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Frozen Yogurt

Frozen Yogurt: Frische Bio-Qualität aus der Kühltheke

Eishersteller fresh five premiumfood bedient Handel mit drei Produktlinien

fresh five premiumfood ist deutschlandweit der einzige Anbieter eines frischen Frozen Yogurt-Mixes in Bio-Qualität. Mittlerweile produziert das Heilbronner Unternehmen auch 25 Frozen Yogurt- und Eis-Produkte. Während es den Bio-Fachhandel mit der Marke ‚Demeter Schrozberger Milchbauern‘ beliefert, bietet es mit ‚kissyo‘ und der veganen Marke ‚Carlotta‘ zwei Linien für den LEH. Auch 2017 will das Team um Geschäftsführer Lutz Haufe kräftig wachsen und mehr als zwei Millionen Euro umsetzen.

„Meine Tochter ist schuld“, sagt Haufe, als er sich an die Anfänge seines Unternehmens erinnert. 2009 seien sie im Urlaub in Kalifornien auf Frozen Yogurt aufmerksam geworden. „Statt an den Strand zog es meine Tochter immer in den Verkaufs-Shop“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Ein Jahr später machte sich der Manager, der 15 Jahre in der Geschäftsleitung von Kaufland tätig war, selbstständig. „Ich hatte damals keinen exakten Businessplan und wusste noch nicht, dass ich einmal Eishersteller werde“, sagt er. Heute arbeitet er gemeinsam mit acht Mitarbeitern an neuen Frozen Yogurt- und Eissorten sowie an deren Vermarktung.

Das klassische Eis bestehe aus Sahne, Milch und Zucker. „Bei Frozen Yogurt werden Sahne und Milch durch Joghurt ersetzt. Es ist eine andere Art von Eis, ähnlich wie bei Sorbet“, erklärt Haufe. Und kalorienarm: Statt aus zehn bestehe es nur aus 1,5 Prozent Fett.

Mit dem Ziel, deutschlandweit Frozen-Yogurt-Filialen zu etablieren, habe er 2010 in einer Eisfachschule die Herstellung von Eis erlernen wollen. Ernüchtert habe er feststellen müssen, dass die meisten Eishersteller unter ‚handwerklichem‘ Eis das Zusammenrühren verschiedener vorgefertigter Pasten verstehen. „So wollte ich kein Eis produzieren. Ich wollte ein frisches Bio-Produkt.“

In der Molkerei Schrozberg fand Haufe schnell einen Projektpartner. „Eine Softeismaschine war schnell ausgeliehen und wir konnten mit der Produktentwicklung beginnen. Nach drei Monaten hatten wir unser erstes cremiges Ergebnis: Einen Frozen Yogurt-Natur-Mix“, sagt er.

2011 eröffnete er zwei Läden in Rothenburg ob der Tauber und Heilbronn mit dem Namen ‚yo’and go ‘. Schon kurz darauf sei ihm bewusst geworden, dass das eigene Produkt weitaus größeres Potenzial hat.

Frozen Yogurt-Mix für Shop-Betreiber

„Drei Monate nach der Eröffnung unserer Läden begannen wir damit, unseren Frozen Yogurt-Natur-Mix im fünf-Liter-Behälter an andere Shops zu vertreiben. Das war die Geburtsstunde unserer Vertriebsfirma fresh five premiumfood. Meine Grundidee war damals schon, dass sich Qualität immer durchsetzen wird“, sagt er.

Heute beliefere das Unternehmen ausschließlich Shops, die mehr als einen Betrieb haben oder die Bio-Qualität zu schätzen wissen. Das seien weniger als 20 in Deutschland, Österreich und Holland. Neben dem Hauptprodukt Natur gebe es jedes Jahr zwei Saisonsorten. Aktuell seien das Mango-Maracuja und Blutorange.

Fachhandelsmarke Demeter Schrozberger Milchbauern

Ab Oktober sei die Nachfrage nach Frozen Yogurt in den Shops spürbar zurückgegangen. „Das hatten wir anfangs nicht ausreichend bedacht. Deshalb entschieden wir uns dafür, Frozen Yogurt zusätzlich an den Einzelhandel zu liefern. Dieses Ganzjahresgeschäft ist bis heute unser Hauptbusiness. Zwar essen die Deutschen jedes Jahr nur zirka acht Liter Eis. Dafür kaufen sie aber 80 Prozent im Handel oder am Kiosk und konsumieren lediglich 20 Prozent in der Eisdiele“, sagt Haufe. 

Mit einem Eishersteller testete er 2012 den Frozen Yogurt in Bio-Qualität solange, bis er sich für die Tiefkühltruhe mit Temperaturen von minus 18 Grad eignete. Das erste Produkt, der Natur-Mix im Becher, wurde 2013 als ‚Best New Product‘ auf der Biofach ausgezeichnet. „Das war unser Einstieg in die TK-Produktion für den Handel. Gestartet sind wir mit der Demeter-Linie im Bio-Fachhandel.“

Zu den Frozen Yogurt-Produkten unter der Marke ‚Demeter Schrozberger Milchbauern‘ gehören Natur und Mango-Maracuja im 500-Milliliter-Becher sowie Himbeere am Stiel. „Vor zwei Jahren haben wir damit begonnen, auch klassisches Eis zu produzieren. Das gibt es in den Sorten Schoko, Vanille und Stracciatella im 500-Milliliter-Becher, Schoko am Stiel, ‚Flecken am Stecken‘ und Sandwich-Eis. Wir schauen uns nach Nischen auf dem Markt um. Das Sandwich-Eis, mit dem wir 2017 erneut Best New Product auf der Biofach wurden, war so eine Lücke, weil es vorher nur als konventionelles Produkt erhältlich war.“ Vertrieben werden die Artikel unter anderem von Bio Company, Denn’s und Alnatura.

