Ernährung
Doppelt belastet – zu dick und mangelernährt
Alleine an Nährstoffmangel leiden etwa zwei Milliarden Menschen
Was zunächst wie ein Widerspruch klingt, betrifft Menschen in hochentwickelten Ländern wie Deutschland und den USA ebenso wie diejenigen in Schwellen- und Entwicklungsländern: Einseitige und falsche Ernährung kann gleichzeitig zu Übergewicht und einem Mangel an Nährstoffen führen. An der Universität Hohenheim findet vom 27. Februar bis zum 1. März 2019 der schon vierte International Hidden Hunger Kongress zu diesem Thema statt.
Double Burden wird das Phänomen der doppelten Belastung genannt. Grund sei eine falsche Ernährung, ausgelöst durch Unwissenheit, Mangel an gesunden Alternativen und zunehmende Marketingaktivitäten globaler Lebensmittelkonzerne, die arme Länder als Absatzmarkt für Fast Food entdecken.
Nach Professor Hans-Konrad Bieselski von der Universität Hohenheim seien die Gründe für Double Burden global die Gleichen. Der Genuss von Burger & Co führe zu Übergewicht, versorge aber vor allem Kinder nicht mit ausreichend Nährstoffen. In Deutschland etwa litten 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen an Übergewicht, sechs Prozent davon seien sogar als fettleibig einzustufen. Bei Kindern aus sozialökonomisch schlecht gestellten Familien sei der Wert gar fast dreimal so hoch.
Gleichzeitig hätten Untersuchungen an 350 ein- bis dreijährigen Kindern einen deutlichen Nährstoffmangel ergeben, vor allem an Kalzium, Eisen, Jod, Zink, Vitamin D und E. Weltweit leiden an diesem sogenannten versteckten Hunger etwa zwei Milliarden Menschen. Die Zahl der Kinder wird nach der Weltgesundheitsorganisation WHO auf 180 Millionen geschätzt.
Weitere Infos zum Kongress: 4th International Congress Hidden Hunger







