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Studie zeigt Strukturwandel in der Lebensmittelverarbeitung

BNN und AöL fordern Stärkung von KMU

Studie zeigt Strukturwandel in der Lebensmittelverarbeitung © stock.adobe.com/WavebreakMediaMicro

Seit 2002 ist die Zahl der Unternehmen in der Lebensmittelverarbeitung in Deutschland um 44 Prozent gesunken, in handwerklich geprägten Branchen wie Bäckereien, Mühlen und Fleischereien sogar um bis zu 60 Prozent. Die neuen Zahlen liefert eine Studie der Humboldt-Professur für Nachhaltige Ernährungswirtschaft an der Universität Freiburg. Die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL) und der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) sehen darin ein wichtiges Signal dafür, dass politische Maßnahmen zum Erhalt kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) notwendig sind.

Die Studie, die zwischen 2023 und 2026 erarbeitet wurde, zeigt bundesweit das volle Ausmaß des Strukturwandels: Während große Industrieunternehmen Marktanteile, Macht und Kapital auf sich konzentrieren, verschwinden KMU und Handwerksbetriebe dauerhaft aus dem Sektor. Mit ihnen gehen regionale Wertschöpfung, Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und handwerkliche Kompetenz verloren, was weitreichende Folgen für Versorgungssicherheit und Resilienz, insbesondere im ländlichen Raum, mit sich trägt.

Der BNN kritisiert, dass Lebensmittelmärkte politisch wie gewöhnliche Märkte behandelt würden. Dabei seien sie Teil der kritischen Infrastruktur und müssten entsprechend geschützt werden. Ein Ernährungssystem, das vom Anbau über die Verarbeitung bis zum Handel vor allem strukturelle Größe belohnt und von wenigen Akteuren dominiert werde, sei nicht resilient. „Wer Versorgungssicherheit ernst nimmt, muss Vielfalt im Markt sichern. Das gelingt nur durch den gezielten Wiederaufbau und die konsequente Förderung regionaler Wertschöpfungsketten“, so Kathrin Jäckel, Geschäftsführerin des BNN.

„Mit jedem verschwundenen Handwerksbetrieb verlieren wir regionale Ernährungssicherheit und handwerkliches Know-how, während Märkte versagen und Handlungsalternativen schwinden. Wir brauchen politische Leitplanken, die faire Wettbewerbsbedingungen schaffen und KMU strukturell stärken“, so Matthias Beuger, Geschäftsleiter nationale Netzwerke bei der AöL.

BNN und AöL wollen gemeinsam daran arbeiten, dass die Handlungsempfehlungen aus der Studie in die öffentliche Diskussion aufgenommen und in konkrete politische Maßnahmen umgesetzt werden.

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