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Bio-Eiscreme 2018 – ein Streifzug durch den Markt

Bio-Eiscreme 2018 – ein Streifzug durch den Markt

Genuss, cooles Snacking und bewusste, individuelle Ernährung sieht der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie BDSI als die 2018er Trends für Speiseeis voraus. All diesen Wünschen und Bedürfnissen kann der Handel mit gefrosteten Bio-Köstlichkeiten problemlos entsprechen  – sei es bei den ganzjährig gefragten Familienpackungen oder beim sommerlichen Impulseis.

Das Bio-Sortiment ist mit Bio-Eiscreme, -Sorbet und -Frozen Yogurt äußerst vielfältig, aber noch kein Selbstläufer. Vor allem in Läden des Bio-orientierten konventionellen Handels bietet es sich an, auf einen eventuellen Vorrat in den Truhen im Kundengespräch oder Medien auch aufmerksam zu machen. Die wichtigsten Vorteile lassen sich dabei  recht einfach zusammenfassen:

  • mit hochwertigen Milchprodukten aus kontrolliert ökologischer Tierhaltung, in der Freigang und GVO-freies Futter ebenso selbstverständlich sind wie der Verzicht auf vorbeugende Medikamente
  • mit Früchten aus nachhaltigem Bio-Anbau ohne Pestizide und synthetische Dünger
  • ohne künstliche Aromen oder chemisch modifizierte Zellulose und ähnliche Verdickungsmittel
  • breite Auswahl an gluten-, laktose-, sojafreien sowie veganen Alternativen                             

All das steht unter der gemeinsamen Überschrift, dass Bio-Eis für echten Genuss steht und einfach Spaß machen darf.
Das Angebot umfasst sämtliche Varianten in großen Bechern oder Schalen und Portionsbechern, ergänzt durch Stiel- und Sandwicheis. Dabei finden sich klassisches cremiges Speiseeis auf Basis von Kuhmilch oder Sahne, Fruchteis und säuerliche Sorbets ebenso wie Varianten aus Joghurt, mit veganen Pflanzendrinks oder aus Schaf- und Ziegenmilch. Neben Herstellern aus Deutschland frischen hier Anbieter aus Italien, den Beneluxländern, Dänemark und teilweise Österreich zusätzlich mit landestypischen Kreationen den Markt auf.

Neu macht vieles nicht erst der Mai

Die Molkerei Schrozberg setzt nicht nur bei den Milchprodukten der weißen Linie seit jeher auf demeter Milch, sondern auch für das vor wenigen Jahren eingeführte Eis und Frozen Yogurt. Nach Fürst-Pückler-Sandwicheis und  einem Erdbeerbecher als Neuheiten im vergangenen Jahr, stellte das Unternehmen den Besuchern der Biofach jetzt die neue Cappuccino-Eiscreme vor und das mit Erfolg: Die Kombination von regionaler Milch, 32 Prozent Sahne und fairtrade Kaffee von Mount Hagen wurde auf Anhieb zum ‘best new product 2018‘ gewählt. Produziert von einer deutschen Eismanufaktur, läuft der Vertrieb über Fresh Five Premiumfood.

Gildo Rachelli gehört dagegen beim Handel mit Bio-Eis eindeutig zu den Pionieren, wobei das Gourmeteis  nicht von ungefähr bei vielen TK-Großhändlern gelistet ist. Das Sortiment aus sahnigem Milcheis und aromatischen Fruchtsorbets trägt ebenfalls das prägnante demeter-Siegel. Seit kurzem bietet das italienische Familienunternehmen zusätzlich die Klassiker Vanille, Schokolade und Stracciatella mit wertvoller Allgäuer Heumilch an – von Kühen, die ohne Silage ausschließlich mit Gras und Heu von ökologischen Wiesen gefüttert werden.

Der Berliner Großhändler Ökofrost hat unter der Preiseinstiegsmarke BioCool mit den Sorten Erdbeere und Fürst Pückler in der 1-Liter-Schale das traditionelle Quartett vervollständigt, und hier bei den Zutaten kurze Erklärungen gegeben.

Trendy und aufmerksamkeitsstark

Demeter-zertifiziertes Eis als auch Bio-Eis mit demeter-Milch in großer Vielfalt steht bei Helador aus Limburg zur Auswahl, wobei hier Herstellung und Vertrieb in einer Hand liegen. Um Eis in Confiserie-Qualität herzustellen, bedürfe es guter Zutaten, Erfahrung und passende Technologie, heißt es bei der Manufaktur.

Überraschende Sorten und eine große, vielseitige Auswahl für lässige, bewusste Genießer

 – dafür ist noch mehr Healthy Planet mit ihrer Marke ‚Das Eis‘ bekannt. Ein Großteil der ebenfalls selbst produzierten Sorten ist vegan (samt der kompostierbaren Verpackung) und oft sojafrei sowie gegebenenfalls mit fairtrade Zutaten hergestellt.

