Tierhaltung
Bio-Küken künftig in ausreichender Zahl verfügbar
Zusätzliche Bio-Brüterei schließt bisherige Angebotslücke
Finkenthal/Kroge, Juli 2014 | Mit der Inbetriebnahme einer weiteren Bio-Elterntierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern sowie der Umstellung einer Legehennen-Brüterei in Kroge (Nähe Diepholz) auf den reinen Bio-Betrieb schließt Die Bio-Brüterei GmbH mit Sitz in Finkenthal (Fürsten-hof) eine wichtige Lücke in der Prozesskette für Bio-Eier: Waren Landwirte aufgrund der nicht lückenlosen Verfügbarkeit von Bio-Küken bislang gezwungen, auch Küken von konventionell gehaltenen Elterntieren zu nutzen, verbessert sich die Verfügbarkeit aufgrund der Schaffung nennenswerter Kapazitäten für den Schlupf von Bio-Küken erheblich. Die bislang einzige Bio-Brüterei in Deutschland mit relativ begrenzter Bio-Elterntierkapazität bediente nur einen kleineren Bio-Legehennen-Markt (hauptsächlich Demeter).
Obwohl für jeden Bio-Legehennen-Halter grundsätzlich die Verpflichtung bestand und besteht, Bio-Küken zu verwenden, konnte die bisherige Demeter-Brüterei den Bedarf an Bioküken bei weitem nicht decken. Mit der Eröffnung einer weiteren Bio-Brüterei sehen die künftigen Anbieter von Bio-Küken einen logischen Schritt zur Schließung dieser Lücke und zur Verbesserung der Qualität des Bio-Kreislaufs. Die Bio-Küken-Anbieter sind der Meinung, der Verbraucher habe ein Recht auf eine konsequente, transparente Erzeugung von Bio-Eiern. Die Akzeptanz dafür sollte bei allen Beteiligten leicht zu erzielen sein, denn dieser dringend notwendige Schritt ist für weniger als einen Cent mehr pro Ei relativ leicht und erschwinglich umzusetzen.
„Die Gesamtinvestitionen für die Umstellung der Brüterei sowie die Inbe-triebnahme der Elterntierhaltung werden sich zunächst auf einem Niveau zwischen zwei und drei Millionen Euro bewegen“, sagt Jürgen Reimers, Geschäftsführer der neuen Bio-Brüterei.
Elterntiere unter Bio-Bedingungen gehalten und ökologisch gefüttert
Im Unterschied zu herkömmlichen (d. h. konventionellen) Tieren stammen die Bio-Küken von Bio-Elterntieren, die bereits strikt unter Bio-Bedingungen gehalten und von Beginn an mit Bio-Futter gefüttert werden müssen. „Es ist mittlerweile erwiesen, dass diese Bio-Küken bei sonst gleicher Veranlagung besser für die anspruchsvollen Haltungsbedingungen in ökologischen Betrieben geeignet sind“, so Reimers. Die neuen Bio-Elterntiere, die wiederum aus der französischen Basiszucht der Ras-se Novogen abstammen, werden auf Farmen der Erzeugergemeinschaft Fürstenhof in Mecklenburg-Vorpommern gehalten.
Dort wird bereits seit elf Jahren ökologische Geflügelhaltung sehr erfolgreich und professionell nach dem Prinzip der ökologischen Kreislaufwirtschaft in der Region betrieben. Dazu gehört neben der Erzeugung des eigenen Getreides als Futtermittel und der Eierproduktion auch die Verwendung der Exkremente als Düngemittel. Von den neuen Elterntier-Farmen kommen die Eier in die Brüterei in Kroge, wo die Küken nach 21 Tagen schlüpfen. Um die Einhaltung der strengen Hygienebestimmungen zu gewährleisten, erfolgt der Transport der Küken zu den Aufzucht-betrieben in firmeneigenen Fahrzeugen.
Legehennen-Rasse Novogen in Deutschland bestens eingeführt
Die Rasse Novogen ist erfolgreich in der Praxis erprobt und in Deutschland bereits bestens eingeführt. Dabei hat sich gezeigt, dass die Tiere aufgrund ihres ruhigen Verhaltens sowie ihrer guten Körpersubstanz ideal für die Bio-Legehennenhaltung geeignet sind. Novogen betreibt darüber hinaus intensive Forschung hinsichtlich des „Zweinutzungshuhns“, das sich sowohl für die Lege- als auch für die Mastrichtung eignet. „Mit der Haltung dieser Rasse beschreiten wir einen künftig gangbaren Weg, um die Tötung männlicher Eintagsküken zu reduzieren“, sagt Reimers.
Unterstützt bzw. umgesetzt wird dies bereits heute durch das so genannte haehnlein-Konzept, das 2012 durch die Erzeugergemeinschaft Fürstenhof eingeführt wurde. Im vergangenen Jahr wurden so rund 30.000 Hähne unter Bio-Bedingungen aufgezogen und vermarktet. Der höhere finanzielle Aufwand (für Futtermittel, Platzangebot und Aufzuchtdauer) wird durch den Verkauf der Eier ihrer „Schwestern“ subventioniert. „Wir setzen dieses Konzept derzeit national mit dem Naturkost-Fachhandel sowie regional mit einzelnen Lebensmittelhändlern um“, berichtet Friedrich Behrens, Geschäftsführer des Erzeugerzusammenschlusses Fürstenhof. Nun liege es beim Verbraucher, zu entscheiden. „Die Verfügbarkeit von Bio-Küken wird in jedem Fall gewährleistet sein“, versichert er.







