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Gentechnik

Gegen Gentechnik durch die Hintertür

Naturland fordert echte nationale GVO-Verbote in Europa

Der Öko-Verband Naturland fordert die Möglichkeit zu nationalen Gentechnik-Anbau-verbote in der EU ohne Wenn und Aber. „Der derzeit in Brüssel diskutierte Vorschlag der griechischen Ratspräsidentschaft für eine so genannte Opt out-Lösung ist eine Mogelpackung“, kritisierte Naturland-Präsidiumsvorsitzender Hans Hohenester in Gräfelfing.

In einem einstimmig gefassten Beschluss forderte die Naturland Delegiertenversammlung deshalb die Bundestagsabgeordneten aller Parteien auf, Druck auf die Bundesregierung zu machen. Bei einer für den 23. Mai angesetzten Probeabstimmung in Brüssel müsse Deutschland für ein echtes Opt out und gegen die von Griechenland vorgeschlagene Scheinlösung votieren. Genau das hat auch der Bundesrat in einem Entschließungsantrag bereits gefordert.

„Nationale Anbauverbote durch Opt-out-Klauseln sind ohnehin nur die zweitbeste Lösung. Wenn die Regierungen der Mitgliedsstaaten dabei aber auch noch gezwungen werden sollen, über jedes einzelne Anbauverbot mit den Gentech-Konzernen zu verhandeln, dann ist klar, dass es sich beim dem griechischen Vorschlag um eine bloße Scheinlösung handelt. Ein wirklicher Schutz gegen Gentechnik ist davon nicht zu erwarten“, sagte Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).

Notwendig sei vielmehr eine echte „Opt out“-Regelung, die den nationalen Regierungen ein rechtlich stabiles Fundament bietet, auf dem sie den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ganz generell verbieten können.


Bei der Delegiertenversammlung stand die Neuwahl des Präsidiums im Mittelpunkt. Dabei wurde Hans Hohenester aus Landshut (Bayern) einstimmig für weitere drei Jahre als Vorsitzender bestätigt. Ebenfalls bestätigt wurden die Präsidiumsmitglieder Peter Warlich aus Apenburg (Sachsen-Anhalt) und Paul Knoblach aus Garstadt/Bergrheinfeld (Bayern). Arthur Stein aus Röhrmoos (Bayern), der dem Präsidium schon von 2005 bis 2011 angehört hatte, wurde erneut gewählt. Erstmals ins Präsidium gewählt wurde der baden-württembergische Naturland Landesvorsitzende Hans Bartelme.

Künftig nicht mehr im Präsidium vertreten ist dagegen Felix zu Löwenstein, der nach 16 Jahren nicht mehr für eine weitere Wahlperiode kandidiert hatte. „Wenn wir wollen, dass unsere Gremien sich verjüngen, dann muss man für neue Leute Platz machen. Und dann ist es sinnvoll, wenn der Dienstälteste damit anfängt“, kommentierte Löwenstein seine Entscheidung.

Auch der Beirat International wurde neu gewählt. Das Gremium berät Naturland in Fragen der weltweiten Förderung des Bio-Landbaus und der Entwicklung der Fair und Sozial Richtlinien. Die europäischen Naturland Bauern werden künftig von Frauke Weissang (Terra Bio, Italien) vertreten, die bishere dem Präsidium angehört hatte. Delegierter für Asien ist Matthew Hubby, Geschäftsführer der indischen Kleinbauernorganisation PDS Organic Spices. Der dritte internationale Delegierte kommt aus Afrika: Edward Mulondo ist Gründer und Geschäftsführer des Naturland Fair zertifizierten Unternehmens BioUganda.

Darüber hinaus wählte die Delegiertenversammlung zwei weitere Mitglieder als Beisitzer in den Beirat International. Silvia Arispe Cardozo von der peruanischen Kaffeebauern-Kooperative Central COCLA soll künftig die Länder Lateinamerikas repräsentieren. Peter Niedermeier von der Nguyen Thi Dung Farm, einem vietnamesischen Erzeuger von Öko-Pangasius, vertritt die Anliegen der internationalen Aquakulturbetriebe.


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