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Tierquäler in Südthüringen ist kein Ökobetrieb – Thüringer Sozialministerium verbreitet Falschmeldun

In der vorigen Woche wurden in einem Landwirtschaftsbetrieb im Landkreis Schmalkalden-Meiningen gravierende Verstöße gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen festgestellt. Vom Thüringer Sozialministerium wurde verbreitet, dass es sich dabei um einen ökologisch wirtschaftenden Betrieb handelt. Der Thüringer Ökoherz e.V. weist die Darstellung des Ministeriums auf das Schärfste zurück.

Die Recherchen des Thüringer Ökoherz e.V. führten zu einem in der Ökoszene bekannten Betrieb. „Bereits 2006 hatten die Betriebsleiter um Aufnahme in die Ökoanbauverbände BIOLAND und GÄA gebeten, nach der Besichtigung des Betriebes haben beide Verbände die Zusammenarbeit abgelehnt.“ erklärt Gerold Schmidt, Vorsitzender des GÄA-Landesverband Thüringen und Vorstandsmitglied des Thüringer Ökoherz e.V.

Auch die mit der Überwachung der zweijährigen Umstellungszeit beauftragte Öko-Kontroll- und Zertifizierungsstelle stellte ihre Arbeit auf Grund nicht erfüllter Auflagen Ende 2006 ein.

Der Thüringer Ökoherz e.V. kritisiert in diesem Zusammenhang das Vorgehen des Thüringer Sozialministeriums in aller Schärfe. In den letzten Jahren ist es mehrmals vorgekommen, dass sich Landwirtschaftsbetriebe als ökologisch wirtschaftend ausgegeben haben. Da die Begriffe „öko“ und „bio“ im Bereich Lebensmittelproduktion per EU-Verordnung gesetzlich geschützt sind, hat das Land Thüringen mehrere Kontrollsysteme zur schnellen Überprüfung von Landwirtschaftsbetrieben eingeführt. Statt diese Kontrolle zu nutzen, hat der Sprecher des Sozialministeriums Thomas Schulz gegenüber mehreren Journalisten die Aussage getroffen, dass es sich bei dem Betrieb um einen Öko-Betrieb handelt.

Dazu Dr. Frank Augsten, Geschäftsführer des Thüringer Ökoherz e.V.: „Wir wissen, dass Herr Schulz kein Freund des ökologischen Landbaus ist und gehen von einer gezielten Kampagne aus. Dass er als vom Steuerzahler bezahlter Beamter offenbar bewusst Falschaussagen verbreitet und damit einen ganzen Berufsstand diskreditiert, ist nicht hinnehmbar.“  

Der Thüringer Ökoherz e.V. verlangt vom Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit die angemessene Richtigstellung des Sachverhaltes und eine Entschuldigung des Pressesprechers. Darüber hinaus prüft der Förderverein rechtliche Schritte gegen das Ministerium.

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