Tierhaltung
Naturland prüft Bio-Hennen-Haltung bei Tiemann
Verband verspricht Transparenz und kündigt Bericht an
Der Naturland-Verband hat nach der Eier-Recherche des Tierschutzvereins Peta einem Bio-Geflügel-Betrieb gekündigt, wie bioPress.de gestern Abend berichtete. Betroffen ist die Tiemann Bio Freiland GmbH in Niedersachsen mit sechs Ställen. Die anderen Gesellschaften, die an den Bio-Eiervermarkter Wiesengold liefern, sind davon nicht berührt.
Naturland hat eine gründliche Untersuchung der Vorwürfe von Peta angekündigt. Der Verband wird alle Betriebe der Tiemann-Gruppe so schnell wie möglich kontrollieren. Das werden Geflügelexperten von Zertifizierern tun, die dort bisher nicht kontrolliert haben. Die Naturland-Fachberater werden unabhängig davon die Ställe zusätzlich unter die Lupe nehmen. Der Verband prüft also doppelt. „Wir werden dann einen Bericht vorlegen“, kündigte Naturland-Sprecher Carsten Veller an. Erwartet werden die Ergebnisse frühestens Ende nächster Woche.
Nach den Film-Aufnahmen von Peta geht Naturland davon aus, dass es in dem Stall in Twistringen ein Miss-Management gab. Nach den Bildern müssen dort tote Tiere länger als sechs Stunden gelegen haben. Rund zwei Wochen lang dürfte nicht mehr ausgemistet worden sein.
Tierschützer haben die Aufnahmen am Ende der Legezeit gemacht. Die Chance, Tiere im schlechtem Zustand zu filmen, sei da sicher größer, wie Naturland-Geschäftsführer Steffen Reese meint. „Aber damit kein Missverständnis aufkommt, dass Tiere so aussehen, wie wir sie auf den Bildern gesehen haben, darf nicht sein“, stellt Reese klar.
KAT (kontrollierte alternative Tierhaltung) kontrolliert die Mitgliedsbetriebe ebenfalls und hat nach dem ersten Bericht von Fakt über Missstände in einem Bio-Hühnerstall im Kreis Diepholz sofort reagiert. „Nach dem Bericht über Rotlauf im Fernsehen haben wir Sonder-Audits beantragt. Wir haben alle 22 Betriebe der Gruppe aufgesucht. Es war nichts Auffälliges festzustellen. Die Berichte und die Bilder waren gut“, sagte Geschäftsführer Casper von der Crone.
Natürlich wurde auch der Betrieb, aus dem die Aufnahmen der Tierschutzorganisation Peta stammen, unter die Lupe genommen. Der Stall war nach dem Prüfergebnis völlig in Ordnung. von der Crone hat darauf bei Tiemann nachgefragt. Dabei erhielt er die Auskunft, dass die Filmaufnahmen von Ende September stammen. Die KAT-Inspekteure sahen Hühner, die frisch eingestallt waren.
KAT kontrolliert die Betriebe dreimal jährlich unangemeldet, zusätzlich zu den Bio-Kontrollen. Die Bio-Kontrolleure kündigen sich in der Regel an. Zehn Prozent der Kontrollen müssen unangemeldet erfolgen. Große Betriebe, die viermal jährlich überprüft werden, müssen statistisch alle zweieinhalb Jahre mit unangemeldetem Besuch der Bio-Kontrolleure rechnen.
AG







