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Tierhaltung

Weniger Antibiotika in der Tiermast

Dänemark geht mit neuen Gesetzen voran

Die dänische Landwirtschaftsministerin Mette Gjerskov stellte Maßnahmen zur Bekämpfung des Antibiotika-Missbrauchs in der Tierhaltung vor. Die neuen Gesetze und Verordnungen sehen  deutliche Verschärfungen beim Antibiotika-Einsatz vor.

„Während Ilse Aigner sich beim Kampf gegen den Antibiotia-Skandal in der Tierhaltung weiterhin auf kosmetische Eingriffe beschränkt, geht ihre dänische Amtskollegin Mette Gjerskov entschlossen voran. So schreibt sie in ihrem neuesten Maßnahmenpaket vor, dass künftig nur einzelne, kranke Tiere mit Antibiotika behandelt werden sollen“, erklärt Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag.

Was im hochmodernen Agrarland Dänemark funktioniere, sollte auch in Deutschland möglich sein. Das Problem sei, dass unter Schwarz-Gelb die Agrarlobby den politischen Spielraum für das Regierungshandeln abstecke, wie Ostendorf mitteilt. Das sei deutlich geworden, als Aigner ihre Tierschutznovelle unter anderem auf Druck der niedersächsischen Schweinegroßmäster eingestampft habe.

Derzeit werden in deutschen Ställen 1734 Tonnen Antibiotika im Jahr verbraucht. „Wir müssen weg kommen n von der vorbeugenden Behandlung ganzer Herden, wenn nur einzelne Tiere erkrankt sind. Es muss gesetzlich vorgeschrieben werden, dass für kranke Tiere abgetrennte Bereiche oder Extraställe vorzusehen sind“, meint Ostendorf.

Die Behandlung einzelner kranker Tiere ist in bäuerlichen Haltungen schon gang und gäbe. Das ist deshalb möglich, weil die Tiere so gehalten werden, dass nur im Ausnahmefall der Einsatz von Antibiotika nötig wird. In bäuerlich-ökologischen Haltungssystemen haben Tiere mehr Platz, mehr Auslauf, mehr Frischluft. „Wir setzen zentral auf die Verbesserung der Haltungsbedingungen, um den Antibiotika-Missbrauch zu bekämpfen“, sagte der Agrarpolitiker.
 

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