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Mit Bio-Tee durch den Tag

Mit Bio-Tee durch den Tag © Shimodozono International GmbH

Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von fast 28 Litern Tee pro Person ist der Konsum in Deutschland insgesamt auf einem recht hohen Level stabil geblieben. Deutlich positiv entwickelte sich dagegen die Nachfrage nach Bio-Tees. Ende 2017 lag der Anteil bereits bei 9,4 Prozent. Tendenz steigend.

Die Gründe dafür, dass Verbraucher zu Bio-Tee greifen, sind vielfältig. Dazu gehört zum einen der nachhaltige und pestizidfreie Anbau, der den Produzenten ebenso wie den zahlreichen Insekten vor Ort und dem Ökosystem insgesamt zu Gute kommt. Zum anderen ist es der Gesundheitsaspekt, der mit dem Genuss von Tee verbunden ist − egal ob aus dem echten Teestrauch oder aus Kräutern und Früchten. Nicht zuletzt zeichnet sich der Bio-Teemarkt durch eine enorme und geschmacklich überzeugende Vielfalt aus. Hier haben sowohl bewährte Klassiker als auch innovative Sorten Platz.

Beuteltees, Pyramiden und lose Tees

Während sich manche Bio-Anbieter auf bestimmte Bereiche spezialisieren, sind andere als Tee-Vollsortimenter aktiv. Der Handel kann bei der Sortimentsgestaltung aus dem Vollen schöpfen:

  • Echte Tees  bzw. natürlich aromatisierte Spezialitäten wie Jasmin- und Earl Grey (Bergamotte) Tee
  • Teeähnliche: Rooisbush, Honeybush, Mate
  • Kräutertees
  • Früchtetees
  • Gewürztees
  • Mischungen (Kräuter-Früchte, Kräuter-Gemüse, Schwarz- / Grün + Kräuter und Gewürze, Kräuter-Kaffee / Kakao…)

Viele Sorten lassen sich gleich mehreren Kategorien zuordnen. Insofern bietet sich auch einfach eine Zweiereinteilung an – in Kräuter/ Früchtetees, inklusive Mischungen, und in Sorten, bei denen echter Tee im Vordergrund steht. Was die  im Herbst stets steigende Anzahl an Bio-Neuprodukten betrifft, scheinen derzeit Wellness und individuelle Bedürfnisse besonders angesagt zu sein.

Tee als Spiegelbild der Kulturen

Bei echten Tees handelt es sich um die obersten Blätter und die Blütenknospen des Teestrauches Camillia assamica und sinsensis. Weltweit gesehen ist Tee nach Wasser das am meisten konsumierte Getränk und zugleich ein traditionelles Kulturgut. Den Menschen in Ländern wie Japan, China, Indien und teilweise auch Südamerika wurde das Teetrinken zusammen mit bestimmten Zubereitungsmethoden jahrhundertelang quasi in die Wiege gelegt.

Längst hat sich Tee auf der ganzen Welt verbreitet, je nach Verarbeitung als schwarzer und unfermentierter grüner Tee, zudem weißer und seltener gelber oder roter Tee sowie Oolong (halbfermentiert). Für die sanft belebende Wirkung im Aufguss sorgt das enthaltene Koffein, das von antioxidativen Polyphenolen (vor allem Catechine) und Spurenelementen begleitet wird. Da auch der in Südamerika beheimatete Matestrauch koffeinhaltig ist, sprechen viele bei dessen Blattaufguss gleichfalls  von Tee.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass konventionelle Teeplantagen intensiv mit Pestiziden und Insektiziden gespritzt werden. Der Trend geht daher immer mehr zu zertifizierter Bio-Qualität und zwar bevorzugt in Kombination mit direktem oder fairem Handel, der den Plantagenarbeitern in typischen Anbauländern wie Indien oder China zu Gute kommt. Wie bei Kaffee führt der ökologische Anbau zugleich zu einem feineren Aroma.

Nicht nur im Tee-Fachhandel zeigt sich die positive Entwicklung für Bio-Tees besonders deutlich, sondern auch viele Hotels servieren mittlerweile selbstverständlich gute Bio-Tees. Der Markt im deutschen Lebensmitteleinzelhandel und den Drogerien erscheint auf den ersten Blick dagegen eher ruhig. Doch haben in qualifizierten Läden bio-faire Schwarztees und auch Grüntees einen festen Platz.

