Start / Business / Themen / Marketing / Pro Tier-Förderpreis vergeben

Auszeichnung

Pro Tier-Förderpreis vergeben


Rudolf Bühler, Karl Ludwig Schweisfurth und Renate Künast (v.li.n.re)
Die scheidende Bundesministerin Renate Künast hat als Schirmherrin des Pro Tier-Förderpreises in Berlin bei einem Festaktes die Urkunden überreicht. Ausgezeichnet wurden sechs ökologische und konventionelle landwirtschaftliche Betriebe, die Vorbildliches für eine tiergerechte Zucht in der Landwirtschaft und den Erhalt alter Landrassen leisten.

Je nach Tierart stammen heute über 90 Prozent der Nutztiere aus dem Genpool einiger weniger Konzerne, die einseitig an Höchstleistung orientiert sind. Mehr Milch, mehr Eier, mehr Fleisch in immer kürzerer Zeit. Gleichzeitig wird die Haltung der Nutztiere zunehmend nach industriellen Maßstäben rationalisiert. Die Folgen sind eine starke Zunahme von Erkrankungen an Organen und Gliedmaßen sowie eine Abnahme der Lebensdauer. Alte Landrassen werden verdrängt und sterben aus, die genetische Vielfalt schwindet. Aus den 50 Bewerbungen um den Pro Tier-Förderpreis wurden folgende sechs Preisträger von der Jury ausgewählt:

  • Der Naturland- und Archehof Büning im westfälischen Laer, der sich für den Erhalt des in seinem Bestand besonders bedrohten Bunten Bentheimer Schweines verdient gemacht hat und die alte Landrasse wieder in die landwirtschaftliche Produktion integriert und tiergerecht hält (z.B. Schweineweide).

  • Der Hof der Familie Wasensteiner aus dem oberbayerischen Lenggries, der im Rahmen einer vorbildlichen Laufstallhaltung mit behorntem Fleckvieh seine Zucht auf vitale und langlebige Kühe ausgerichtet hat, die sich auch für die traditionelle Berglandwirtschaft eignen.

  • Der Archehof der Familie Pößel aus dem thüringischen Schernberg. Dort wurde noch zu DDR-Zeiten damit begonnen, das damals stark gefährdete Rhönschaf zu erhalten; die Tiere werden heute vor allem in der Landschaftspflege und dem Naturschutz eingesetzt. Darüber hinaus werden zahlreiche andere alte Haustierrassen herdbuchmäßig gezüchtet.

  • Rudolf Bühler, der durch den Aufbau ener bäuerlichen Erzeugergemeinschaft in Hohenlohe die „Renaissance" des Schwäbisch-Hällischen Schweines bewirkt hat. Er gab zahlreiche Impulse für die ländliche Regionalentwicklung und Sicherung und Schaffung neuer Arbeitsplätze durch ein Qualitätsfleischprogramm.

  • Dr. Günter Postler und die Arbeitsgemeinschaft Rinderzucht auf Lebensleistung, die seit über 20 Jahren neue Wege im Bereich der Milchviehzucht gehen und die Gesundheit und Fruchtbarkeit und damit Langlebigkeit der Rinder bei hoher Milchleistung ins Zentrum der Zucht stellen.

  • Die Freiland Puten Fahrenzhausen, die in den letzten Jahren gemeinsam mit dem britischen Putenzüchter Paul Kelly auf 18 Höfen in Deutschland eine ökologische Putenhaltung aufgebaut hat, die eine Alternative zur intensiven, tierquälerischen Putenzucht und -mast darstellt.

[ Artikel drucken ]

Ticker

Das könnte Sie auch interessieren

Alnatura erhält Deutschen Fruchtpreis

Fünfte Auszeichnung in Folge

Alnatura erhält Deutschen Fruchtpreis © Alnatura

Der Karlsruher Alnatura-Markt in der Käppelestraße 5 wurde in der Kategorie ‚Supermarkt klein‘ mit dem Deutschen Fruchtpreis ausgezeichnet und konnte sich damit gegenüber dem konventionellen Handel durchsetzen. Der Branchenpreis steht unter der Schirmherrschaft des Bundesernährungsministeriums und wird jährlich von der ‚Rundschau für den Lebensmittelhandel‘ und dem Fruchthandel-Magazin vergeben.

11.05.2026mehr...
Stichwörter: Auszeichnung

Ökolandbau-Pionier erhält Bundesverdienstkreuz

Roland Einsiedel wird für jahrzehntelanges Engagement geehrt

Ökolandbau-Pionier erhält Bundesverdienstkreuz © Archiv LaNU

Der 85-jährige Bio-Pionier Roland Einsiedel hat im März vom sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer das Bundesverdienstkreuz erhalten. Als Gründer und Leiter der Sächsischen Interessengemeinschaft Ökologischer Landbau (SIGÖL) förderte der Diplom-Landwirt aus der Dübener Heide den Ökolandbau im Osten Deutschlands und schuf eine Plattform für den fachlichen Austausch.

28.04.2026mehr...
Stichwörter: Auszeichnung

Hof Sackern erhält Ursula-Hudson-Preis

Slow Food Deutschland ehrt vier gleichrangige Gewinner

Hof Sackern erhält Ursula-Hudson-Preis © Ingo Hilger

Im Rahmen der Slow Food Messe in Stuttgart hat Slow Food Deutschland am vergangenen Freitag den Ursula-Hudson-Preis vergeben. Dabei entschied das Kuratorium, dass alle vier Nominierten als gleichrangige Gewinner ausgezeichnet werden. Der Siegerpreis im Wert von rund 1.500 Euro ging damit an den Demeter-Betrieb Hof Sackern (Ruhrgebiet) sowie die Bliesgau Ölmühle (Saarland), den Verein zum Erhalt und zur Rekultivierung von Nutzpflanzen (VERN, Uckermark) und die Rabelades Farm (Brandenburg).

14.04.2026mehr...
Stichwörter: Auszeichnung