Start / Ausgaben / BioPress 50 - Februar 2007 / BNN kooperiert mit Herstellern

BNN kooperiert mit Herstellern

Partnerschaftsmodell soll Umsätze der Bio-Marken im Naturkostfachhandel stärken

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren Einzelhandel (BNN) mit Sitz in Köln hat ein Kooperationsmodell mit den Herstellern von Bio-Marken entwickelt. Die Naturkostfachgeschäfte erhalten von den Herstellern einen Bonus auf die Umsätze von 0,5 bis zwei Prozent. „Nach unserer Einschätzung müssen wir Einzelhändler uns wesentlich aktiver als bisher um unseren Einkaufsmarkt kümmern, wenn wir auch künftig ein starkes, attraktives Sortiment anbieten wollen", heißt es einer Standortbestimmung des Vorstands des BNN- Einzelhandels.

Eine Streckenbelieferung wird nicht eingeführt. Die Hersteller verteilen ihre Waren weiter über den Großhandel. Am Ende des Jahres werden die Umsätze gemeldet und Mitte des Jahres wird ausbezahlt. „Es wird keine Änderung der Handelsstruktur geben", versicherte Blaas.

Die Fachgeschäfte treten aber nicht als Einkaufsgemeinschaft auf, um die Preiskarte zu spielen. Die Umsätze sollen durch die Beratungsleistung der inhabergeführten Geschäfte gesteigert werden. „Wir haben Superprodukte und einen starken Handel", betonte Vorstandsmitglied Jürgen Blaas. Durch die Kooperation wird den Kunden Markenbewusstsein vermittelt. Den Anteil der Eigenmarken der Großhändler möchte der BNN auf weniger als zehn Prozent Marktanteil begrenzen. „Wir können eigentlich nur Marken", erklärte Blaas. Dazu muss mehr Information vom Hersteller über den Handel zum Kunden fließen.

Als mögliche Partner werden rund 20 Bio-Hersteller, die ihren Kernmarkt im Naturkostfachhandel sehen, betrachtet. Die Bio-Hersteller finden bei den BNN-Mitgliedern 250 Fachgeschäfte mit Umsätzen zwischen 400.000 und 500.000 Euro, wie Vorstandsmitglied Gaby Oberem mitteilte. Vorstandskollege Harald Wurm sieht den Fachhandel auch künftig als Wachstumsbranche. Ständige zweistellige Steigerungsraten bezeichnete er allerdings als utopisch.

Die ersten vier Verträge wurden geschlossen. Neumarkter Lammsbräu als größte deutsche Öko-Brauerei ist dabei, die Bohlsener Mühle, der führende Weingroßhändler Peter Riegel und der Süßwarenhersteller Lubs aus Lübeck. Bis Jahresende stehen drei bis vier weitere Vertragsunterzeichnungen an. Lammsbräu bietet zum Beispiel Schulungen für das Verkaufspersonal an. Der Anfang ist gemacht.


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