Tee und fair

Die Gepa und El Punte gehören zu den Pionieren für  fair gehandelte Bio-Tees, die sie alternativ lose oder in Beuteln anbieten und durch Kräutertees ergänzen. Gemeinsam mit der Gepa und dem Naturland Verband stellte vor bald 30 Jahren die sozial engagierte indische Tee-Firma Tea Promoters India (TPI) den ersten Teegarten in Darjeeling auf Bio-Anbau um – „um die Natur zu erhalten und den Menschen vor Ort eine faire Zukunftsperspektive zu bieten“, wie es bei TPI heißt. Davor hatten die beiden deutschen Unternehmen schon aktiv zur Entwicklung des ersten Bio-Tees aus Sri Lanka beigetragen.

Nach wie vor spielen die echten Tees im Gepa-Sortiment eine entscheidende Rolle: Ceylon Grüntee, Earl Grey und Schwarztee Darjeeling sind hier Top 3 bei den Beuteltees, bei den losen Tees wird vor allem der indische Grüntee gut nachgefragt. Gleichzeitig verzeichnen nach eigenen Angaben aktuell Kräuter- und Wellnesstees ein zweistelliges Wachstum. Zur Biofach kommt jetzt eine neue Raritätenlinie für lose Tees auf den Markt, zunächst mit einem schwarzen Darjeeling First Flush, einem weißen Darjeeling und einem grünen Jasmintee. Die hochwertigen, handgefertigten  Kartonverpackungen sollen die besondere Qualität spiegeln, das Hochkantformat eine platzsparende Regalplatzierung  ermöglichen.  

Auch Ethiquable Deutschland bietet verschiedene Sorten bio-faire Grün- und Schwarztees an, die wie alle Produkte generell ausschließlich direkt von kleinbäuerlichen Genossenschaften bezogen werden und das Fairtrade-Siegel tragen. Beuteltees und großzügigere Pyramidenbeutel dominieren die deutlich gewachsene Auswahl. Dazu haben nicht zuletzt die natürlich aromatisierten Grüntee-Sorten beigetragen, etwa mit Ingwer und Limette oder mit Hibiskus und Ingwer. Die auffälligen Farben und das klare Design der Verpackungen sollen Aufmerksamkeit wecken und kommunizieren, was der Kunde mit seiner Kaufentscheidung bewirkt.  

Für Gesundheitsbewusste und Superfoodies

Genauso wie Schwarztee verdient Grüntee eigentlich einen Artikel für sich. Zusammenfassend gilt jedoch, dass die Liebe zu dem leicht herb-grasigen Aufguss, und hier in Bio-Qualität, in Deutschland stark zugenommen hat. Für viele Verbraucher stehen dabei die gesundheitlichen Vorzüge im Vordergrund. Bei anderen ist es dagegen der Geschmack, wozu es sich allerdings um lose Blatttees handeln sollte und die Qualität stimmen muss.
Shimodozono aus Diepholz  ist ein Vorreiter  für hochwertige japanische Bio-Grüntees. 14 verschiedene Teesorten baut das Unternehmen auf der Keiko Teefarm im Süden des Archipels  an. Subtropisches Klima und eine bewusst genutzte Bodenflora (Anbaumethode nach A. Kimura) fördern das Gedeihen der Pflanzen.

Im Sortiment finden sich unter anderem Sencha-Qualitäten und Sencha-Frühjahrssorten, wie zum Beispiel der seltene Aracha-Rohtee. Eine weitere Spezialität ist ein gedämpfter Schattentee. Die Kabusecha genannte Sorte gibt ihren hohen Extraktgehalt während mehrerer Aufgüsse fast vollständig ab und bringt eine schöne tiefgrüne Farbe in die Tasse.

