Größenordnung von fünf bis zehn Prozent und echten Umsatzsprüngen aufgrund von Akquisitionen.

Eine Triebfeder für weiteres Wachstum wird der neue Online-Shop sein, der im Sommer 2009 mit 1.900 Artikeln startet. Bei einer jährlichen Umsatzerwartung von bis zu fünf Millionen Euro, werden im Internet ausschließlich ungekühlte Waren angeboten. Damit strebt der Münchner Bio-Supermarktfilialist eine Öffnung für Regionen in Deutschland an, in denen er keine Filialen unterhält.

Die Optimierung der Flächennutzung wird einen weiteren Beitrag zum Wachstum liefern. „Die Umsatzanalysen haben klar ergeben, dass unser Sortiment auf 600 Quadratmeter gut präsentiert ist. Alle Flächen darüber hinaus sind unproduktiv. Diese werden wir Standort-abhängig nutzen, wie zum Beispiel in Frankfurt mit dem Ausbau des Bistros“, erläutert Kreuzburg. Über alle Filialen hinweg sind das 1.500 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Außerdem wird die Endverbraucher-Kommunikation verbessert: Neben der deutlichen und wettbewerbsfähigen Darstellung des Preiseinstieges am Point of Sale werden die Themen Nachhaltigkeit, Regionalität, Qualität, Frische und Service verstärkt angesprochen. Dazu gehört auch die neue basic Website sowie die Feier zum fünfjährigen Bestehen der erfolgreichen Kooperation mit „Children for a better world“, einer Initiative von Florian Langenscheidt. Die basic AG hat allein im Rahmen dieses sozialen Engagements mit über 250.000 Euro dazu beigetragen, Mangel und Fehlernährung bei Kindern zu vermeiden. Auch im Krisenjahr 2008 trug das Unternehmen mit 80.000 Euro seiner sozialen Verantwortung Rechnung. Mit rund  40 betriebsbedingten Kündigungen wurden weniger Arbeitsplätze abgebaut als befürchtet. 700 Arbeitsplätze gelten als gesichert.

Spätestens zum 1.Oktober dieses Jahres wird Sanierer Kreuzburg gehen, und Stephan Paulke den Vorstandsvorsitz übernehmen. Stephan Paulke (44) verfügt über eine langjährige Erfahrung im Handel, bei Mars, Tchibo und bei der Bitburger Braugruppe. 2007 war Paulke bereits einmal bei basic beschäftigt, allerdings gab es unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung mit dem damaligen Vorstand und so verließ Paulke basic nach kurzer Zeit wieder.

[ Artikel drucken ]

Ticker