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dm erwartet Bio-Umsatzanteil von 10 Prozent 

Bilanz 2015/16: Positive Entwicklung in Deutschland und Europa

Das Bio-Sortiment bei dm habe sich „sehr dynamisch entwickelt und wird wohl in absehbarer Zeit einen Umsatzanteil von 10 Prozent erreichen“, sagte Erich Harsch, Vorsitzender der Geschäftsführung, bei der dm-Jahrespressekonferenz in Karlsruhe.

Im Geschäftsjahr 2015/16 wuchs der Umsatz in Deutschland um 6,6 Prozent beziehungsweise 467 Millionen Euro auf 7,5 Milliarden Euro. Ähnlich erfolgreich waren auch die elf Länder mit dm-Standorten in Österreich und Südosteuropa mit einem Plus von 8,1 Prozent und einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro. Insgesamt steigerte dm seinen Umsatz um 7 Prozent und setzte 9,7 Milliarden Euro um. Für das nächste Geschäftsjahr erwartet Harsch einen Jahresumsatz von über 10 Milliarden Euro.

Das Bio-Lebensmittelsortiment sei inzwischen rund 1.000 Artikel stark. Davon umfasse die Eigenmarke dmBio über 350 Artikel. Dass sie dm-Kunden in einer Befragung zu Bio-Handelsmarken auf Platz 1 gewählt haben, sei ein „echter Überraschungserfolg“ gewesen.

Den Vorschlag seitens dm, seine Differenzen mit Alnatura durch ein Schiedsgericht bereinigen zu lassen, habe Alnatura-Inhaber Götz Rehn abgelehnt und stattdessen den Liefervertrag fristlos gekündigt. Nach bioPress-Schätzungen dürfte Rehn dadurch einen Jahresumsatzwert von über 150 Millionen Euro aufgekündigt haben. Harsch betonte, dass erst mit der Kündigung des einstigen Partners für die Alnatura-Produkte schnell Ersatz gefunden werden musste.

Durch die Mono-Marke Alnatura, die seit 1987 in den Regalen von dm präsent war, habe dm die ganzheitliche Bio-Sortimentsgestaltung lange Zeit vernachlässigt, so Harsch. Zu den neu gelisteten Bio-Produkten zählten neben dmBio auch Artikel von Davert und Veganz.

Im neuen Geschäftsjahr sei die Einführung weiterer innovativer Marken und Produkte im Bereich des vegetarischen, veganen und besonders nährstoffreichen Angebots geplant. Viele Erzeuger bekundeten Interesse an einem Regalplatz in den dm-Märkten. Die Eigenmarken wie dmBio seien dazu gedacht, den Kunden preisgünstige Alternativen zu bieten und nicht, um andere Marken zu verdrängen. Seit Jahren betrage der dm-Eigenmarken-Anteil 40 Prozent am Gesamtsortiment.

Zudem soll der Vertrag, den dm mit dem Öko-Landbauverein Naturland abgeschlossen hat, spürbar mit Leben gefüllt werden. „Gemeinsam mit Naturland wollen wir 2017 eine Initiative starten, die den Ökolandbau im Inland wie im Ausland unterstützt“, sagte Harsch.

Neben dem Bereich Ernährung habe dm sein Sortiment auch im Bereich Körperpflege um die vier Naturkosmetikmarken i+m, Sante, Dr. Bronner und Nonique erweitert. Heute führe dm insgesamt 28 verschiedene Bio-Marken.
In den letzten Jahren habe dm den Anteil von Zusatzsortimenten weiter verringert und seine Sortimentskompetenz in den drogistischen Kernsortimenten ausgebaut, insbesondere für die Bereiche Schönheit, Gesundheit, Baby und Gesunde Ernährung, so Harsch.

Neue dm-Zentrale und erweitertes Logistik-Netzwerk

Der Spatenstich für die neue Unternehmenszentrale in Karlsruhe-Durlach fand im Juli dieses Jahres statt. Der Einzug sei für das Frühjahr 2019 geplant, so Harsch. Rund 120 Millionen Euro werde dm in das Gebäude investieren.
Um künftig kürzere Transportwege in das norddeutsche Filialnetz zu ermöglichen, erweitern dm und der dänische Transport- und Logistikdienstleister DSV ihr Logistik-Netzwerk um einen weiteren Standort. Im Juni starteten auf einer Fläche von 54.000 Quadratmetern die Bauarbeiten für ein neues Volumenverteilerzentrum bei Peine. Bis Frühjahr 2017 soll das Lager sukzessive in den Vollbetrieb hochgefahren werden.

Erweiterung des Filialnetzes

Im vergangenen Jahr wurden über 100 dm-Märkte erneuert und 81 neue dm-Märkte eröffnet. Im kommenden Jahr werde dm in etwa der gleichen Dimension in Deutschland in das Filialnetz investieren. Möglicherweise stellten auch einige der frei werdenden Tengelmann-Standorte eine Option dafür dar, antwortet Harsch auf eine Nachfrage.

In allen zwölf Ländern waren es im Berichtszeitraum 212 Millionen Euro Investitionsvolumen für insgesamt 125 neue Märkte, sodass dm nun ein Netz von 3.349 Märkten betreibt. Bis 2018 will der Drogeriemarkt weiter ins Ausland expandieren. Geplant ist die Eröffnung neuer Märkte in Norditalien.
Hierzulande besuchten jeden Tag 1.000 Menschen einen der 1.825 dm-Märkte – „das sind mehr als 1,8 Millionen Kunden täglich“, so Harsch. Mittlerweile arbeiten 39.000 Mitarbeiter bei dm in Deutschland.

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