Einen zweiten Schwerpunkt bildet in Deutschland frisch vermahlener Matcha, den Shimodozono seit einiger Zeit mit zuckerfreien Matcha-Mischungen ergänzt. Inhaber Markus Hastenpflug plant, den Vertrieb zukünftig auf den Bio-Großhandel und die Gastronomie auszuweiten. Gerade im AH-Bereich erkennt er Potential und Nachfrage für hochwertigen Bio-Tee. Dazu hat er extra einen Matcha-Vollautomat für frische Matcha-Latte und Cocktailideen entwickelt.

Die Idee von praktischem Matcha zum Aufgießen hat unter anderem mit Kissa Tea aus Wien ein weiterer Grüntee-Spezialist aufgegriffen und die Auswahl mit anderen fein vermahlenen Tees oder Kräutern erweitert. Als Zielgruppe für die in Dosen und als Sticks verpackten Produkte nennt das Marketing gesundheitsbewusste Frauen und Männer, die die Vorteile eines Superfoods nutzen wollten, und einfach trendorientierte Konsumenten.

Two Leaves and a bud

Qualitäts-Tees haben ihren Preis, und sie haben ihn verdient. Besonders, wenn es sich um nachhaltig, biologisch angebaute Pflanzen und fair gehandelte Ware handelt. Der hohe Preis von Darjeeling und anderen Herkunftstees hat allerdings auch Lebensmittelbetrüger auf den Plan gebracht. Bei direkt eingekaufter Ware und konkreter Angabe der Herkunft ist das Risiko auf billigen Verschnitt hereinzufallen, wesentlich geringer.
Ein solches Vorgehen gehört zur Philosophie vieler etablierter und erfahrener Bio-Firmen, wobei diese von Anfang an auch auf langfristige Partnerschaften setzen. Nennen lassen sich hier etwa die aus dem Fachhandel bekannten Unternehmen Heuschrecke, Lebensbaum und  Sonnentor.

Erstere beziehen ihre Tees aus Indien (Assam, Darjeeling), Sri Lanka, Nepal, Japan und China. Zum großen Teil nennt Heuschrecke sogar konkret die jeweilige Plantage. Bei den chinesischen Gärten wird zusätzlich der Fairbiotea-Standard ausgelobt, der bei Lebensmitteln aus China ein QM-System für ökosoziale Gerechtigkeit mit Schulungen garantiert.

Aus Qualitätsgründen biete Heuschrecke die Tees ausschließlich lose an, betont Ursula Stübner. Das gilt auch für den schwarzen Tee aus Sikkim, der ab Oktober das Sortiment bereichert. Dahinter steht die beeindruckende Geschichte des indischen Bundesstaats, dessen Premierminister Chamling tatsächlich die Umstellung der gesamten Agrarfläche – sprich 100 Prozent – auf zertifizierte Bio-Landwirtschaft gelungen ist.

Lebensbaum arbeitet bei den zahlreichen Tees im Sortiment unter anderem schon seit vielen Jahren mit Ambootia in Darjeeling zusammen. Auf 1500 Meter Höhe bauen die Teebauern die Sträucher biodynamisch an und bereiten die Blätter traditionell zum blumigen, feinherben Tee auf. Zusätzlich zum Demeter-Siegel kann Lebensbaum die Packungen mit dem Herkunftssiegel vom Tea Board of India kennzeichnen.

Assam und Ceylon sind weitere regionale Teespezialitäten von Lebensbaum, ergänzt durch Earl Grey sowie die einfacheren Ostfriesen - und Frühstückstees, wobei in diesem Fall sowohl lose als auch Beuteltees erhältlich sind. Dazu kommen eine Reihe an Grüntee-Sorten sowie einige Premiumtees in edlen schwarzen Dosen.

Im Zusammenhang mit Fairtrade-gesiegelten Bio-Tees seien außerdem Tee Gschwendner und Mr. Jones aus den Niederlanden genannt. Tee Gschwendner vertreibt die mittlerweile auf 175 Sorten gestiegene Bio-Auswahl (bei 350 Sorten insgesamt) ausschließlich über Franchise-Fachgeschäfte und online. Ihre Kunden würden besonders bei Bio-Tees unbedingt Premium-Qualität erwarten, sagt Geschäftsführer Thomas Holz. Teilweise nutzt Tee Gschwender zur schnellen Kommunikation der Qualität auch das Naturland-Siegel, während mit anderen Sorten Projekte des NABU oder Ethical Tea Partnership gefördert werden.