Mit kissyo und Carlotta in den LEH

„Die Molkerei Schrozberg hat eine bewährte Fachhandelstrategie. Somit können wir mit den Demeter-Produkten nur einen kleineren Teil des Gesamtmarkts bedienen“, sagt Haufe. „Deshalb haben wir 2013 auf der Anuga unsere Frozen Yogurt-Marke ‚kissyo‘ in Bio-Qualität für den LEH vorgestellt. Edeka Minden-Hannover war einer unserer ersten Kunden.“ Mit Gelato Classico in Hilter wurde mittlerweile ein größerer Hersteller gefunden, die Produktentwicklung erfolgt gemeinsam.

Zu den vier Frozen Yogurt-Sorten im 500-Milliliter-Becher zählen Natur, Mango-Maracuja, Himbeere und Vanille-Erdbeere. Natur und Mango-Maracuja sind auch im 125-Milliliter-Becher erhältlich. Zudem gibt es Mango-Maracuja und Himbeere am Stiel im Einzel- und Multipack – „ein echtes Alleinstellungsmerkmal“.

Neu ist das vegane Eis ‚Carlotta‘ in den Sorten Vanille und Schokolade auf Kokosnuss-Basis. „Wir haben uns entschieden, die Produkte aus konventionellen Zutaten herzustellen, um zu testen, wie sie beim Verbraucher ankommen. Die Resonanz ist hervorragend“, sagt Haufe. „Wir wollen mit unseren drei Linien für jeden Händler die passende Lösung bieten.“ ‚Carlotta‘ werde komplett von Gelato Classico hergestellt und sei bald auch mit Matcha erhältlich.

Die LEH-Produkte gibt es zum Beispiel bei Kaufland, Edeka oder Rewe. ‚kissyo‘ liegt auch in den Kühltheken österreichischer Supermärkte. Als weiteren Vertriebsweg könne sich Haufe auch Discounter mit passender Markenstrategie vorstellen. 

Mehr Außendienstmitarbeiter

Als nächstes will der Unternehmer seinen Außendienst weiter verstärken. In Berlin verkaufe fresh five premiumfood seine Produkte inzwischen an über 450 Verkaufsstellen. In Hannover, Oldenburg und Bremen seien es zirka 250. „Wenn wir dort weitere 500 Läden mit unserem Sortiment ganzjährig betreuen, haben wir unsere Zwischenetappe erreicht“, sagt er.

Aus Erfahrung wisse er, dass eine Listung und erste Lieferung keine Garantien für Erfolg seien. Entscheidend sei, dass der Kunde die Produkte im Laden auch wirklich vorfinde. „Unser größter Umsatz-Verhinderer ist die Nicht-Verfügbarkeit von Ware im Laden, zum Beispiel wegen mangelhafter Pflege der Truhen oder fehlender Nachbestellung. Neben der Betreuung der Märkte, die über die jeweiligen Zentralen beliefert würden, solle der Außendienst auch selbstständige Händler für die Lieferung auf Strecke gewinnen.

2020 soll kissyo die führende Bio-Frozen-Yogurt-Marke sein

Für die Zukunft hat sich Haufe einige Ziele gesetzt. In erster Linie will er seine Position im Bio-Fachhandel mit Produkten wie Multipacks ausbauen. „Wir müssen Fachhändlern bestimmte Varianten anbieten, da ihre Ladenflächen nur begrenzt Platz in der Tiefkühltruhe bieten. Zudem wachsen wir organisch mit dem Markt.“

Außerdem will er weitere Vertriebswege einführen. „Wir könnten zum Beispiel größere Unternehmen mit unseren Produkten im Office beliefern.“ Der Online-Vertrieb über mytime.de sei eher eine strategische Maßnahme, um Kunden zu bedienen, die keinen seiner Handelspartner in der Umgebung haben.

Der Handel in Deutschland setze mit Eis ungefähr 1,2 Milliarden Euro zu VK-Nettopreisen um, 45 Prozent davon allein mit Eigenmarken, sagt Haufe. Weitere 800 Millionen Euro würden in den Bereichen Kiosk, Tankstelle und Gastronomie erwirtschaftet.

„Ab diesem Jahr wird ‚kissyo‘ auch von Lekkerland an Tankstellen vertrieben. 2020 soll sie die führende Bio-Frozen-Yogurt-Marke in Deutschland und Österreich sein.“ Die Bio-Marke für den LEH eigne sich auch gut für andere Produktgruppen außerhalb der Kühltruhe: „Wir arbeiten zurzeit an verschiedenen Kategorien, die zur Marke und dem Segment Joghurt passen“, sagt Haufe.

Sina Hindersmann


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