Forschung
Vitalität statt Pestizide: Forschung zu neuen Wegen für die Landwirtschaft
FH Oberösterreich untersucht, wie Dünger die Abwehrkraft von Nutzpflanzen beeinflussen
© FH OÖ
Eine optimierte Nährstoffversorgung kann die natürliche Abwehrkraft von Pflanzen stärken und somit den Bedarf an chemischem Pflanzenschutz reduzieren – so lautet die Hypothese, die Molekularbiologin Nicole Ollinger durch ihre Forschung am Campus Wels der FH Oberösterreich belegen will. Unter kontrollierten Laborbedingungen untersucht sie den Einfluss verschiedener Düngervarianten. Ziel sei es, den Landwirten nachhaltige und wirtschaftlich tragbare Alternativen zum Einsatz von Pestiziden zu eröffnen.
Im Rahmen des Projekts ‚PI-Vital‘ erforscht ein Team der FH Oberösterreich die Wirksamkeit verschiedener Pflanzenwuchshilfsmittel auf das Wachstum und die Vitalität von Nutzpflanzen. Denn auch Pflanzen verfügten über ein eigenes Immunsystem, das durch bestimmte Nährstoffe und Umweltfaktoren gezielt aktiviert und gestärkt werden könne.
Als Untersuchungsobjekte wurden Radieschen, Bohnen und Kresse ausgewählt. Dabei handle es sich um Arten mit raschem Wachstum, schneller Keimung und gut beurteilbaren Samen- und Wuchsmerkmalen, erklärt Ollinger.
Im Projekt PI-Vital sollen verschiedene Düngervarianten hinsichtlich ihrer Wirkung verglichen und so ein praxisnahes Bewertungsmodell zur Effizienz von Düngern ausgearbeitet werden. Landwirte sollen konkrete Handlungsempfehlungen zur Vitalitätsförderung und nachhaltigen Pestizidreduktion erhalten.
Erste Feldversuche, insbesondere im Gemüse- und Zierpflanzenbau, haben laut der FH Oberösterreich bereits deutliche Unterschiede im Erscheinungsbild und in der Qualität der Pflanzen gezeigt, die nun wissenschaftlich vertieft untersucht werden sollen.
Gefördert wird das Projekt durch den Zukunftsfonds des Landes Oberösterreich. „Wenn wir es schaffen, durch gezielte Vitalitätsförderung den Pflanzenschutzmitteleinsatz nachhaltig zu reduzieren, dann stärken wir nicht nur die Umwelt, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit unserer regionalen Gemüse- und Pflanzenproduzenten“, sagt Oberösterreichs Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger. Durch solche praxisnahen Innovationsprojekte würden bäuerliche Betriebe und damit auch der ländliche Raum unterstützt.