Last but not least sei noch The English Tea Shop (ETS) erwähnt, deren echte Tees und die zunehmende Auswahl an Wellness-Mischungen in Deutschland über Royal Nature gehandelt werden. Die Abpackung in England zeigt sich daran, dass die Produkte hier das Soil Association Organic-Siegel tragen.

Der Lockruf neuer Sorten

Wie oben erwähnt, herrscht die meiste Bewegung derzeit bei den Kräuter- und Früchteteemischungen. Ob mit oder ohne zugesetzte Chai-Gewürze, handelt es sich bevorzugt um Wohlfühl- und Stimmungstees. Nur wenige Unternehmen haben dabei die ganze Produktion in der Hand. Vielmehr nehmen viele die Serviceleistungen von Unternehmen wie A. Galke, Kräuter Mix oder Herba Pack in Anspruch.

So hat sich Galke in fast 90 Jahren auf die Verarbeitung (schneiden, mahlen mischen usw.) getrockneter pflanzlicher Rohstoffe spezialisiert. Kunden aus Industrie und Handel stehen bei dem niedersächsischen Unternehmen 1.000 Produkte aus aller Welt das ganze Jahr über zur Verfügung: aus kontrolliert-biologischem oder konventionellem Anbau sowie aus Wildsammlung.

Während Kräuter Mix aus Franken bei der Verarbeitung und Veredelung von Kräutern, Gewürzen und ähnlichem ebenfalls zweigleisig fährt, ist Herba Pack eine reine Bio-Firma. Die Thüringer produzieren dabei zusätzlich als Hersteller für Private Label und die Eigenmarke Herb Select. Eine interessante Vermarktungsidee hatte Herba Pack bei der Bezeichnung der Sorten, indem sie die Produkte nummerieren - beispielsweise No. 222 Grüner Tee mit Mango oder No. 24 Lavendel-Früchtetee.

Fruteg wiederum agiert als Tee-Großhandel mit Vollsortiment. 125 Bio-Sorten sind  ständig auf Lager; der Schwerpunkt liegt auf losen Tees. Je nach Wunsch werden für den LEH auch eigene Marken mit individuellen Namen oder Firmenlogos hergestellt.

Mit Rohware von Vertragsbauern können etwa Kräutergold aus Südtirol und Sonnentor aus dem Österreichischen Waldviertel die selbst angebauten Mengen ergänzen. Beide Hersteller führen ein umfassendes Programm an Bio-Kräuterteemischungen für unterschiedliche Tageszeiten und Bedürfnisse.

Von Alpengold bis Liebesgeflüster reicht die Kräutergold-Auswahl, die es sowohl lose, als auch im Pyramiden- und einfachen Doppelkammerbeutel gibt. Des Weiteren bieten sie schonend getrocknete Blüten an, die sich ebenfalls gut für Teeaufgüsse verwenden lassen. Geplant ist jetzt sogar eine Teemischung mit Ingwer –  aus eigenem Anbau! Nicht ohne Grund, zählt doch Ingwer genauso wie Kurkuma zu den seit einiger Zeit boomenden Ingredienzen.

Auch Sonnentor frischt das Vollsortiment an Tees und Gewürzen regelmäßig auf. So gibt es neuerdings unter der Linie ,Happyness is‘ einen Hellwach-Tee mit Mate, Kurkuma und rosa Pfeffer, verpackt in Schachteln mit Sonnentor-typischem, humorvoll verspieltem Design.

Zwar ohne eigenen Anbau, doch mit einer klaren Firmenphilosophie mischen auch Stick und Lembke ihre Bio-Tees. Unter dem Motto ,Die mit ohne‘ haben die Hamburger inzwischen rund 30 aparte  Sorten auf dem Markt. Allesamt ohne jegliche Aromen und Zusätze. Teeblätter und klassische Teekräuter werden mal mit Superkräutern à la Mate oder Guarana verfeinert, mal ebenfalls mit Blüten. Farbaktive Klitorienblüten sind es zum Beispiel in der Sorte Moringa & blaue Blüte und Lavendel- plus Rosenblüten im Kräutertee Lavendel & Verbene. Ungewöhnlich anders sind daneben die sogenannten Teeschönheiten, die das Unternehmen in handvernähten Filtern abfüllt.  

