Hersteller
Leichter Umsatzrückgang bei Neumarkter Lammsbräu
Bio-Pionier setzt auf alkoholfrei und neue Narrative
© Neumarkter Lammsbräu
Der Oberpfalzer Hersteller Neumarkter Lammsbräu hat 2025 einen Umsatz von 30,3 Millionen Euro erwirtschaftet – ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, wo der Wert bei 31,7 Millionen Euro lag. Vor allem bei alkoholhaltigem Bier ging der Absatz zurück: von über 73.000 auf gut 64.000 Hektoliter. Dagegen blieb der Absatz alkoholfreier Biere und Limonaden weitgehend stabil, mit gut 155.000 Hektolitern. Als Konsequenz will das Bio-Unternehmen seine Alkoholfrei-Kompetenz weiter ausbauen.
„Das zurückliegende Jahr hat bei allen Brauereien Spuren hinterlassen, ob Bio oder nicht“, stellt Johannes Ehrnsperger, Inhaber und Geschäftsführer von Neumarkter Lammsbräu, fest. Grund seien nachhaltig veränderte Konsumgewohnheiten. So sei der jährliche Pro-Kopf-Konsum an Bier in Deutschland in den letzten 30 Jahren von rund 136 Litern auf 88 Liter gesunken.
Als Folge will die Bio-Brauerei weiterhin verstärkt auf ‚alkoholfrei‘ setzen. „Das ist ein echter USP, von dem auch der Handel massiv profitiert“, so Ehrnsperger. Bereits jetzt machen Alkoholfreie über 60 Prozent des Absatzes bei Neumarkter Lammsbräu aus. Die neue Produktrange der ‚now Bio Sprizzz‘-Limonaden sei erfolgreich gestartet.
Auch beim Thema Nachhaltigkeit gehe Lammsbräu voran – zum Beispiel beim anstehenden Neubau des Sudhauses, das nach aktuellem Planungsstand mindestens 30 bis 40 Prozent weniger Wärmeenergie benötigen soll. Weiterhin erhalten die Landwirte der Erzeugergemeinschaft für Ökologische Braurohstoffe (EZÖB) Gemeinwohlprämien in Höhe von einem Prozent des Umsatzes.
Mit Blick auf die Kommunikation sei es an der Zeit für frischen Wind und ungewöhnliche Narrative. „Das klischeehafte Biergarten-Idyll und die Festzelt-Romantik der Braubranche kommen bei den Menschen offensichtlich immer weniger an“, beobachtet Ehrnsperger. Unter dem Leitmotiv ‚Ein Bio Bitte‘ und mit dem Markenbotschafter ‚Lämmi‘ habe die Brauerei deshalb im vergangenen Jahr eine innovative Kampagne an den Start gebracht, mit der auf humorvolle Weise die Qualitäten von Bio-Bier herausgestellt wurden. Besonders in den Schwerpunktregionen Berlin, Bayern und Baden-Württemberg habe man damit punkten können. Dieses Jahr soll eine Fortsetzung am Point of Sale folgen, die noch stärker auf die Alkoholfreien fokussiert.
Parallel dazu werde aktuell die Marktforschung mit einer ausführlichen qualitativen Tiefenstudie ausgebaut, bei der die Wahrnehmung der Marke und die Gestaltung zukünftiger Nutzenmomente der Kunden im Mittelpunkt steht. Die gewonnenen Daten sollen direkt in die Produkt- und Marketingplanung der Brauerei einfließen.







