Tofutown
Dürfen pflanzliche Produkte „Käse“ heißen?
Tofutown erwartet EuGH-Urteil zu „Veggie Cheese“ & Co.
Der Hersteller vegetarischer Bio Lebensmittel Tofutown, vertreten durch die Kanzlei Wilde Beuger Solmecke, wurde verklagt, weil er seine pflanzlichen Produkte „Veggie Cheese“ oder „Tofu Butter“ genannt hat. Der Grund: Eine EU-Verordnung besagt, dass nur tierische Produkte als „Milch, Käse, Butter & Co.“ bezeichnet werden dürfen. Die Frage, die der EuGH zu entscheiden hat ist, ob dies auch gilt, wenn auf dem Produkt deutlich darauf hingewiesen wird, dass es sich um ein pflanzliches Alternativprodukt zu Käse, Milch oder Butter handelt.
Michael Beuger, Rechtsanwalt und Partner der Kanzlei Wilde Beuger Solmecke, äußert sich zu dem Verfahren: „Fast ein Drittel der auf diesem Planeten lebenden Menschen, insbesondere im asiatischen Raum, essen Pflanzenkäse und trinken Pflanzenmilch – und benennen das selbstverständlich auch so. Anders in der Europäischen Union: Eine EU-Verordnung wird von einigen Gerichten der Mitgliedsländer so ausgelegt, dass grundsätzlich nur Produkte als Milch, Käse und Butter bezeichnet werden dürfen, die als so genannte ‚Eutersekretion‘ gemolken, also aus tierischer Milch hergestellt wurden.“
Dies könnte der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) aber nun in einem Vorabentscheidungsverfahren ändern. Am 14. Juni wird er voraussichtlich darüber entscheiden, ob auch pflanzliche Produkte mit Zusätzen wie „Veggie“ oder „Soja“ als „Käse, Milch, Butter & Co.“ bezeichnet werden dürfen.
EU-Verordnung zu „Milch“-Produkten noch zeitgemäß?
„Nach der Intention des Verordnungsgebers sollen Verbraucher und Erzeuger davor geschützt werden, dass Hersteller Billigprodukte fälschlicherweise als Milcherzeugnisse bezeichnen, in Verkehr bringen und den Eindruck erwecken, es handele sich um tierische Milcherzeugnisse, um sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen“, so Beuger.
Fleisch- und Milchalternativen seien aber mittlerweile in allen Lebensmittelläden und Vertriebskanälen in der EU angekommen. Das Bewusstsein der Verbraucher habe sich entsprechend deutlich gewandelt. Anders als im sogenannten „Analog-Käse“-Skandal sollten Verbraucher gerade nicht über den tatsächlichen Inhalt getäuscht werden. Stattdessen sollten sie dazu bewogen werden, sich gezielt für eine pflanzliche und hochwertige Bio-Alternative zu Käse aus Tiermilch zu entscheiden. Daher sei es gerade wichtig, sie darüber aufzuklären, welcher pflanzliche Rohstoff den tierischen Rohstoff im Milchprodukt ersetzt.