Würzig durch den Winter

Reine Früchtetees und reine Kräutertees gelten als Standard, wobei diese immer häufiger  Mischungen und gewürzte Chais mit ayurvedischen oder emotionalen Aspekten begleiten. Wieder steht Bio dabei für Transparenz, denn in der Regel geben die Hersteller sämtliche Zutaten auf der Inhaltsstoffliste an. Das gilt auch für die von einigen wenigen Anbietern eingesetzten Auszüge und natürlichen Aromen, die bestimmte sensorische Merkmale verstärken sollen.

Bio-Unternehmen mit langjähriger Erfahrung können außerdem oft auf große Erfahrung im Bereich der Kräuterheilkunde zurückgreifen und auf diese Weise die Zutaten für Tee mit beruhigender, abwehrstärkender oder anderer Wirkung zielgerichtet auswählen.

Einer der ersten Anbieter von Gewürztees in Deutschland war Yogi Tea. Den Anfang machten  einige thematisch konzipierte Kräuter- und Früchtetees mit indischen Gewürzen wie Zimt, Kardamom und Pfeffer. Inzwischen bietet das Unternehmen aber auch Kompositionen mit Grün- und Schwarztee sowie mildem Honey- und Rooibush an.

Wie die meisten Tee-Vollsortimenter launcht Yogi Tea zwei- bis dreimal pro Jahr Neuheiten. Nach  Kurkuma Chai und Basische Kräuter sowie der alljährlichen Christmas Tea-Mischung steht für Januar 2019 eine neue Premium Linie in den Startlöchern. ,Für die Sinne‘ enthält  neben Kräutern und Gewürzen  Aromen aus ätherischen  Ölen und wurde exklusiv für den Naturkostfachhandel entwickelt.   

Gut bekannt für Beuteltees auf Basis ayurvedischer Rezepturen ist auch Pukka. Hier gibt es neu die ,Day to Night‘ Serie. Von Ginseng Matcha Green am Morgen bis zu Night Time aus Haferblüte, Lavendel und Lindenblüte, sollen fünf Sorten durch den Tag führen. Zudem will Pukka den Verbrauchern die neue Produktkategorie Nahrungsergänzungsmittel näher bringen und führt zum Herbst zwei Starter-Sets aus Tee und Nahrungsergänzungsmitteln ein, einmal für einen erholsamen Schlaf und einmal zum Relaxen.

Eine hochwertige Alternative, die ganz nahe am Original ist, stellen die Ayurveda-Kräutertees von Nepali Gardens der One World Initiative dar. Alle eingesetzten Kräuter werden von Bauern-Kooperativen bio-dynamisch und komplett ohne Pestizide im Himalaya anbaut oder als Wildpflanzen gesammelt und das auf bis zu 1600 Metern Höhe. In die Verpackungen aus handgeschöpftem Papier kommen sie nur grob zerkleinert, wobei die gesamte Wertschöpfung in Nepal erfolgt. Hierzulande vertreibt Emport Peter Winkler die Tees, wobei neben einem Moringa-Tee verschiedene Spezialmischungen mit traditionellen Heilpflanzen wie Kurkuma, Tulsi, Amla oder Shativari zur Auswahl stehen.

Ähnlich ausgerichtet, mit biodynamischer Landwirtschaft und Entwicklungsförderung vor Ort, ist außerdem die Sekem-Initiative im sonnenverwöhnten Ägypten. Das Angebot an typischen orientalischen Produkten ergänzen in diesem Fall vertraute Tees wie Kamille oder Hibiskusblüte.