Auch an Ideen für die Vermarktung von Bio-Eis mangelt es dem jungen Team nicht. Zum einen werden passende Bezeichnungen für die Sorten gewählt, wie etwa bei Cheesecake, Brownie und anderen von gleich  sieben Neuheiten in diesem Frühjahr. Zum anderem bietet Healthy Planet für den POS Fahnen oder Aufsteller und Rabatt auf Neuware an. Zudem nutzen sie Digitalien aller Art, beteiligen sich regelmäßig an Awards und machen auch gern Eis-Caterings für Events.

Was aktuelle Geschmackstrends betrifft, darf Kokos nicht fehlen. Für die vielseitige Nuss mit dem exotisch-süßen Aroma machen sich nicht zuletzt noch andere beziehungsweise neue Start-ups stark.

Bei Happy Coco bildet Kokos den Schwerpunkt des gesamten Angebots, das zudem komplett vegan ist. In Deutschland kommt hier ab April Kokosmilcheis in großen und kleinen Bechern dazu. Happy Coco sieht derzeit beste Chancen für den Launch und meint, ihre Testkunden würden vor allem die leichte Kokosnote und gleichzeitig den akzentuiert vollmundig-cremigen Eisschmelzkörper lieben.

Auch Purefood / Lycka führt mehrere vegane Sorten auf Kokosnussbasis. Nach Mono-Sorten wie Coconut Schoko, Mango oder Natur präsentierten die Hamburger auf der Messe mehrere innovative Dreier-Kombinationen. Dabei werden jetzt der vergleichsweise geringe Kaloriengehalt und die Umstellung auf Agavendicksaft als Süßungsmittel stärker betont.

Um „eine Bewegung für guten Konsum aufzubauen“ strebt das sozial engagierte Unternehmen (wie auch andere Gründer) an, dass die Marke Lycka Eis überall erhältlich ist.

Abgefüllt wird in recyclebaren Pappboxen aus FSC zertifiziertem Papier, wie sie auch für die gleichfalls angebotenen Frozen Yogurts genutzt werden. Schon seit letztem Jahr gehört zu dieser Linie unter anderem die Sorte Blaubeere. Dank rund 25 Prozent an frischen Beeren punktet das Eis mit intensiver Farbe und fein süßsaurem Geschmack. Und Blaubeere könnte durchaus ein weiterer Eis-Trend für dieses Jahr werden. Auf der Biofach traf man zumindest nicht mehr nur bei Anbietern aus Skandinavien darauf.

Bewusste Ernährung ist auch bei Eis angesagt – aber locker verpackt

Eis aus oder mit Joghurt zeichnet sich zum einen durch eine feine säuerliche Nuance im Geschmack aus, zum anderen durch einen in der Regel geringeren Kaloriengehalt. Hier ist unter anderem Fresh Five Premiumfood mit ihrer Eislinie Kiss Yo aktiv. Neben dreimal spritzigem Fruchtsorbet umfasst die Auswahl mehrere Sorten Joghurteis im Becher und  am Stiel – übrigens einmal mehr mit Blaubeere.

Der Fettgehalt liegt bei weniger als 1,5 Prozent. Bewusste Ernährung und unkompliziertes Eisvergnügen gehen also problemlos zusammen, wobei Kiss Yo mit einem modernen Markenauftritt in erster Linie eine urbane und junge Käuferschicht erreichen möchte.

Beim Thema besser Essen spielt auch der eingesetzte Zucker eine Rolle. Allerdings sorgt dieser bei Speiseeis nicht nur für den Geschmack, sondern macht zudem die Verarbeitung bei tiefen Temperaturen möglich und trägt zur Textur bei. Wie bereits angesprochen, ersetzen manche Hersteller den für Bio-Produkte üblichen Rohrzucker ganz oder teilweise durch Agavensirup als alternatives Süßungsmittel.

Bei Is fra Skarø, der auf der gleichnamigen dänischen Insel produzierten Marke mit Gourmet-Eiscreme und Sorbets, Softeis und Eis für den Gesundheitssektor, wird dagegen mit Birkensaft und Süßtang (Kelp) gearbeitet. Beide sollen wie natürliche Geschmacksverstärker wirken und die fruchteigene Süße von Beerenobst unterstützen oder das Aroma etwa von Lavendel, Holunderblüte oder Lakritz abrunden.

Ebenfalls dänische Wurzeln hat Kramers Eis, die über die Exportplattform für kleine junge Unternehmen Northern Organic den Weg in den deutschen Handel finden wollen. Das Besondere bei den bisher vier Mono-Sorten Milcheis ist der Verzicht auf zusätzliche Sahne und noch mehr der hohe Proteingehalt. Das kommt nicht von ungefähr,  sind doch eiweißreiche Lebensmittel derzeit sehr gefragt.

