Auszeichnung
Biologisch-dynamische Weine liegen vorn
Best of Bio wine 2013 wählte 41 von 440 Tropfen aus
Zum Best of Bio wine-Award schickten 120 Winzer 440 Weine zum Verkosten. Und Jury aus 32 Bio-Hotelgästen und Weinliebhabern hat entschieden: 41 Weine dürfen sich mit dem Siegel Best of Bio wine 2013 schmücken. darunter auffällig viele edle Tropfen, die nach biologisch-dynamischen Richtlinien angebaut und verarbeitet wurden.
Das Verkostungswochenende fand in diesem Jahr im Bio-Hotel Leutascherhof im österreichischen Leutasch statt. Fast die Hälfte der zu testenden Weiß-, Rot-, Süß- und Schaumweine kam aus Deutschland, österreichische Winzer schickten gut ein Drittel. Außerdem stellten sich Bio-Winzer aus Italien, Frankreich und Chile der Jury. Beim Best of Bio wine der Bio-Hotels besteht die nicht aus berufsmäßigen Weinverkostern, sondern aus passionierten Wein-Genießern, die eher nach ihrem guten Geschmack gehen als nach den von vielen Wein-Trinkern kaum nachvollziehbaren Klassifizierungen der Sommeliers.
Zwar stand mit Jürgen Schmücking ein Diplom-Sommelier bei den Verkostungen mit Rat und Erklärungen zur Seite; Entscheidend aber war, was jeder der 32 Juroren als gefälligsten Wein einer Weinart und -sorte empfand. Entschieden wurde im Turnier-Verfahren per Blindverkostung: Ohne den Namen des Weingutes zu kennen oder das Etikett zu sehen, mussten sich die Tester bei jeder Weingruppe für
einen Sieger entscheiden.
„Dieses Jahr taten sich die Tester erstaunlich schwer, aus den Proben einen wirklichen Favoriten herauszukristallisieren“, so das Fazit von Verkostungsleiter Jürgen Schmücking. Bei den einzelnen Verkostungsrunden sei selten ein Wein einfach aussortiert worden, viel mehr gab es unter der Jury meist intensive Diskussionen, welcher Tropfen denn nun das Zeug zum Siegerwein habe, sagt Schmücking.
Bemerkenswert ist, dass die Jury aus Wein-Genießern eher die leichteren trockenen Weine bevorzugte und sogar halbtrockene Weine mit höherer Restsüße prämiert wurden. Selbst bei Weingütern, die drei bis vier Weine zur Verkostung geschickt hatten, lagen laut Verkostungsleiter Schmücking nicht die 30 bis 40 Euro teuren, schweren, vollmundigen Wein-Flaggschiffe vorne, sondern trockene, alkoholärmere und unkomplizierte Weine. „Das ist ja gerade das Spannende am Preis: Bei uns wird mit der Gastronomiebrille verkostet, das heißt es gewinnen die Weine, die auch gerne zum Essen getrunken werden, weil sie gefällig sind und Spaß machen“, betont Schmücking.
Erstaunlich sei aus seiner Sicht, dass es diesmal sogar ausgefallene Weine
aus Einzellagen oder spezielle Rebsorten auf das Siegertreppchen geschafft haben, wie der 2012er Bacchus vom fränkischen Weingut Rothe oder die 2011er
Saphira-Auslese des Weingutes Großmann aus der Pfalz. „Die alte deutsche Sorte Bacchus kennt kaum noch jemand. Und von der Saphira-Rebe hat sicher auch kaum jemand gehört: ein zarter, filigraner Weißer mitverspielter Süße und vielschichtiger Frucht, der am ehesten an einen weißen Burgundererinnert.“
Obwohl mehr als doppelt so viele Weine aus Deutschland am Start waren alsÖsterreicher, liegen doch beide Länder bei der Zahl der Gewinnerweine gleichauf. Das spricht für die hohe Qualität der österreichischen Bio-Weine und einen gewissenVorsprung, den sich vor allem bio-dynamische Weingüter erarbeitet haben. Denn von den 16 österreichischen Siegerweinen stammt die Hälfte aus biologisch-dynamischem Anbau.
In Relation zur Weinbaufläche ist Österreich das Land mit dem höchsten Bioanteil weltweit. „Bei uns haben vor ein paar Jahren etliche große Weingüter auf Bio-Anbauumgestellt und in deren Gefolge haben viele mittlere und kleinere Betriebe nachgezogen“, erklärt Jürgen Schmücking. Der Sommelier glaubt, dass sich der Anteil beim Bioweinbau in Österreich in ein paar Jahren auf 15 bis 17 Prozent einpendeln wird. Heute sind es noch acht Prozent, in Deutschland fünf Prozent. „Anfangs dachte ich, hinter der Umstellung stecke bei vielen der Marketing-Gedanke“, sagt Schmücking.
Die besten Bio-Produkte werden von den Bio-Hotels bereits seit 2004 in unterschiedlichen Produkt-Kategorien prämiert. Neben Wein wurden bisher Olivenöl, Bier, Schokolade, Saft und Spirituosen verkostet und ausgezeichnet.