Sorten & Designs im Einklang

Um Impulse am POS zu setzen, kombinieren einige Anbieter ihre Mischungen gern mit einem besonderen Design. Die Spannbreite reicht von individuellen Zeichnungen über florale Muster bis zu edler Schlichtheit. Drei Beispiele seien dazu noch einmal herausgegriffen:
Unterschiedliche gemalte Motive sollen etwa bei Lebensbaum die Aufmerksamkeit für die wachsende Wanderlust-Linie im Beutel wecken. Zuletzt in die Galerie aufgenommen wurde ein Pfau auf dem  gewürzten Früchtetee Kurkuma & Kraft. Bei Tee Gschwendner ergänzt derweil seit Oktober 2018 die Naturverliebt-Produktlinie das Portfolio. Angeboten wird der lose Tee in hellen, recyclebaren Runddosen, deren Zeichnung die jeweilige erwünschte Wirkung veranschaulicht.

Und Samova, deren zahlreiche Bio-Tees nicht zuletzt in Geschenkartikel- und Designstores sowie Tee-Bars zu finden sind, bietet diese in modernen silbernen Vierkantdosen zum Nachfüllen an. Die Tees von Miassequioa entwickeln sich dagegen vor allem im Glas zum Hingucker: Sorten wie Kamille oder Bergtee werden in Form von naturbelassenen Blütenrispen angeboten, die sich beim Aufgießen öffnen und ihr ergiebiges Aroma abgeben.   

Frauen und Kinder als wichtige Zielgruppen

Immer mehr Männer trinken gern Tee. Gekauft werden die Produkte aber weiter vor allem von Frauen, die oft mit einem wachen Interesse an Gesundheits- und Wellnessthemen kommen. Die Hersteller reagieren darauf unter anderem mit mehr oder weniger typisch weiblichen Thementees, wie zum Beispiel Frauenzauber (Pukka) und Frauenpower (Allos). Dazu passt der neue Purify Me-Tee von Cupper (neben Allos eine weitere Marke der Wessanen Deutschland Gruppe).

Die Nachfrage nach Detox- und Digestiv-Tees spricht dafür, dass das Bewusstsein für den Einfluss von Tee auf die Verdauung nicht mehr nur in der Fastenzeit präsent ist. Neben Gewürzen enthalten entsprechende Tees manchmal auch Gemüse. So ergänzt neuerdings Himmelbauer Naturprodukte mit explizit so benannten Gemüsetees das Bio-Sortiment, das von den Klassikern Kamille und Minze über Cistrosen- bis zum Kurkuma-Tee reicht. Während die Variante mit Roter Bete durch die ebenfalls enthaltenen Früchte kaum gemüsig schmeckt, hat Spiced Veggies durchaus etwas von einer magenbefriedigenden Bechermahlzeit.

Auf den Wunsch nach mehr Gemüse für Kinder hat zuvor schon Brand & Vision mit ihren Sesamstraße-Früchtetees für Baby- und Kindertees reagiert, die Karotte und Rote Bete aufwerten sollen. Auch sonst finden sich in den Regalen einige Tees, die primär Kinder ansprechen sollen. Dafür sorgen Verpackungen mit verspielten Bildern und Figuren oder Testimonials wie Janoschs Tigerente oder eben Ernie und Bert.

Der größte Teil enthält vor allem Früchte, bei denen ein fruchtig-süßer Geschmack mit einer rötlichen Farbe einhergeht. Brand & Vision, Lebensbaum, Sonnentor oder auch Herbaria greifen für die gewünschte süße Note auf Erdbeer- und Apfelstückchen, süßes Brombeerblatt, Süßholz, Honeybush und teilweise etwas Vanille zurück. Im Unterschied zu deren Kindertees schmeckt die Tee Fee-Linie von La Merchante durch den Zusatz von Steviablatt doch deutlich süß.

Und was ist mit dem Regio-Mehrwert?

Unabhängig davon, stellen nur Kräuter- und Früchtetees eine Möglichkeit dar, dem Wunsch nach regionalen Lebensmitteln nachzukommen. Alpenkräuter und Sanddorntees sind zwei Möglichkeiten dafür. Eine weitere ist Verbene beziehungsweise Eisenkraut. So baut Gabriele Stoll für ihre Firma Gourveine Verbene vermehrt in der südbadischen Ortenau an. Zusätzlich kann sie Demeter-Qualität und Bio-Baden Würt- temberg ausloben. Konsequenz bei Anbau und Ernte sowie eine sorgfältige Verarbeitung tragen nicht nur zum Geschmack bei, sondern schützen zugleich vor einer Verunreinigung der Tees mit Pyrrolizidinalkaloiden.