Gleich beide Ernährungstrends hat De Ijshoeve aufgegriffen und will demnächst Eis mit süßem Bio-Erythrit sowie ein Protein-Eis auf den Markt bringen. Damit erweitern die Holländer das bisherige Bio-Sortiment mit weich schmelzendem Eis aus Milch von heimischen Jersey-Kühen und sogar Ziegenmilcheis.

Milch und Nicht-Milch – die weißen Alternativen

Schon immer hat die Bio-Branche auch die Menschen im Blick, die Kuhmilch nicht vertragen oder aus anderen Gründen darauf verzichten möchten. Liegt das Problem im Kuhmilcheiweiß, eignen sich als  natürliche Alternativen Ziegen- und Schafmilch. Erstere gilt als besonders bekömmlich und ist von  Natur aus laktosearm, für letztere sprechen unter anderem ein höherer Nährstoffgehalt und gute Sättigung. Aus beiden Milchsorten lässt sich schmackhaftes Eis herstellen, das allerdings seinen Preis hat und selten ist.
Ziegenmilcheis gibt es daher überwiegend bei Direktvermarktern. Das Vanille-, Erdbeer-, Schoko- und Pistazien-Ziegenmilcheis von De Ijshoeve stellt insofern eine seltene Ausnahme dar. Eis aus Schafmilch kommt nicht nur bei Kuhmilchallergikern gut an.

Die Jakobsberger Milchbauern führen je zwei Sorten Milch- und Joghurt-Schafeis in demeter Qualität. Abgefüllt im kleinen Schraubglas, werden die Produkte vorrangig über demeter Felderzeugnisse vertrieben. Eisl Eis aus Salzburg hat die Nische Schafmilcheis ebenfalls entdeckt und erweitert mit der handwerklich hergestellten Spezialität ihr Bio-Sortiment.
Deutlich größer ist die Auswahl an veganem Bio-Eis aus Pflanzendrinks.

Kokosmilcheis wurde bereits als eine der neuen Varianten genannt, wobei zu den Anbietern auch Helador, Frozen Dutch und andere gehören. Dazu kommen Eis auf Soja-, Reis-, Mandel- und vereinzelt Haferbasis. Der niederländische Eis-Großhändler Udea hat beispielsweise im veganen Bereich gleich mehrere Marken im Portfolio, unter anderem SoYeah (Sojaeis von Icecream factory, peppig-frech, viel Impulseis) und BonIce (Reiseis von Bonvita, glutenfrei, Stieleis).

Schon länger sind jedoch einige italienische Anbieter von Bio Eis in diesem Segment aktiv, etwa La Via Lattea mit feinem Mandelmilcheis. Bleibt Bio-Hafereis, für das die etablierte Biokonditorei Bucheckchen einer der wenigen Anbieter ist.  

Doch was ist mit der Herausforderung, wie man eine Irritation durch den Eigengeschmack der pflanzlichen Alternativen verhindert? Die Lösung liegt wie so oft in der Gesamtrezeptur mit aufeinander abgestimmten Zutaten.
Rawito aus Prag etwa, setzt bei der außergewöhnlichen Auswahl an Impulseis als Basis Cashewkerne, Erdnüsse sowie wieder Kokosmilch ein.

Datteln liefern die gewünschte Süße, in der umhüllenden Schokoladenglasur Kokosblütenzucker. Dazu kommen geringe Mengen von Superfoods und Fruchtnoten. Noch mehr betont Rawito den Rohkostcharakter, wozu alle Bestandteile pflanzlicher Herkunft zum Schutz der Nährstoffe bei Temperaturen unter 42 Grad verarbeitet würden. Für den Vertrieb im deutschen Handel hat das junge Unternehmen demeter Felderzeugnisse als Partner gefunden.

Bettina Pabel

Die Lust an der (Aus)Wahl

Das Bio Speiseeis-Angebot für den stationären Einzelhandel ist mittlerweile groß. Was die Frage einer Auswahl betrifft, bieten sich drei Gruppen an:

  • traditionelle Lieblingssorten wie Vanille, Schokolade und Erdbeere
  • fruchtige und, oder exotische Varianten
  • allgemein angesagte Zutaten und ev. limitierte Specials

 

Schon gewusst?

  • Bei Eis gehen Mengenangaben in Gewicht und Volumen durch die eingeschlagene Luft oft deutlich auseinander.
  • Joghurt-Eis wird Joghurt zugesetzt, für Frozen Yogurt fettarmer Joghurt gefroren.
  • Die Milch für Demeter-Eis kommt von Kühen, die ihre Hörner behalten dürfen.
  • Schafe geben im Schnitt nur eineinhalb Liter Milch und damit einen Bruchteil der Menge von Kühen.
  • Fruchtsorbet und Fruchteis sind nicht automatisch vegan, sondern enthalten teilweise Gelatine, Ei oder tierisches Cochenille-Rot.
  • Für ein volles Geschmackserlebnis sollte Eis nicht ganz truhenkalt geschleckt werden.
  • Angebrochene Verpackungen zum Schutz vor störender Eiskristallbildung möglich rasch verschließen und  zurückstellen.

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