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alte Sorten

Bio, regional und alt: Traditionelle Gemüsesorten neu bei Alnatura

Anpassung an Klimawandel / Vielfalt vom Acker statt von der Saatgutbank

Bickenbach, 30. Mai 2017  |   Zur jetzt beginnenden Erntezeit gibt es bei Alnatura wieder alte Gemüsesorten aus regionalem und saisonalem Bio-Anbau, diesmal mit einem noch um­fang­­reicherem Sortiment von insgesamt 15 Produkten.

In Zusammenarbeit mit der gemein­nützigen Organisation ProSpecieRara, die sich für die Bewahrung gefährdeter Kultur­pflan­zen und den Erhalt biologischer Vielfalt einsetzt, bieten alle Alnatura Super Natur Märkte ein jeweils regional spezifisches Sortiment an. Tomaten, Zucchini, Radieschen, Auber­ginen, Kohlrabi oder Kartoffeln: Alle 15 traditionellen Gemüse zeichnen sich durch ihren intensiven Geschmack und zum Teil ungewöhnliche Farben und Formen aus. So hat die Aubergine Rotonda bianca sfumata di rosa hellviolette und weiße Streifen, die langovale Kartoffel Blaue St. Galler behält auch nach dem Kochen ihre intensive blaue Farbe.

Im Gegensatz zu den verbreiteten Hochleistungssorten sind alte Gemüsesorten optimal an geographische, klimatische und auch kulturelle Bedingungen angepasst. Damit sind sie widerstandsfähiger und auch geschmacksintensiver. Doch die traditionellen Land­sor­ten werden vom Einheitsgemüse immer weiter verdrängt. Laut Weltgesund­heits­orga­nisation (WHO) sind seit dem 20. Jahrhundert in Deutschland rund 90 Prozent der alten Sorten verloren gegangen.

18 Bio-Landwirte aus verschiedenen Regionen Deutschlands bauen je nach Boden­be­schaffenheit und Fruchtfolge die Gemüse-Raritäten an und beliefern die Alnatura Filialen über regionale Bio-Großhändler. Einzig die französischen Ochsenherz-Tomaten werden im Land ihres Ursprungs kultiviert. Iris Förster, Geschäftsführerin von ProSpecieRara, unter­streicht die Bedeutung von Vielfalt auf den Äckern.

„Normiertes Gemüse geht oft zulasten des Geschmacks und führt zu Monotonie auf den Feldern. Vielfalt dagegen bietet neben tollen Geschmackserlebnissen auch eine bessere Anpas­sungs­fähig­keit und Toleranz gegenüber Schädlingen. Durch den Klimawandel gibt es in Deutsch­land vermehrt Heißwetter- und Starkregentage. Dafür brauchen die Landwirte Pflanzen, die sich an die veränderten Umwelt­bedingungen anpassen oder für die Züchtung neuer Sorten verwendet werden können. Alte Gemüsesorten leisten das.“

Ein weiterer Pluspunkt für alte Sorten: Sie sind samenfest, d. h. aus ihrem Saatgut kön­­nen Pflanzen wachsen, die dieselben Eigenschaften und Erscheinung haben wie ihre Eltern­pflanzen. Samenfestes Bio-Saatgut bringt Gemüse hervor, das den Bedingungen des Öko-Landbaus entspricht: robuste Sorten, die auch ohne den Einsatz von Chemie stabile Erträge bringen und Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Krankheiten bieten.

Moderne Sorten dagegen sind in der Regel sogenannte Hybridpflanzen. Sie sind nicht samen­­fest und eignen sich deshalb nicht für die Nachzucht. Somit müssen Bauern nach jeder Ernte neues Saatgut kaufen. Weil sich das Angebot der großen Agrarkonzerne zuneh­mend auf wenige Hochleistungssorten konzentriert, versuchen Forscher dem Rückgang an Vielfalt mittels Saatgutbanken und –tresoren entgegenzuwirken. Dort bewahren sie das Erb­gut gefährdeter Pflanzen für nachfolgende Generationen auf.  Bernhard Sauer, Bereichs­verantwortlicher Einkauf bei Alnatura, kommentiert: „Durch die Zusammenarbeit mit ProSpecieRara können wir bei Alnatura Gemüsevielfalt direkt vom Acker anbieten – ganz ohne Saatgutbanken.“

 


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