Reine Aroniabeeren sind bisher eine unbesetzte Nische im Tee-Segment gewesen. Aronia Original bietet nun einen losen Bio-Tee aus 100 Prozent getrockneten und gepressten Beeren an, der seit 2017 von der Demeter-Plantage eines Partnerbetriebes bei Meißen kommt.

Weiter großes Potential im Segment Bio-Tee

Trotz der bestehenden Vielfalt sehen die Anbieter noch Potenzial für hochwertige und zusatzstofffreie Bio-Tees. Das zeigt sich etwa darin, dass Allos jetzt ebenfalls ein Dutzend Teemischungen herausbringt: Ihre Rezepturen seien dabei keine Cupper Sorten und sollten diese nur ergänzen, heißt es bei der Wessanen-Tochter.

Ein anderes Indiz ist das Engagement konventioneller Teefirmen. Das Teehaus Bünting aus Leer hat schon länger Bio-Beuteltees mit im Sortiment (von Grün- bis zu Gewürz-Kräutertees). Aufgrund der weiterhin zweistelligen Wachstumsraten seien weitere Sorten geplant, sagt Key Account Manager Frank Rüthemann.

Teekanne beschränkte das Angebot an Bio-Tees dagegen bislang auf eine Gastro-Premiumlinie und brachte erstmalig im Herbst 2018 Bio-Tees für den Handel heraus. Die Produktrange Organic in einem natürlichen, hochwertigen Verpackungsdesign und mit modernen englischen Bezeichnungen soll junge und ernährungsbewusste Kunden erreichen. Mit Fenchel-Anis-Kümmel, Kamille, Minze und Grüntee werden zudem vier beliebte Basissorten alternativ in Bio angeboten. Sogar Unicaps bietet zusätzlich zu den Kaffees neuerdings verschiedene Bio-Tees in Kapseln für Nespresso-Maschinen an.

Bettina Pabel
 

Rooisbush-Ernte
Südafrika wird seit ein paar Jahren von extremer Dürre heimgesucht. Betroffen sind sogar die nur dort wachsenden Rooisbush-Sträucher. Eigentlich brauchen die Pflanzen Trockenheit, um das beliebte Aroma zu entwickeln. Durch die anhaltende Trockenheit ging aber doch ein Großteil endgültig ein (von 2013 bis 2016 fielen im Schnitt nur 27 Millimeter Regen). Die Wupperthal Original Rooibos Agricultural Primary Cooperative (WORC), von der die Gepa und mehrere Bio-Unternehmen den beliebten rötlichen Tee beziehen, spricht von einer um zwei Drittel geringeren Produktionsmenge. Die jetzt neu gepflanzten Setzlinge brauchen Zeit und zumindest etwas Feuchtigkeit. Kommerzielle Bauern wässern daher, was aber zu einem schlechteren Aroma führen dürfte. Die Gepa setzt sich zusammen mit der WORC für nachhaltigere Methoden ein und finanziert einen technischen Klimaberater. Die Ausnahmesituation zeigt Folgen: Seit 2013 haben die Einkaufspreise vor Ort laut Gepa um mehr als 150 Prozent zugenommen. Eine geplante neue Linie mit Bio-Rooisbush als Basis muss warten. Dagegen spricht Khoisan Gourmet, von einer Entspannung und keinen Ernteeinbußen. Das südafrikanische Unternehmen beliefert nicht nur Industriepartner im In- und Ausland, sondern führt auch Produkte für den Endverbraucherhandel. Zum einen mit klassischem Rooisbush Tee in rot und grün (unfermentiert), zum anderen mit feinst vermahlenem ,Red Matcha‘ als innovative coffeinfreie Alternative zum original Matcha.

