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Wiesengold zu Unrecht in Kritik

Bio-Legehennenhalter will kranke Herden künftig früher schlachten

Bio-Erzeuger Wiesengold-Landei aus Twistringen in Niedersachsen steht nach Aufnahmen von Tierschützern, die in der ARD-Fernsehsendung Fakt gezeigt wurden in der Kritik. Die Tiere waren an Rotlauf erkrankt und wurden zwei Tage vor dem Schlachttermin vom 30. Oktober nachts im Stall  gefilmt und am 27.  November schockierende Bilder von toten Hühnern und solchen mit Federverlust ausgestrahlt. Dennoch ist der naheliegende Schluss, die Bio-Legehennenhaltung sei nicht artgerecht, unzulässig.

Wiesengold sieht sich zu Unrecht am Pranger. Momentaufnahmen von erkrankten nicht mehr heilbaren Legehennen spiegeln nicht die Realität in der Bio-Tierhaltung wider. An Rotlauf erkrankte Bio-Legehennen eines Wiesengold Hühnerstalles bei Diepholz wurden vom Tierarzt behandelt.  Da die Behandlung erfolglos war, beschloss Wiesengold, alle Herden der Farm mit insgesamt 28.000 Hennen zu schlachten.

Das war zu spät, wie sich gezeigt hat. „In Konsequenz aus dieser Erfahrung werden wir künftig bei erkrankten und nicht mehr behandelbaren Tieren dafür Sorge tragen, dass wir noch früher als bisher uns zu einer Schlachtung entscheiden“, teilt Wiesengold auf seiner Internetseite mit.

Rotlauf ist eine nicht meldepflichtige Infektionskrankheit, die bei Schweinen vorkommt und auch auf Geflügel übertragen werden kann. Auf der Suche nach Futter haben Wildschweine nachts den Zaun um den Bio-Stall durchbrochen und die Krankheit eingeschleppt. Die Hühner waren zwar geimpft gegen Rotlauf, die Krankheit ist aber trotzdem ausgebrochen.

Wiesengold ist Mitglied beim Naturland-Verband. „Die Aufnahmen sind spontan schockierend. Wir sind erschüttert“, erklärt Naturland-Geschäftsführer Steffen Reese. Wiesengold hat seine Informationspflichten erfüllt; Kontrollstelle und Behörden die Erkrankung mitgeteilt. „Trotzdem hätte es nicht soweit kommen dürfen“, meint Reese. Eine frühere Schlachtung wäre die Lösung gewesen.

Der Fall wird in der Anerkennungskommission von Naturland behandelt. Sie gibt nach ihren Beratungen eine Empfehlung ab. Nächster Sitzungstermin ist im Januar. Reese geht davon aus, dass sich die Kommission schon früher damit befasst.

Wiesengold ist ein nationaler Lieferant des Lebensmitteleinzelhandels für Bio-Eier und betreibt große Ställe. In der Größe sieht Reese nicht das Problem: „Auch bei 300 Tieren kann Rotlauf auftreten.“  Wiesengold war bisher ein Musterschüler des Verbandes. Viermal pro Jahr hat der Zertifizierer IMO (Institut für Marktökologie) kontrolliert. „Was wir da gesehen haben, war sehr gut, so dass wir mit gutem Gewissen sagen konnten, das Tierwohl ist gewahrt“, teilt Reese mit. 
AG

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