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Studie

Jeder Vierte kauft regelmäßig Bio-Lebensmittel

Ökobarometer 2016 veröffentlicht

Ein Viertel der Menschen in Deutschland achtet beim Einkauf von Lebensmitteln gezielt auf Bioprodukte, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Ökobarometers 2016. 24 Prozent der deutschen Verbraucher greifen beim Einkauf häufig oder ausschließlich zu Bio-Lebensmitteln, weitere 46 Prozent tun dies gelegentlich.

  • © Ökobarometer 2016

Im Vergleich zu 2013 finden sich in der generellen Häufigkeit des Bio-Lebensmittelerwerbs nur minimale Veränderungen, im Durchschnitt bleibt sie gleich. Leichte Bewegungen gibt es in Richtung der Pole. Die Zahlen der Käufer, die ausschließlich Bio kaufen und die der Totalverweigerer sind etwas angestiegen. Das Interesse an Bio-Lebensmitteln zeigt zwischen Jung und Alt keine eindeutigen Unterschiede.

Warengruppen und Einkaufsstätten

Doppelt so viele Frauen wie Männer konsumieren ausschließlich oder häufig Bio-Lebensmittel. Die Häufigkeit steigt bis zu einem Alter von 70 Jahren stetig an. Das Bio-Lieblingsprodukt der Deutschen ist das Ei. Zwei Drittel der Befragten geben an, regelmäßig Bio-Eier zu erwerben (plus zehn Prozentpunkte), dicht gefolgt von Gemüse, Obst und der Kartoffel.

Der Bio-Fleischkonsum ist stark gewachsen und hat bei der Kaufhäufigkeit die Milchprodukte überholt. Bio-Brotwaren und sogar Fisch aus ökologischer Produktion übertreffen bei der Häufigkeit noch die Trockenwaren Nudeln, Mehl oder Reis. Getränke, Babynahrung, Süßwaren und alkoholische Getränke bilden das Schlusslicht.

Präferenz der Einkaufsorte

Es gab eine deutliche Steigerung bei ökologisch orientierten Einkaufsstätten wie Bioladen, Bio-Supermarkt oder Reformhaus. Dennoch kauft die Mehrheit der Deutschen Bio-Lebensmittel vor allem im Supermarkt und beim Discounter ein. Das sind die Einkaufsorte, die jeder regelmäßig nutzt.

Beim Kauf von Bio-Fleisch ist der Metzger für drei von vier Nutzern die bevorzugte Einkaufsstätte. Der Bäcker und Wochenmarkt kommt in der Präferenz der Bio-Einkaufsstätten noch vor dem Bioladen bzw. Naturkostladen. Dahinter folgt der Kauf direkt beim Erzeuger und im Bio-Supermarkt. Gefragt wurde auch nach Drogeriemärkten, Reformhäusern, Abokisten und dem Interneteinkauf, Kiosken und Tankstellen.

Gründe und Aspekte beim Bio-Lebensmittelkauf

2016 stehen andere Kaufgründe im Fokus als 2013. Der faire Handel ist weniger ausschlaggebend. Es gab einen Rückgang um 17 Prozent. Dafür legen die Konsumenten mehr Wert auf gentechnikfreie und wenig behandelte Lebensmittel (Zuwachs elf bzw. acht Prozentpunkte). Artgerechte Tierhaltung, Regionalität, geringe Schadstoffbelastung und gesunde Ernährung rangieren ganz vorne vor dem Umweltschutz.

Bei den wichtigsten Aspekten für den Erwerb zeigt sich inhaltlich ein ähnliches Bild. Stark gestiegen um zwölf Prozent ist jedoch der natürliche Geschmack. Frischer Geschmack und das Vermeiden von Agrarchemie-Rückständen sind den Befragten wichtiger als Sozialstandards, Umweltschutz oder ein Warenzeichen der Ökoverbände.

Das Ökobarometer wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft regelmäßig in Auftrag gegeben. Es ist eine repräsentative telefonische Umfrage zum Konsum von Bio-Lebensmitteln. Die aktuelle Studie wurde von infas im Januar 2016 auf der Basis von 1.005 Interviews durchgeführt und ausgewertet. Das vorherige Ökobarometer stammt aus dem Jahr 2013.

http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Ernaehrung/Oekobarometer2016.pdf
 

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