 

Gut zu wissen
Darjeeling, der Champagner unter den Tees, ist nach seinem Anbaugebiet an den Südhängen des Himalaja im Nordosten Indiens benannt und zeichnet sich durch eine zart blumige Note aus. Die Tasse ist je nach Ernte goldig (first flush) bis hell kastanienbraun (second flush).
Assam ist ein kräftiger Tee aus Nordindien mit malzigen Röstnoten, der gern mit Milch oder Sahne getrunken wird.
Ceylon-Tee: Sri Lanka ist der drittgrößte Produzent für Schwarzen Tee. Ceylon Tees schmecken frisch und leicht herb, die kräftige Farbe wirkt teils golden.
Earl Grey nennt sich ein Schwarztee, der mit Bergamotte-Orange verfeinert wird. Die Tasse ist bernsteinfarben, dazu kommt ein charakteristisches blumig-fruchtiges Aroma.
Nilgiri ist hierzulande weniger als Bezeichnung geläufig, jedoch ein bekanntes Teeanbaugebiet im südindischen Hochland. Mit dem feinen Aroma gilt er den Ceylon-Sorten als ebenbürtig.
Grüner Tee wird hergestellt, indem die sonst übliche Fermentation (Oxidation) weitestgehend unterbunden wird. Traditionell kommt er aus Japan, mittlerweile gibt es aber auch große Anbaugebiete in anderen Ländern wie China oder Korea. Außerdem werden auch typische Schwarzteesorten in der unfermentierten grünen Form angeboten. Wichtig: Bei der Zubereitung sollten die Blätter mit nicht mehr kochendem Wasser (bis 80 Grad Celsius) zubereitet werden. Gute, frische Blätter kann man in der Regel bis zu dreimal aufgießen.
Rooisbush (auch Rotbusch oder Rooibos) gedeiht als kleiner Strauch mit nadelartigen Blättchen ausschließlich in den Zederbergen nördlich vom Kap der Guten Hoffnung in Südafrika. Um den kupferfarbenen, süßlichen Tee herzustellen, werden die Blätter fein zerkleinert und dann oxidiert. Rooisbushtee enthält kein Koffein und kaum Gerbstoffe.
Honeybush (Honigbusch) zählt zu den Hülsenfrüchtlern und ist ebenfalls in Südafrika heimisch. Seinen Namen und die Verwendung als Tee verdankt der Strauch den duftenden gelben Blüten, wobei dazu aber auch die getrockneten Blätter verwendet werden.
Mate-Tee ist vor allem in Südamerika verbreitet. Gewonnen wird er aus den getrockneten Blättern einer Ilex-Art (I. paraguariensis) bei der traditionellen Methode direkt über offenem Feuer. Der ergiebige, herb schmeckende Aufguss enthält Koffein, Theobromin, Chlorophyll, Gerbsäure, ätherisches Öl und Vanillin.

 

Darjeeling-Ernte
2017 ist die Ernte im Darjeeling wegen Unruhen und eines Generalstreiks weitgehend ausgefallen – auch die Bio-Teegärten lagen den ganzen Sommer über brach. Langsam stabilisiert sich die Lage; kommt es trotzdem noch zu Engpässen oder Preiserhöhungen  beim ‚Champagner unter den Tees‘?
Lebensbaum schreibt: „Wir können wie geplant alle Darjeeling-Tees anbieten. Mit unserem Anbaupartner Ambootia verbindet Lebensbaum eine 20-jährige Partnerschaft und wir wurden quasi bevorzugt behandelt. Wir bieten unseren Kunden in diesem Jahr sogar ein Jubiläums-Display mit Darjeeling Tees aus unterschiedlichen Teegärten und Ernten, teilweise nach Demeter-Prinzipien angebaut.“
Bei Tee Geschwendner heißt es: „Die Auswirkungen der Streiks auf die neue Ernte 2018 (First Flush) waren nicht so groß wie befürchtet. Vorsichtshalber hatten wir parallel unsere Beziehungen zu den nepalesischen Teebauern gestärkt, um für den Fall, dass sich die Probleme in Darjeeling fortsetzen, entsprechend First Flush aus Nepal anbieten zu können.“
Gepa bezieht ihren  Darjeeling von Tea Promotors India (TPI): Durch den fehlenden Rückschnitt in 2017, sei die Ernte in diesem Jahr mühsamer gewesen. Zudem hätten zwei Gärten schließen müssen. Die Verknappung des Angebots ziehe eine Preissteigerung nach sich, die vermutlich durch neu festgelegte Lohntarife nicht wieder sinken werde.

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