Öko-Prämie
Erhöhung der Öko-Prämien in Schleswig-Holstein
Höhere Öko-Förderung muss auch für Altbetriebe gelten
Westerdeichstrich, 17.07.2014 | Die geplante Erhöhung der Öko-Prämien in Schleswig-Holstein ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Öko-Landbau zwischen Nord- und Ostsee.
"Mit der deutlichen Anhebung der Fördersätze macht die Landesregierung klar, dass es ihr ernst ist mit dem Ziel, den Anteil des Öko-Landbaus innerhalb dieser Legislaturperiode auf sieben Prozent zu verdoppeln", sagte der Naturland Landesvorsitzende Jörg Hansen in Westerdeichstrich.
Zugleich forderte er, dass nicht nur Neu-Antragsteller und Umsteller von der Erhöhung profitieren, sondern auch langjährige Öko-Betriebe. "Damit es nicht zu einer Zweiklassengesellschaft bei der Förderung kommt, müssen auch die Altbetriebe in das neue Fördersystem mit hineingenommen werden", unterstrich Hansen.
Landwirtschaftsminister Robert Habeck hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass die Öko-Prämien in Schleswig-Holstein ab 2015 um 30 Prozent steigen sollen. Bauern, die auf Öko-Landbau umstellen, würden dann in den ersten beiden Jahren der Umstellung mit 364 Euro pro Hektar Acker- oder Grünland gefördert (bisher: 280 Euro), in den folgenden drei Jahren mit 234 Euro pro Hektar (bisher: 180 Euro). Im Vergleich der Bundesländer liegt Schleswig-Holstein bei der Höhe der Öko-Förderung damit künftig im oberen Drittel.
Unklar war zuletzt allerdings noch, ob die erhöhten Fördersätze für alle Öko-Betriebe gelten werden, oder nur für die Betriebe, die jetzt erstmals eine Förderung beantragen. Eine solche Ungleichbehandlung von Alt- und Neubetrieben wäre nach Ansicht von Naturland aber nicht gerechtfertigt. "Mit der Förderung sollen die Öko-Bauern zumindest teilweise für die wirtschaftlichen Nachteile entschädigt werden, die ihnen durch ihre erheblichen Mehrleistungen für Umwelt- und Tierschutz entstehen. Diese gesellschaftlichen Mehrleistungen erbringen aber alle Öko-Bauern gleichermaßen", sagte Hansen.
Naturland Mitgliederversammlung für Schleswig-Holstein und Hamburg
Die Naturland Bauern in Schleswig-Holstein und Hamburg hatten sich am Dienstag in Westerdeichstrich (Kreis Dithmarschen) an der Nordseeküste zu ihrer gemeinsamen Mitgliederversammlung getroffen. Weitere Themen der Versammlung waren unter anderem die von Brüssel geplante Revision der EU-Öko-Verordnung sowie die aktuelle Entwicklung des Öko-Landbaus in Deutschland. In den beiden Bundesländern gibt es derzeit 38 Naturland Betriebe, die zusammen ca. 3.400 Hektar bewirtschaften. Insgesamt werden knapp vier Prozent der schleswig-holsteinischen Agrarfläche ökologisch bewirtschaftet.
Der 39-jährige Ackerbauer Jörg Hansen steht seit einem Jahr an der Spitze der 34 schleswig-holsteinischen Naturland Bauern. Die vier Betriebe auf dem Gebiet der Hansestadt werden von Birgit Mählmann als Landesvorsitzender vertreten.







