Start / Ausgaben / BioPress 48 - August 2006 / Vom Hofproduzenten zum Markenartikler

Vom Hofproduzenten zum Markenartikler

Bioland-Produkte vom Martinshof auch im LEH gefragt

Angefangen hat alles mit dem Bau einer kleinen Hof-Metzgerei und Käserei im Jahre 1986. Der 1984 gegründete Bioland-Betrieb Martinshof war ursprünglich der klassische Direktvermarkter der Bio-Pionierzeit. Hofladen, Wochenmärkte und seit 1987 einer der ersten deutschen Lieferdienste für Bio-Lebensmittel erschließen die ersten Biokunden. Der eigene Anspruch an die Produktqualität und gesetzliche Vorgaben zur Lebensmittelproduktion führen im Laufe der Jahre zu umfangreichen Investitionen in Verarbeitung und Distribution.

Der Hofladen wandert 1998 als Stadtladen nach Saarbrücken und verläßt mit seinem Platz mitten in der City die Bio-Nische. Durch den Zusammenschluss mit einer überregional tätigen Firma 2005 geht der Lieferservice den Weg heraus aus dem Saarland ins angrenzende Lothringen bis nach Luxemburg, das angrenzende Belgien und hinein nach Rheinland-Pfalz. Voraussetzung hierfür ist die Zulassung der Verarbeitungsbetriebe als EU-Betriebe. Dies bedeutet sowohl weitere Investitionen als auch erhöhten bürokratischen Aufwand.

Im Gefolge der vielfältigen Lebensmittelskandale steigt die Nachfrage nach Biolebensmitteln rasant und veranlasst auch den LEH zu einem Engagement auf diesem Gebiet.

Durch seine Präsenz auf der Messe „Biofach" erscheint der Betrieb auf der überregionalen Bühne. Die darauffolgende Listung bei „Globus" bringt zuallererst viel Arbeit und Investitionen mit sich.

Für die Kunden des Direktvermarkters Martinshof ist es wichtig, daß seine Bioland-Wurst möglichst schlicht und ökologisch verpackt ist; wissen sie doch, daß sie von einer der 500 besten Metzgereien Deutschlands („Der Feinschmecker") stammt und konsequent nach Bioland-Richtlinien erzeugt ist. Wenn sie aber anonym im Supermarkt auftaucht, zählt das nicht mehr viel. Die Vorzüge müssen optisch den Kunden kommuniziert werden.

Mit heißer Nadel gestrickt wird im Handel mittlerweile das Thema Pfand. Aus diesem Grund werden die neuen Martinshof-Wurstgläser mit grünem Punkt versehen und zusätzlich noch mit EAN-Codes ausgestattet, damit sie im Handel überhaupt eingeführt werden können.

Außer den Fleisch- und Wurstwaren stellt der Martinshof vor allem Ziegenmilch, -quark und -joghurt her. Ziegenquark und -Joghurt sind jetzt ebenfalls im handelskonformen Gebinde, nämlich im praktischen 150 Gramm-Becher erhältlich. Mit einheitlichem Erscheinungsbild hat sich damit eine bereits mehr als 20 Jahre eingeführte „Direkt ab Hof"-Produktpalette zu einer Marke gewandelt, die zunehmend im deutschen Handel angeboten wird.


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